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Forschung für gleichberechtigte Teilhabe sichtbar gemacht

Prof. Dr. Theresia Degener bei ihrer Keynote Rede
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Foto: Martin Reichstein

Siegen (kobinet)

Wie kann gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderungen konkret verwirklicht werden – insbesondere dort, wo Menschen leben, arbeiten und ihren Alltag gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 4. Kongress der Teilhabeforschung, der am 10. und 11. September 2026 an der Universität Siegen stattfand. Rund 230 Teilnehmer*innen aus Wissenschaft und Beteiligte an Forschungsprojekten kamen auf dem Campus Unteres Schloss zusammen, um aktuelle Forschungsansätze zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für die Weiterentwicklung inklusiver Strukturen zu entwickeln. Die Beteiligung von Wissenschaftler*innen aus Simbabwe und Tschechien hat die internationale Bedeutung der Teilhabeforschung deutlich gemacht.

"Der Kongress hat gezeigt, wie vielfältig und interdisziplinär die Teilhabeforschung inzwischen aufgestellt ist. Zugleich wurde deutlich, dass die Umsetzung des Rechts auf gleichberechtigte Teilhabe vor Ort, in den Kommunen entschieden wird. Die Siegener Perspektive auf Teilhabe in Kommunen und sozialen Diensten ist dabei auf großes Interesse gestoßen. Gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen bleibt es eine zentrale Aufgabe der Forschung, die Bedeutung der in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerten Rechte sichtbar zu machen und gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen an ihrer Verwirklichung zu arbeiten", sagt Prof. Dr. Albrecht Rohrmann vom Siegener Organisationsteam.

Ausgerichtet wurde der Kongress von der Universität Siegen in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Teilhabeforschung. Im Mittelpunkt stand das 20-jährige Bestehen der UN-Behindertenrechtskonvention und deren Umsetzung auf lokaler und internationaler Ebene.

Die Keynotes der beiden Kongresstage stammten von Theresia Degener, Tstsi Chataika, Albrecht Rohrmann und Šárka Káňová. Sie nahmen die Themen 20 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention, Dekolonialisierung von Teilhabe, Umsetzung der UN-BRK als Herausforderung für Kommunen und Partizipation und geteilte Macht unter die Lupe.

Die Teilnehmer*innen kamen von Hochschulen und Forschungsinstituten aus ganz Deutschland – unter ihnen Teilhabeforscher*innen mit und ohne Behinderungen sowie Menschen mit Behinderungen, die als Co-Forschende ihre Erfahrungen und ihre Expertise in die Forschung einbringen. Auch Projektpartner aus Kommunen, Organisationen und Unterstützungsdiensten sowie Vertreter*innen des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen waren dabei.

In zahlreichen Themenforen und Forschungswerkstätten wurde die große thematische und methodische Breite der Teilhabeforschung deutlich. Diskutiert wurden unter anderem Fragen kommunaler Aktionsplanung sowie von Arbeit und Beschäftigung, Wohnen mit Unterstützung, Digitalisierung, Gesundheit und Rehabilitation und politische, kulturelle und soziale Teilhabe. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten partizipative Forschungsansätze und die Frage, wie Menschen mit Behinderungen als Co-Forschende an der Wissensproduktion beteiligt werden können.

Der Kongress hat zugleich Ergebnisse für die weitere wissenschaftliche Arbeit angestoßen: Eine Ausgabe der Fachzeitschrift "Teilhabe" ist für 2027 als Kongress-Ausgabe vorgesehen. Darüber hinaus wird ein Kongressband vorbereitet, der im Laufe des Jahres 2027 erscheinen soll.

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