Bad Saulgau (kobinet)
Manche Ideen entstehen am Schreib-Tisch.
Andere entstehen durch das eigene Leben.
Bei Assist-Match.de war es das eigene Leben.
Hinter der Plattform steckt Moritz Schauenburg.
Eine Plattform ist eine Internet-Seite.
Dort findet man Texte und Informationen.
Er kommt aus Bad Saulgau.
Er ist Heil-Erziehungs-Pfleger.
Das bedeutet: Er betreut Menschen mit Behinderung.
Moritz kennt Persönliche Assistenz aus seinem Beruf.
Persönliche Assistenz bedeutet: Ein Mensch hilft einem anderen im Alltag.
Der Mensch mit Behinderung bestimmt selbst, welche Hilfe er braucht.
Moritz kennt das Thema auch aus seiner Familie.
Sein Onkel wurde 2006 schwer krank.
Er hatte eine Hirn-Haut-Entzündung.
Das ist eine sehr gefährliche Krankheit im Kopf.
Die Haut um das Gehirn entzündet sich dabei.
Das ist lebens-gefährlich.
Der Onkel war damals 27 Jahre alt.
Seitdem sitzt er im Roll-Stuhl.
Er braucht täglich Unterstützung.
Diese Erfahrung veränderte vieles für Moritz.
Auch seinen Berufs-Weg.
Moritz hatte ein Studium begonnen.
Studium bedeutet: Lernen nach dem Abitur an einer Hoch-Schule.
Er hat das Studium nicht beendet.
Danach wusste er nicht, was er tun sollte.
In dieser Zeit half er seinem Onkel im Alltag.
Er lernte Persönliche Assistenz nicht aus Büchern.
Er lernte sie im echten Leben kennen.
Das hat seinen Lebens-Weg stark geprägt.
Prägen bedeutet: Etwas hat großen Einfluss auf das Leben.
Moritz unterstützte seinen Onkel regelmäßig.
Er merkte schnell etwas Wichtiges.
Assistenz bedeutet mehr als einzelne Aufgaben.
Es geht nicht nur darum, ob jemand etwas tragen kann.
Assistenz findet überall im Leben statt.
Assistenz findet statt:
- Beim Einkaufen
- Bei Terminen
- Unterwegs
- In der Freizeit
- Beim Kaffee trinken
- Bei Ausflügen
- Und in persönlichen Momenten
Moritz erlebte bei seinem Onkel etwas Wichtiges.
Assistenz und Selbst-Bestimmung hängen zusammen.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Man entscheidet selbst über sein Leben.
Niemand anderes entscheidet für einen.
Gute Assistenz ermöglicht Selbst-Bestimmung.
Dabei spielt die Beziehung eine große Rolle.
Die Beziehung zwischen Assistenz-Nehmer und Assistenz-Kraft ist wichtig.
Assistenz-Nehmer ist der Mensch, der Hilfe bekommt.
Assistenz-Kraft ist der Mensch, der hilft.
Beide verbringen viele Stunden miteinander.
Vertrauen und Respekt sind dabei sehr wichtig.
Vertrauen bedeutet: Man glaubt, dass jemand das Richtige tut.
Man ist sicher, dass jemand ehrlich ist.
Respekt bedeutet: Man nimmt Rücksicht auf andere Menschen.
Man behandelt sie freundlich und fair.
Diese Erfahrungen halfen Moritz beruflich weiter.
Er machte eine Ausbildung zum Heil-Erziehungs-Pfleger.
In einer Ausbildung lernt man einen Beruf.
Man lernt in einer Schule und in einem Betrieb.
Die Wohn-Welt GmbH unterstützte ihn dabei.
GmbH ist eine bestimmte Art von Firma.
Heute arbeitet er in einem anderen Unternehmen.
Seinen Onkel begleitet er weiterhin regelmäßig.
Aus diesen Erfahrungen entstand eine wichtige Frage.
Diese Frage war der Anfang von Assist-Match.
Die Frage lautete: Wie finden Assistenz-Suchende und Assistenz-Kräfte zusammen?
Nicht irgendwie zusammen.
Sondern so, dass beide sagen: Das passt.
Bei einer normalen Stellen-Suche zählen Arbeits-Zeiten und Aufgaben.
Bei Persönlicher Assistenz kommt etwas dazu.
Es geht auch um die Persönlichkeit.
Eine Assistenz-Kraft begleitet einen Menschen sehr nah.
Auch in persönlichen Bereichen.
Deshalb sollten beide Seiten mitentscheiden.
Nicht nur: Kann diese Person die Aufgabe erledigen?
Sondern auch: Kann ich mit diesem Menschen meinen Alltag teilen?
So entstand 2026 Assist-Match.de.
Assist-Match funktioniert anders als normale Stellen-Anzeigen.
Assistenz-Suchende können ein Profil erstellen.
Ein Profil ist eine Seite mit Infos über eine Person.
Andere Menschen können das Profil ansehen.
Assistenz-Kräfte können ebenfalls ein Profil erstellen.
Beide können Profile ansehen und Interesse zeigen.
Erst wenn beide Interesse haben, entsteht ein Match.
Match bedeutet: Beide Seiten passen zueinander und wollen Kontakt.
Dann können beide über einen Chat schreiben.
Chat bedeutet: Man schreibt im Internet mit anderen Menschen.
So können sie sich kennenlernen.
Assist-Match stellt den Kontakt her.
Assist-Match stellt niemanden automatisch ein.
Beide Seiten entscheiden selbst.
Sie wählen, ob sie zusammenarbeiten.
Assist-Match entscheidet nicht, wer zu wem passt.
Profile sind nicht für alle sichtbar.
Nur angemeldete Personen können Profile sehen.
Für private Nutzerinnen und Nutzer ist die Nutzung kostenlos.
Moritz erkannte noch etwas durch seinen Onkel.
Die Suche nach einer Assistenz-Kraft ist nur eine Herausforderung.
Herausforderung bedeutet: Eine schwierige Aufgabe.
Selbst-Bestimmung endet nicht an der eigenen Haustür.
Auch Freizeit, Mobilität und Reisen sind wichtig.
Mobilität bedeutet: Wie Menschen von Ort zu Ort kommen.
