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Willis Favorit unter Deutschlands Sozialverbandslobbyisten

mit Mikrofon bei einer Rede
Ulrich_Schneider_(Rede_beim_Jahresauftakt_2020)
Foto: Von Martin Heinlein

Staufen (kobinet)

Ist Ulrich Schneider, der langjährige Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (alias Gesamtverband), er leitete diesen von 1999 bis 2024 und ist seither als engagierter Publizist für die Interessen und Anliegen aller gesellschaftlich Benachteiligten in diesem Land unterwegs.

1958 in eine typische Arbeiterfamilie im Ruhrpott geboren, hat er eine für die damalige Zeit bundesrepublikanischer Verhältnisse beispielhafte Aufsteigerkarriere hingelegt. Ohne sein Herkunftsmilieu zu verleugnen – er ist kein "Genosse der Bosse" geworden – wurde er unbestechlicher Anwalt für die von sozialer Teilhabe (in dieser "Klassengesellschaft") Ausgeschlossenen, für sämtliche "von Armut und Deklassierung" Betroffenen, darunter nicht zuletzt auch das Gros behinderter Menschen.

Sozialverbandslobbyist ist von mir mit Blick auf Ulrich Schneider also kein bisschen abschätzig gemeint. Seine verbandspolitische Tätigkeit und deren Wirkung (insbesondere mit dem vom ihm initiierten jährlichen "Armuts- und Reichtumsbericht") betrachte ich als exemplarisch für eine professionell spitzenmäßige Interessenvertretungspolitik im politisch institutionellen Rahmen. Ohne diesen institutionalisierten Arm des gesellschaftlichen und politischen Kampfes für die sozialen Teilhaberechte (für einen gerechten Anteil am gesellschaftlich kollektiv erarbeiteten Reichtum) bestehen wenig Realisierungschancen für Emanzipation und Inklusion der wirtschaftlich Benachteiligten und gesellschaftlich Deklassierten in einer liberalen Demokratie.

Mit anderen Worten: Ich plädiere grundsätzlich und auch speziell behindertenpolitisch für eine (gewiss nicht immer konfliktfreie) politische Doppelstrategie von institutionalisierter Interessenvertretungs- bzw. Verbandspolitik einerseits und basisdemokratischem Aktivismus andererseits. In dieser strategiepolitischen Empfehlung bestärkt mich einmal mehr das spannende und gelungene Porträt von "Deutschlands bekanntestem Sozialverbandslobbyisten" im Deutschlandfunk-Zeitzeugengespräch. - Hier der Link https://www.deutschlandfunk.de/zeitzeugen-im-gespraech-100.html

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