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Pflege braucht echte Reformen statt weiterer Belastungen

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Foto: VDAB

MAGDEBURG (kobinet)

Auf der Bundesmitgliederversammlung des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB) standen in Magdeburg die aktuellen Herausforderungen der professionellen Pflege sowie die politischen Weichenstellungen für die kommenden Jahre im Mittelpunkt. Diskutiert wurden insbesondere die geplanten Veränderungen durch das Pflegeneuordnungsgesetz sowie die wirtschaftlichen und personellen Rahmenbedingungen der Pflege. Der VDAB betonte, dass die professionelle Pflege weiterhin unter erheblichem Druck stehe. Politische Reformen, wirtschaftliche Unsicherheiten und der anhaltende Personalmangel stellten Pflegeunternehmen vor große Herausforderungen. Notwendige Veränderungen dürften nicht zulasten einer verlässlichen Versorgung und der wirtschaftlichen Stabilität der Einrichtungen gehen. "Die Pflege braucht eine Reform, die ihren Namen verdient. Wir dürfen nicht den Fehler machen, finanzielle Probleme einfach zu verschieben oder Leistungen zu begrenzen. Wer die Pflege langfristig sichern will, muss die Einrichtungen wirtschaftlich stärken, für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen und gleichzeitig den Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen ermöglichen", erklärte Stephan Baumann, Bundesvorsitzender des VDAB.

Kritisch bewertet der Verband den aktuellen Reformansatz des Pflegeneuordnungsgesetzes. "Eine echte Reform muss die Probleme der Pflege lösen – und darf sie nicht nur neu verteilen. Der Fachkräftemangel, die Sicherung der Versorgung vor Ort und die wirtschaftliche Stabilität der Pflegeunternehmen verschwinden nicht dadurch, dass man an anderer Stelle den Rotstift ansetzt", sagte Baumann.

Gleichzeitig sieht der VDAB Chancen in neuen Versorgungs- und Organisationsformen sowie in einem stärkeren Einsatz von Digitalisierung und Technologie. "Wir brauchen mehr Mut zu Innovation. Neue Wege in der Versorgung und der Einsatz digitaler Lösungen können Pflegekräfte entlasten und Einrichtungen neue Handlungsspielräume eröffnen. Dafür brauchen wir aber auch die entsprechenden politischen und finanziellen Voraussetzungen", betonte Baumann.

Mit Blick auf die nächste Bundesmitgliederversammlung 2027 richtet der VDAB den Blick nach Berlin. Dort wird die Veranstaltung um den Kongress "VDAB-IMPULS 2027: Zukunft braucht Zuversicht" ergänzt. Dieser findet am Vortag der Bundesmitgliederversammlung statt und bringt Expertinnen und Experten aus Praxis, Unternehmen und Führungsebene zusammen. In verschiedenen Panels soll die Vielfalt der Pflege aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und über ihre Zukunft diskutiert werden.

"Wir wollen die Zukunft der Pflege nicht verwalten, sondern gestalten. Dafür brauchen wir Zuversicht, klare politische Entscheidungen und den Mut, neue Wege zu gehen. Genau dafür steht unser VDAB-IMPULS 2027", kündigte Baumann an.

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