Viele Menschen planen einen Urlaub.
Sie fragen zuerst: Wo wollen wir hin?
Für Menschen mit Roll-Stuhl kommen viele weitere Fragen dazu.
Ist das Hotel wirklich zugänglich?
Wie sieht das Bad-Zimmer aus?
Ist der Aufzug groß genug?
Kann man die Umgebung mit dem Roll-Stuhl nutzen?
Wie kommt man vom Bahn-Hof zur Unterkunft?
Gibt es geeignete Fahr-Dienste?
Ein Fahr-Dienst fährt Menschen von einem Ort zum anderen.
Zum Beispiel ein Taxi oder ein Kranken-Transport.
Kann die Assistenz-Kraft mitreisen?
Moritz bemerkte das immer wieder.
Ein Ausflug kann schnell viel Suche bedeuten.
Recherche bedeutet: Viele Informationen suchen und prüfen.
Es gibt oft gute Angebote.
Aber sie sind schwer zu finden.
Oder die Angaben zur Barriere-Freiheit sind zu ungenau.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas nutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Auch nicht für Menschen mit Behinderung.
Moritz findet diesen Punkt wichtig.
Ein Mensch ohne Assistenz-Bedarf kann einfach buchen.
Er schaut Bilder an und vergleicht Preise.
Ein Mensch mit Assistenz-Bedarf muss zuerst vieles prüfen.
Zum Beispiel: Ist das Zimmer überhaupt nutzbar?
Auch das Wort barriere-frei beantwortet nicht alles.
Ein stufenloser Eingang sagt nichts über das Bad-Zimmer aus.
Stufenlos bedeutet: Es gibt keine Treppe und keine Stufe.
Man kann mit dem Roll-Stuhl ohne Hindernis hineinfahren.
Was für einen Menschen passt, kann für einen anderen ungeeignet sein.
Deshalb möchte Assist-Match keine falschen Versprechen machen.
Stattdessen sollen Angebote leichter zu finden sein.
Menschen können dann selbst prüfen, ob ein Angebot passt.
So entwickelte sich Assist-Match Schritt für Schritt weiter.
Von einer Kontakt-Plattform zu einer größeren Plattform.
Rund um Persönliche Assistenz, Selbst-Bestimmung und Teilhabe.
Teilhabe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man gehört dazu.
Auf Assist-Match entstehen zusätzliche Bereiche.
Diese Bereiche können für Menschen mit Assistenz-Bedarf interessant sein.
Dazu gehören Hotels und Reise-Angebote.
Ein Reise-Angebot ist ein Vorschlag für eine Reise.
Man sieht, wohin man fahren kann und was es kostet.
Auch Freizeit-Möglichkeiten und Sanitäts-Häuser.
Ein Sanitäts-Haus ist ein Geschäft.
Dort kauft man Hilfs-Mittel für Menschen mit Behinderung.
Ein Hilfs-Mittel ist ein Werkzeug oder Gerät.
Es macht das Leben leichter.
Zum Beispiel Roll-Stühle oder spezielle Geräte.
Moritz möchte Menschen Wege ersparen.
Wer auf Assist-Match ist, soll nicht überall neu suchen müssen.
Die Plattform lebt davon, dass Menschen Erfahrungen teilen.
Jede geteilte Erfahrung hilft anderen Menschen.
Mobilität ist ein weiterer wichtiger Bereich.
Für viele Menschen ist ein Fahrzeug einfach praktisch.
Für einen Menschen mit Assistenz-Bedarf bedeutet es oft mehr.
Ein angepasstes Fahrzeug kann entscheiden, ob Arbeit erreichbar ist.
Ein angepasstes Fahrzeug hilft bei vielem:
- Freunde besuchen
- Einen spontanen Ausflug machen
- Eine längere Reise planen
Spontan bedeutet: ohne lange zu planen, einfach so.
Deshalb sollen auf Assist-Match Fahrzeug-Angebote leichter zu finden sein.
Zum Beispiel Fahr-Dienste oder Fahrzeug-Umbauten.
Fahrzeug-Umbau bedeutet: Ein Fahrzeug wird verändert.
Menschen mit Behinderung können es dann besser nutzen.
Es gibt viele Lösungen und spezialisierte Betriebe dafür.
Spezialisiert bedeutet: Ein Betrieb kennt sich mit einer Sache besonders gut aus.
Assist-Match prüft die Einträge nicht.
Du entscheidest selbst, ob ein Angebot gut ist.
Manchmal sucht man keine Dienst-Leistung.
Eine Dienst-Leistung ist eine Hilfe.
Jemand hilft dir bei etwas.
Man sucht jemanden, der die eigene Frage versteht.
Deshalb gibt es auf Assist-Match Rat-Geber und ein Forum.
Forum bedeutet: Ein Ort im Internet zum Fragen und Teilen.
Ein wichtiges Thema im Forum ist das Persönliche Budget.
Persönliches Budget bedeutet: Geld vom Amt für Hilfe.
Du kannst damit eine Assistenz-Kraft bezahlen.
Im Forum können Menschen Fragen stellen.
Sie können über Anträge schreiben.
Sie können über den Alltag mit Assistenz schreiben.
Ein Antrag ist eine schriftliche Bitte.
Man gibt ihn ab, damit etwas entschieden wird.
Das Forum ist öffentlich lesbar.
Für eigene Beiträge braucht man ein Konto.
Ein Konto ist ein Zugang im Internet mit Namen und Passwort.
Damit kann man sich auf einer Internet-Seite anmelden.
Moritz schreibt auch Rat-Geber aus eigenen Erfahrungen.
Diese Rat-Geber ersetzen keine Rechts- oder Sozial-Beratung.
Rechts-Beratung bedeutet: Eine Fach-Person erklärt die rechtliche Lage.
Sozial-Beratung bedeutet: Eine Fach-Person erklärt, welche Hilfen es gibt.
Assist-Match möchte andere Angebote nicht ersetzen.
Eine EUTB berät unabhängig.
EUTB bedeutet: Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung.
Das ist eine kostenlose Beratung für Menschen mit Behinderung.
Die Berater arbeiten für niemanden, der etwas verkaufen will.
Eine Kanzlei ist für Rechts-Beratung zuständig.
Eine Kanzlei ist ein Büro für Anwälte.
Dort bekommt man Hilfe bei rechtlichen Fragen.
Ein Sanitäts-Haus berät zu Hilfs-Mitteln.
Ein Fahrzeug-Umbauer kennt seine technischen Lösungen.
Assist-Match möchte helfen, diese Wege sichtbarer zu machen.
Warum hat Assist-Match so viele verschiedene Bereiche?
Die Antwort führt immer zum Onkel zurück.
Durch ihn lernte Moritz eine Lebens-Realität kennen.
Lebens-Realität bedeutet: Wie das Leben wirklich ist.
Moritz sah, wo Unterstützung gebraucht wird.
Er sah, wie viel geplant werden muss.
Für andere Menschen sind diese Dinge normal.
Wer unterstützt mich?
Wie komme ich dorthin?
Ist der Ort zugänglich?
Welches Hilfs-Mittel gibt es?
Wo finde ich einen passenden Anbieter?
Ein Anbieter ist eine Firma oder ein Verein.
Der Anbieter stellt Hilfe oder Dienste für Menschen zur Verfügung.
Wen kann ich fragen?
Und manchmal lautet die eigentliche Frage: Warum ist das alles so schwer zu finden?
Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee hinter Assist-Match.
Viele wichtige Bereiche an einem Ort verbinden.
Nicht weil Assist-Match für alles eine Lösung hat.
Sondern weil es hilft, an einem Ort anfangen zu können.
Persönliche Assistenz wird oft nur als Unterstützung gesehen.
Moritz denkt: Assistenz bedeutet mehr als Hilfe.
Es geht darum, den eigenen Alltag gestalten zu können.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Morgens selbst entscheiden, wann der Tag beginnt
- Freunde treffen
- Arbeiten gehen
- Ein Konzert besuchen
- Einen Kaffee trinken gehen
- Verreisen
- Oder spontan etwas unternehmen
Assist-Match beschreibt das so: Assistenz bedeutet nicht nur Roll-Stuhl.
Assistenz bedeutet auch: Einkaufen, Kaffee, Arbeit, Kino oder Urlaub.
Diese alltäglichen Dinge sind der Kern der Plattform.
Moritz ist ehrlich: Assist-Match ist jung.
Die Plattform wurde erst 2026 gegründet.
Eine Plattform braucht Zeit, um zu wachsen.
Viele Menschen müssen sich anmelden.
Das dauert in jeder Region eine Weile.
Deshalb verspricht Assist-Match kein Match und keinen Arbeits-Platz.
Moritz möchte die Plattform Schritt für Schritt wachsen lassen.
Er möchte nicht größer erscheinen, als die Plattform gerade ist.
Rück-Meldungen sind ausdrücklich willkommen.
Eine Rück-Meldung ist eine Antwort auf etwas.
Du sagst zum Beispiel, ob etwas gut oder schlecht war.
Von Menschen mit Assistenz-Bedarf.
Von Assistenz-Kräften.
Von Beratungs-Stellen und Vereinen.
Moritz begann, seinen Onkel zu unterstützen.
Darüber fand er seinen Weg in die Heil-Erziehungs-Pflege.
Er beschäftigte sich immer mehr mit Persönlicher Assistenz.
Heute begleitet er seinen Onkel weiterhin.
Aus den Erfahrungen der beiden entstand eine Plattform.
Assist-Match kann nicht jede Barriere beseitigen.
Die Plattform kann keine Assistenz-Kraft herbeizaubern.
Sie kann kein Hotel passend machen.
Sie kann keinen Antrag automatisch lösen.
Aber sie bringt Menschen und Informationen näher zusammen.
Das ist der Gedanke hinter Assist-Match.
Assist-Match bestimmt nicht über Menschen mit Assistenz-Bedarf.
Assist-Match gibt ihnen mehr Möglichkeiten.
Sie können selbst entscheiden.
Weitere Informationen: www.Assist-Match.de
Foto: Moritz Wolfgang Schauenburg
Bad Saulgau (kobinet)
Manche Ideen entstehen am Schreibtisch. Andere entstehen, weil sich das eigene Leben verändert.
Bei AssistMatch.de war es Letzteres.
Hinter der Plattform steht Moritz Schauenburg aus Bad Saulgau. Er ist Heilerziehungspfleger und kennt Persönliche Assistenz nicht nur aus seinem Beruf. Das Thema begleitet ihn seit vielen Jahren innerhalb seiner eigenen Familie.
Sein Onkel erkrankte im Alter von nur 27 Jahren schwer (2006) an einer Hirnhautentzündung. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl und Unterstützung im Alltag angewiesen. Für Moritz veränderte diese Situation nicht nur die Beziehung zu seinem Onkel, sondern später auch seinen eigenen beruflichen Weg. Nach einem abgebrochenen Studium wusste Moritz zunächst selbst nicht, wo es für ihn beruflich weitergehen sollte. In dieser Zeit begann er, seinen Onkel im Alltag zu unterstützen. Was zunächst vor allem Unterstützung innerhalb der Familie war, wurde für Moritz zu einer Erfahrung, die seinen weiteren Lebensweg entscheidend prägen sollte. Denn Persönliche Assistenz lernte er dadurch nicht zuerst aus einem Fachbuch oder während einer Ausbildung kennen. Er lernte sie im Alltag kennen.
Wenn aus einem Onkel auch ein Wegweiser wird
Wer einen Menschen regelmäßig unterstützt, erlebt schnell, dass Assistenz viel mehr bedeutet als einzelne Tätigkeiten. Es geht nicht nur darum, ob jemand etwas tragen, einen Rollstuhl begleiten oder bei einer bestimmten Aufgabe helfen kann. Assistenz findet dort statt, wo das Leben stattfindet.
Beim Einkaufen.
Bei Terminen.
Unterwegs.
In der Freizeit.
Beim gemeinsamen Kaffee.
Bei Unternehmungen.
Und manchmal in sehr persönlichen Situationen.
Moritz erlebte bei seinem Onkel, wie eng Assistenz und Selbstbestimmung miteinander verbunden sind. Denn Unterstützung soll nicht bedeuten, dass ein anderer Mensch plötzlich bestimmt, wie der eigene Alltag auszusehen hat. Im Idealfall ermöglicht Assistenz genau das Gegenteil: Ein Mensch bekommt die Unterstützung, die er benötigt, um möglichst viel selbst entscheiden zu können. Und dabei spielt auch die Beziehung zwischen Assistenznehmer und Assistenzkraft eine große Rolle.
Wer regelmäßig viele Stunden miteinander verbringt, muss nicht beste Freunde werden. Aber Vertrauen, gegenseitiger Respekt, Verlässlichkeit und ein gutes menschliches Gefühl können entscheidend dafür sein, ob eine Zusammenarbeit funktioniert. Diese Erfahrung führte Moritz schließlich auch beruflich weiter.
Über den zweiten Bildungsweg wurde er Heilerziehungspfleger. Die Möglichkeit zur Ausbildung erhielt er mit Unterstützung der Wohnwelt GmbH. Heute arbeitet er in einem anderen Unternehmen – seinen Onkel begleitet er aber weiterhin regelmäßig. Dadurch ist Persönliche Assistenz für ihn bis heute kein theoretisches Thema geblieben.
"Passt dieser Mensch eigentlich zu mir?"
Aus all diesen Erfahrungen entstand irgendwann eine Frage, die später zum Ausgangspunkt von AssistMatch wurde: Wie finden Menschen mit Assistenzbedarf und Assistenzkräfte nicht nur irgendeinen Kontakt – sondern einen Menschen, bei dem beide Seiten das Gefühl haben, dass es passen könnte?
Bei einer klassischen Stellensuche stehen häufig Arbeitszeiten, Aufgaben und Qualifikationen im Vordergrund. Bei Persönlicher Assistenz kommt jedoch noch etwas hinzu. Persönlichkeit. Denn eine Assistenzkraft kann einen Menschen teilweise in Bereichen begleiten, die sonst nur wenige Menschen mitbekommen. Umgekehrt arbeitet auch eine Assistenzkraft möglicherweise sehr eng mit einer einzelnen Person und deren Alltag zusammen. Deshalb findet Moritz, dass beide Seiten mitentscheiden sollten.
Nicht nur: "Kann diese Person die Aufgabe erledigen?"
Sondern auch: "Kann ich mir vorstellen, mit diesem Menschen regelmäßig meinen Alltag zu verbringen?"
Aus diesem Gedanken entstand 2026 AssistMatch.de.
Erst wenn beide möchten, entsteht Kontakt
AssistMatch funktioniert deshalb anders als eine klassische öffentliche Stellenanzeige. Menschen mit Assistenzbedarf und Menschen, die Assistenz anbieten möchten, können persönliche Profile erstellen und einen Suchradius festlegen. Beide Seiten können sich Profile ansehen und Interesse zeigen. Erst wenn das Interesse gegenseitig ist, entsteht ein Match. Anschließend können beide über den integrierten Chat miteinander schreiben und sich kennenlernen. Niemand wird dadurch automatisch eingestellt und AssistMatch entscheidet auch nicht darüber, wer zu wem passt. Die Plattform stellt den Kontakt her – was daraus entsteht, entscheiden die Beteiligten selbst. Ein Anspruch auf ein Match oder eine erfolgreiche Beschäftigung besteht nicht. Für private Assistenzsuchende und private Assistenzkräfte ist die Nutzung kostenlos. Persönliche Profile sind außerdem nicht einfach öffentlich für jeden Menschen im Internet sichtbar.
Der Vorteile gegenüber anderen Seite ist, das dich nur Personen sehen die auf dieser Seite angemeldet sind.
Die Erfahrungen mit seinem Onkel führten aber noch zu einer zweiten Erkenntnis: Mit der Zeit wurde Moritz bewusst, dass die Suche nach einer Assistenzkraft nur eine von vielen Herausforderungen ist. Denn Selbstbestimmung endet nicht an der eigenen Haustür. Das zeigte sich für ihn besonders bei Freizeit, Mobilität und Reisen.
Für viele Menschen beginnt die Urlaubsplanung mit einer angenehmen Frage: Wo möchten wir hin? Für einen Menschen mit Rollstuhl oder einem anderen Assistenzbedarf können davor jedoch zahlreiche weitere Fragen stehen.
Ist das Hotel tatsächlich zugänglich?
Wie sieht das Badezimmer aus?
Ist der Aufzug groß genug?
Kann man die Umgebung mit dem Rollstuhl nutzen?
Wie kommt man vom Bahnhof oder Flughafen zur Unterkunft?
Gibt es geeignete Fahrdienste?
Welche Freizeitangebote kommen infrage?
Kann die Assistenz mitreisen?
Und lässt sich auf die Angaben im Internet wirklich verlassen?
Moritz ist im Laufe der Jahre immer wieder aufgefallen, wie schnell aus einer eigentlich schönen Idee – einem Ausflug oder einer Reise – zunächst eine umfangreiche Recherche werden kann. Nicht unbedingt deshalb, weil es keine Angebote gibt. Oft sind gute Angebote vorhanden. Aber sie sind über viele verschiedene Seiten verteilt, schwer auffindbar oder ihre Zugänglichkeit wird nur sehr allgemein beschrieben.
Urlaub sollte mit Vorfreude beginnen
Genau dieser Punkt ist Moritz wichtig. Ein Mensch ohne entsprechenden Assistenzbedarf kann häufig ein Hotel sehen, die Bilder anschauen, den Preis vergleichen und buchen. Ein Mensch mit Assistenzbedarf muss womöglich erst prüfen, ob das Zimmer überhaupt nutzbar ist. Und selbst die Angabe "barrierefrei" beantwortet nicht automatisch alle Fragen. Ein stufenloser Eingang sagt beispielsweise noch nichts darüber aus, ob ein Badezimmer zu den individuellen Bedürfnissen passt. Ein Angebot, das für einen Menschen gut funktioniert, kann für einen anderen ungeeignet sein.
Deshalb möchte AssistMatch nicht einfach behaupten: "Dieses Hotel ist barrierefrei – dort funktioniert alles." Stattdessen sollen Angebote leichter auffindbar werden, damit Menschen anschließend selbst prüfen können, ob sie zu den eigenen Anforderungen passen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich AssistMatch Stück für Stück von einer reinen Kontaktplattform zu einer größeren Plattform rund um Persönliche Assistenz, Selbstbestimmung, Barrierefreiheit und Teilhabe.
Hotels, Reisen, Freizeit und Mobilität
Auf AssistMatch entstehen deshalb zusätzlich Bereiche für Angebote, die für Menschen mit Assistenzbedarf interessant sein können. Dazu gehören beispielsweise Hotels und Reiseangebote, Freizeitmöglichkeiten, Sanitätshäuser und Hilfsmittel sowie weitere Anlaufstellen rund um Barrierefreiheit und Teilhabe. Die Plattform führt diese zusätzlichen Bereiche auch auf ihrer aktuellen Startseite auf. Dabei geht es Moritz weniger darum, selbst alles anzubieten. Vielmehr möchte er Menschen Wege ersparen.
Wer bereits auf AssistMatch unterwegs ist, soll nicht für jedes neue Thema wieder von vorne anfangen müssen.
Die Seite lebt davon das Menschen aktiv ihre Erfahrungen teilen und einen Eintrag dazu machen.
Auch ein Fahrzeug kann über Teilhabe entscheiden
Ein weiterer Bereich, den Moritz dabei wichtig findet, ist die Mobilität. Ein Fahrzeug ist für viele Menschen einfach ein praktisches Verkehrsmittel. Für einen Menschen mit Assistenzbedarf kann ein individuell angepasstes Fahrzeug jedoch erheblich mehr bedeuten. Es kann darüber mitentscheiden, ob Arbeit erreichbar ist.
Ob Freunde besucht werden können.
Ob ein spontaner Ausflug möglich wird.
Oder ob eine längere Reise überhaupt realistisch ist.
Deshalb sollen auf AssistMatch auch Angebote rund um Fahrdienste und Fahrzeugumbauten leichter auffindbar werden. Von Einstiegshilfen über Rollstuhlverladesysteme bis hin zu weiteren individuellen Fahrzeuganpassungen gibt es zahlreiche Lösungen und spezialisierte Betriebe.
AssistMatch möchte solche Unternehmen nicht automatisch empfehlen oder deren Qualität garantieren. Verzeichniseinträge stellen ausdrücklich keine Qualitätsprüfung dar. Die Entscheidung, welcher Anbieter und welche Lösung individuell passen, bleibt bei den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern.
Das Wissen anderer kann genauso wertvoll sein
Eine weitere Erfahrung aus dem Assistenzalltag: Manchmal sucht man nicht nur eine Dienstleistung.
Man sucht jemanden, der versteht, welche Frage man überhaupt hat.
Deshalb gibt es auf AssistMatch auch Ratgeber und ein Forum.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Persönlichen Budget. Im Forum können sich Menschen unter anderem über Antrag und Bewilligung, Arbeitgebermodell, Zielvereinbarung, Abrechnung oder den Alltag mit Assistenz austauschen. Das Forum ist öffentlich lesbar; für eigene Beiträge ist eine Registrierung erforderlich.
Moritz schreibt außerdem Ratgeber auf Grundlage eigener Erfahrungen sowie öffentlich zugänglicher Quellen. Dabei stellt AssistMatch ausdrücklich klar, dass diese Informationen keine individuelle Rechts- oder Sozialberatung ersetzen.
Denn auch hier soll AssistMatch nicht etwas ersetzen, das bereits vorhanden ist.
Eine EUTB soll weiterhin unabhängig beraten.
Eine Kanzlei ist für Rechtsberatung zuständig.
Ein Sanitätshaus berät zu seinen Hilfsmitteln.
Ein Fahrzeugumbauer kennt seine technischen Lösungen.
AssistMatch möchte vielmehr helfen, solche Wege sichtbarer und kürzer zu machen.
Hinter allem steht dieselbe persönliche Erfahrung
Wenn man Moritz fragt, warum AssistMatch inzwischen so viele unterschiedliche Bereiche umfasst, führt die Antwort letztlich wieder zu seinem Onkel zurück.
Durch ihn lernte Moritz eine Lebensrealität kennen, die vielen Menschen verborgen bleibt.
Er sah nicht nur, wo Unterstützung benötigt wird.
Er sah auch, wie viele Dinge für andere Menschen selbstverständlich erscheinen und plötzlich geplant, organisiert oder recherchiert werden müssen.
Wer unterstützt mich?
Wie komme ich dorthin?
Ist der Ort zugänglich?
Welches Hilfsmittel gibt es?
Wo finde ich einen passenden Anbieter?
Wen kann ich fragen?
Und manchmal lautet die eigentliche Frage einfach:
Warum muss das alles so schwer zu finden sein?
Aus diesen einzelnen Erfahrungen entstand nach und nach die Idee, möglichst viele relevante Bereiche miteinander zu verbinden.
Nicht, weil AssistMatch für alles selbst die Lösung haben soll.
Sondern weil es hilfreich sein kann, wenn Menschen an einem Ort anfangen können zu suchen.
Dabei geht es auch um Würde und Normalität
Persönliche Assistenz wird schnell auf Unterstützung reduziert.
Doch für Moritz steckt dahinter etwas Größeres.
Es geht darum, den eigenen Alltag gestalten zu können.
Es geht darum, morgens entscheiden zu können, wann der Tag beginnt.
Freunde zu treffen.
Arbeiten zu gehen.
Ein Konzert zu besuchen.
Einen Kaffee trinken zu gehen.
Zu verreisen.
Oder spontan etwas zu unternehmen.
Auf seiner Startseite beschreibt AssistMatch diesen Gedanken heute sehr einfach: Assistenz bedeutet nicht nur Rollstuhl, sondern auch Einkaufen, Kaffee, Arbeit, Kino oder Urlaub.
Genau diese alltäglichen Dinge sind es, die für Moritz den Kern der Plattform ausmachen.
AssistMatch steht noch am Anfang
Dabei macht Moritz aus einem Punkt keinen Hehl:
AssistMatch ist jung.
Die Plattform wurde erst 2026 gegründet. Gerade eine Plattform, die Menschen miteinander verbinden möchte, braucht Zeit, bis in verschiedenen Regionen genügend Assistenzsuchende und Assistenzkräfte zusammenkommen.
Deshalb garantiert AssistMatch weder ein Match noch einen Arbeitsplatz oder eine erfolgreiche Assistenzsuche.
Moritz möchte die Plattform lieber Schritt für Schritt wachsen lassen, statt größer zu erscheinen, als sie derzeit ist.
Rückmeldungen von Menschen mit Assistenzbedarf, Assistenzkräften, Beratungsstellen, Vereinen und anderen Akteuren sind deshalb ausdrücklich willkommen.
Ohne seinen Onkel gäbe es AssistMatch vermutlich nicht
Am Ende lässt sich die Geschichte von AssistMatch deshalb kaum von der Geschichte von Moritz und seinem Onkel trennen.
Eine schwere Erkrankung im Alter von 27 Jahren veränderte das Leben seines Onkels.
Viele Jahre später veränderte sie indirekt auch den beruflichen Weg seines Neffen.
Moritz begann seinen Onkel zu unterstützen, fand darüber seinen Weg in die Heilerziehungspflege und beschäftigte sich immer intensiver mit Persönlicher Assistenz, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Heute begleitet er seinen Onkel weiterhin.
Und aus den Erfahrungen, die beide über die Jahre miteinander gemacht haben, ist schließlich eine Plattform entstanden.
AssistMatch wird nicht jede Barriere beseitigen können.
Die Plattform kann keine Assistenzkraft herbeizaubern, kein Hotel passend machen und keinen komplizierten Antrag automatisch lösen.
Aber sie kann versuchen, Menschen, Informationen und Angebote näher zusammenzubringen.
Und vielleicht ist genau das der Gedanke, der am besten beschreibt, was Moritz mit AssistMatch erreichen möchte:
Nicht über Menschen mit Assistenzbedarf bestimmen, was sie brauchen.
Sondern ihnen mehr Möglichkeiten geben, selbst zu entscheiden, was zu ihrem Leben passt.
Weitere Informationen:
Foto: Moritz Wolfgang Schauenburg
Bad Saulgau (kobinet)
Manche Ideen entstehen am Schreibtisch. Andere entstehen, weil sich das eigene Leben verändert.
Bei AssistMatch.de war es Letzteres.
Hinter der Plattform steht Moritz Schauenburg aus Bad Saulgau. Er ist Heilerziehungspfleger und kennt Persönliche Assistenz nicht nur aus seinem Beruf. Das Thema begleitet ihn seit vielen Jahren innerhalb seiner eigenen Familie.
Sein Onkel erkrankte im Alter von nur 27 Jahren schwer (2006) an einer Hirnhautentzündung. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl und Unterstützung im Alltag angewiesen. Für Moritz veränderte diese Situation nicht nur die Beziehung zu seinem Onkel, sondern später auch seinen eigenen beruflichen Weg. Nach einem abgebrochenen Studium wusste Moritz zunächst selbst nicht, wo es für ihn beruflich weitergehen sollte. In dieser Zeit begann er, seinen Onkel im Alltag zu unterstützen. Was zunächst vor allem Unterstützung innerhalb der Familie war, wurde für Moritz zu einer Erfahrung, die seinen weiteren Lebensweg entscheidend prägen sollte. Denn Persönliche Assistenz lernte er dadurch nicht zuerst aus einem Fachbuch oder während einer Ausbildung kennen. Er lernte sie im Alltag kennen.
Wenn aus einem Onkel auch ein Wegweiser wird
Wer einen Menschen regelmäßig unterstützt, erlebt schnell, dass Assistenz viel mehr bedeutet als einzelne Tätigkeiten. Es geht nicht nur darum, ob jemand etwas tragen, einen Rollstuhl begleiten oder bei einer bestimmten Aufgabe helfen kann. Assistenz findet dort statt, wo das Leben stattfindet.
Beim Einkaufen.
Bei Terminen.
Unterwegs.
In der Freizeit.
Beim gemeinsamen Kaffee.
Bei Unternehmungen.
Und manchmal in sehr persönlichen Situationen.
Moritz erlebte bei seinem Onkel, wie eng Assistenz und Selbstbestimmung miteinander verbunden sind. Denn Unterstützung soll nicht bedeuten, dass ein anderer Mensch plötzlich bestimmt, wie der eigene Alltag auszusehen hat. Im Idealfall ermöglicht Assistenz genau das Gegenteil: Ein Mensch bekommt die Unterstützung, die er benötigt, um möglichst viel selbst entscheiden zu können. Und dabei spielt auch die Beziehung zwischen Assistenznehmer und Assistenzkraft eine große Rolle.
Wer regelmäßig viele Stunden miteinander verbringt, muss nicht beste Freunde werden. Aber Vertrauen, gegenseitiger Respekt, Verlässlichkeit und ein gutes menschliches Gefühl können entscheidend dafür sein, ob eine Zusammenarbeit funktioniert. Diese Erfahrung führte Moritz schließlich auch beruflich weiter.
Über den zweiten Bildungsweg wurde er Heilerziehungspfleger. Die Möglichkeit zur Ausbildung erhielt er mit Unterstützung der Wohnwelt GmbH. Heute arbeitet er in einem anderen Unternehmen – seinen Onkel begleitet er aber weiterhin regelmäßig. Dadurch ist Persönliche Assistenz für ihn bis heute kein theoretisches Thema geblieben.
"Passt dieser Mensch eigentlich zu mir?"
Aus all diesen Erfahrungen entstand irgendwann eine Frage, die später zum Ausgangspunkt von AssistMatch wurde: Wie finden Menschen mit Assistenzbedarf und Assistenzkräfte nicht nur irgendeinen Kontakt – sondern einen Menschen, bei dem beide Seiten das Gefühl haben, dass es passen könnte?
Bei einer klassischen Stellensuche stehen häufig Arbeitszeiten, Aufgaben und Qualifikationen im Vordergrund. Bei Persönlicher Assistenz kommt jedoch noch etwas hinzu. Persönlichkeit. Denn eine Assistenzkraft kann einen Menschen teilweise in Bereichen begleiten, die sonst nur wenige Menschen mitbekommen. Umgekehrt arbeitet auch eine Assistenzkraft möglicherweise sehr eng mit einer einzelnen Person und deren Alltag zusammen. Deshalb findet Moritz, dass beide Seiten mitentscheiden sollten.
Nicht nur: "Kann diese Person die Aufgabe erledigen?"
Sondern auch: "Kann ich mir vorstellen, mit diesem Menschen regelmäßig meinen Alltag zu verbringen?"
Aus diesem Gedanken entstand 2026 AssistMatch.de.
Erst wenn beide möchten, entsteht Kontakt
AssistMatch funktioniert deshalb anders als eine klassische öffentliche Stellenanzeige. Menschen mit Assistenzbedarf und Menschen, die Assistenz anbieten möchten, können persönliche Profile erstellen und einen Suchradius festlegen. Beide Seiten können sich Profile ansehen und Interesse zeigen. Erst wenn das Interesse gegenseitig ist, entsteht ein Match. Anschließend können beide über den integrierten Chat miteinander schreiben und sich kennenlernen. Niemand wird dadurch automatisch eingestellt und AssistMatch entscheidet auch nicht darüber, wer zu wem passt. Die Plattform stellt den Kontakt her – was daraus entsteht, entscheiden die Beteiligten selbst. Ein Anspruch auf ein Match oder eine erfolgreiche Beschäftigung besteht nicht. Für private Assistenzsuchende und private Assistenzkräfte ist die Nutzung kostenlos. Persönliche Profile sind außerdem nicht einfach öffentlich für jeden Menschen im Internet sichtbar.
Der Vorteile gegenüber anderen Seite ist, das dich nur Personen sehen die auf dieser Seite angemeldet sind.
Die Erfahrungen mit seinem Onkel führten aber noch zu einer zweiten Erkenntnis: Mit der Zeit wurde Moritz bewusst, dass die Suche nach einer Assistenzkraft nur eine von vielen Herausforderungen ist. Denn Selbstbestimmung endet nicht an der eigenen Haustür. Das zeigte sich für ihn besonders bei Freizeit, Mobilität und Reisen.
Für viele Menschen beginnt die Urlaubsplanung mit einer angenehmen Frage: Wo möchten wir hin? Für einen Menschen mit Rollstuhl oder einem anderen Assistenzbedarf können davor jedoch zahlreiche weitere Fragen stehen.
Ist das Hotel tatsächlich zugänglich?
Wie sieht das Badezimmer aus?
Ist der Aufzug groß genug?
Kann man die Umgebung mit dem Rollstuhl nutzen?
Wie kommt man vom Bahnhof oder Flughafen zur Unterkunft?
Gibt es geeignete Fahrdienste?
Welche Freizeitangebote kommen infrage?
Kann die Assistenz mitreisen?
Und lässt sich auf die Angaben im Internet wirklich verlassen?
Moritz ist im Laufe der Jahre immer wieder aufgefallen, wie schnell aus einer eigentlich schönen Idee – einem Ausflug oder einer Reise – zunächst eine umfangreiche Recherche werden kann. Nicht unbedingt deshalb, weil es keine Angebote gibt. Oft sind gute Angebote vorhanden. Aber sie sind über viele verschiedene Seiten verteilt, schwer auffindbar oder ihre Zugänglichkeit wird nur sehr allgemein beschrieben.
Urlaub sollte mit Vorfreude beginnen
Genau dieser Punkt ist Moritz wichtig. Ein Mensch ohne entsprechenden Assistenzbedarf kann häufig ein Hotel sehen, die Bilder anschauen, den Preis vergleichen und buchen. Ein Mensch mit Assistenzbedarf muss womöglich erst prüfen, ob das Zimmer überhaupt nutzbar ist. Und selbst die Angabe "barrierefrei" beantwortet nicht automatisch alle Fragen. Ein stufenloser Eingang sagt beispielsweise noch nichts darüber aus, ob ein Badezimmer zu den individuellen Bedürfnissen passt. Ein Angebot, das für einen Menschen gut funktioniert, kann für einen anderen ungeeignet sein.
Deshalb möchte AssistMatch nicht einfach behaupten: "Dieses Hotel ist barrierefrei – dort funktioniert alles." Stattdessen sollen Angebote leichter auffindbar werden, damit Menschen anschließend selbst prüfen können, ob sie zu den eigenen Anforderungen passen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich AssistMatch Stück für Stück von einer reinen Kontaktplattform zu einer größeren Plattform rund um Persönliche Assistenz, Selbstbestimmung, Barrierefreiheit und Teilhabe.
Hotels, Reisen, Freizeit und Mobilität
Auf AssistMatch entstehen deshalb zusätzlich Bereiche für Angebote, die für Menschen mit Assistenzbedarf interessant sein können. Dazu gehören beispielsweise Hotels und Reiseangebote, Freizeitmöglichkeiten, Sanitätshäuser und Hilfsmittel sowie weitere Anlaufstellen rund um Barrierefreiheit und Teilhabe. Die Plattform führt diese zusätzlichen Bereiche auch auf ihrer aktuellen Startseite auf. Dabei geht es Moritz weniger darum, selbst alles anzubieten. Vielmehr möchte er Menschen Wege ersparen.
Wer bereits auf AssistMatch unterwegs ist, soll nicht für jedes neue Thema wieder von vorne anfangen müssen.
Die Seite lebt davon das Menschen aktiv ihre Erfahrungen teilen und einen Eintrag dazu machen.
Auch ein Fahrzeug kann über Teilhabe entscheiden
Ein weiterer Bereich, den Moritz dabei wichtig findet, ist die Mobilität. Ein Fahrzeug ist für viele Menschen einfach ein praktisches Verkehrsmittel. Für einen Menschen mit Assistenzbedarf kann ein individuell angepasstes Fahrzeug jedoch erheblich mehr bedeuten. Es kann darüber mitentscheiden, ob Arbeit erreichbar ist.
Ob Freunde besucht werden können.
Ob ein spontaner Ausflug möglich wird.
Oder ob eine längere Reise überhaupt realistisch ist.
Deshalb sollen auf AssistMatch auch Angebote rund um Fahrdienste und Fahrzeugumbauten leichter auffindbar werden. Von Einstiegshilfen über Rollstuhlverladesysteme bis hin zu weiteren individuellen Fahrzeuganpassungen gibt es zahlreiche Lösungen und spezialisierte Betriebe.
AssistMatch möchte solche Unternehmen nicht automatisch empfehlen oder deren Qualität garantieren. Verzeichniseinträge stellen ausdrücklich keine Qualitätsprüfung dar. Die Entscheidung, welcher Anbieter und welche Lösung individuell passen, bleibt bei den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern.
Das Wissen anderer kann genauso wertvoll sein
Eine weitere Erfahrung aus dem Assistenzalltag: Manchmal sucht man nicht nur eine Dienstleistung.
Man sucht jemanden, der versteht, welche Frage man überhaupt hat.
Deshalb gibt es auf AssistMatch auch Ratgeber und ein Forum.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Persönlichen Budget. Im Forum können sich Menschen unter anderem über Antrag und Bewilligung, Arbeitgebermodell, Zielvereinbarung, Abrechnung oder den Alltag mit Assistenz austauschen. Das Forum ist öffentlich lesbar; für eigene Beiträge ist eine Registrierung erforderlich.
Moritz schreibt außerdem Ratgeber auf Grundlage eigener Erfahrungen sowie öffentlich zugänglicher Quellen. Dabei stellt AssistMatch ausdrücklich klar, dass diese Informationen keine individuelle Rechts- oder Sozialberatung ersetzen.
Denn auch hier soll AssistMatch nicht etwas ersetzen, das bereits vorhanden ist.
Eine EUTB soll weiterhin unabhängig beraten.
Eine Kanzlei ist für Rechtsberatung zuständig.
Ein Sanitätshaus berät zu seinen Hilfsmitteln.
Ein Fahrzeugumbauer kennt seine technischen Lösungen.
AssistMatch möchte vielmehr helfen, solche Wege sichtbarer und kürzer zu machen.
Hinter allem steht dieselbe persönliche Erfahrung
Wenn man Moritz fragt, warum AssistMatch inzwischen so viele unterschiedliche Bereiche umfasst, führt die Antwort letztlich wieder zu seinem Onkel zurück.
Durch ihn lernte Moritz eine Lebensrealität kennen, die vielen Menschen verborgen bleibt.
Er sah nicht nur, wo Unterstützung benötigt wird.
Er sah auch, wie viele Dinge für andere Menschen selbstverständlich erscheinen und plötzlich geplant, organisiert oder recherchiert werden müssen.
Wer unterstützt mich?
Wie komme ich dorthin?
Ist der Ort zugänglich?
Welches Hilfsmittel gibt es?
Wo finde ich einen passenden Anbieter?
Wen kann ich fragen?
Und manchmal lautet die eigentliche Frage einfach:
Warum muss das alles so schwer zu finden sein?
Aus diesen einzelnen Erfahrungen entstand nach und nach die Idee, möglichst viele relevante Bereiche miteinander zu verbinden.
Nicht, weil AssistMatch für alles selbst die Lösung haben soll.
Sondern weil es hilfreich sein kann, wenn Menschen an einem Ort anfangen können zu suchen.
Dabei geht es auch um Würde und Normalität
Persönliche Assistenz wird schnell auf Unterstützung reduziert.
Doch für Moritz steckt dahinter etwas Größeres.
Es geht darum, den eigenen Alltag gestalten zu können.
Es geht darum, morgens entscheiden zu können, wann der Tag beginnt.
Freunde zu treffen.
Arbeiten zu gehen.
Ein Konzert zu besuchen.
Einen Kaffee trinken zu gehen.
Zu verreisen.
Oder spontan etwas zu unternehmen.
Auf seiner Startseite beschreibt AssistMatch diesen Gedanken heute sehr einfach: Assistenz bedeutet nicht nur Rollstuhl, sondern auch Einkaufen, Kaffee, Arbeit, Kino oder Urlaub.
Genau diese alltäglichen Dinge sind es, die für Moritz den Kern der Plattform ausmachen.
AssistMatch steht noch am Anfang
Dabei macht Moritz aus einem Punkt keinen Hehl:
AssistMatch ist jung.
Die Plattform wurde erst 2026 gegründet. Gerade eine Plattform, die Menschen miteinander verbinden möchte, braucht Zeit, bis in verschiedenen Regionen genügend Assistenzsuchende und Assistenzkräfte zusammenkommen.
Deshalb garantiert AssistMatch weder ein Match noch einen Arbeitsplatz oder eine erfolgreiche Assistenzsuche.
Moritz möchte die Plattform lieber Schritt für Schritt wachsen lassen, statt größer zu erscheinen, als sie derzeit ist.
Rückmeldungen von Menschen mit Assistenzbedarf, Assistenzkräften, Beratungsstellen, Vereinen und anderen Akteuren sind deshalb ausdrücklich willkommen.
Ohne seinen Onkel gäbe es AssistMatch vermutlich nicht
Am Ende lässt sich die Geschichte von AssistMatch deshalb kaum von der Geschichte von Moritz und seinem Onkel trennen.
Eine schwere Erkrankung im Alter von 27 Jahren veränderte das Leben seines Onkels.
Viele Jahre später veränderte sie indirekt auch den beruflichen Weg seines Neffen.
Moritz begann seinen Onkel zu unterstützen, fand darüber seinen Weg in die Heilerziehungspflege und beschäftigte sich immer intensiver mit Persönlicher Assistenz, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Heute begleitet er seinen Onkel weiterhin.
Und aus den Erfahrungen, die beide über die Jahre miteinander gemacht haben, ist schließlich eine Plattform entstanden.
AssistMatch wird nicht jede Barriere beseitigen können.
Die Plattform kann keine Assistenzkraft herbeizaubern, kein Hotel passend machen und keinen komplizierten Antrag automatisch lösen.
Aber sie kann versuchen, Menschen, Informationen und Angebote näher zusammenzubringen.
Und vielleicht ist genau das der Gedanke, der am besten beschreibt, was Moritz mit AssistMatch erreichen möchte:
Nicht über Menschen mit Assistenzbedarf bestimmen, was sie brauchen.
Sondern ihnen mehr Möglichkeiten geben, selbst zu entscheiden, was zu ihrem Leben passt.
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