DÜSSELDORF (kobinet)
Die meisten Eltern wollen keine Förder-Schule für ihr Kind.
Das zeigt eine neue Studie.
Bei einer Studie stellen Forscher vielen Menschen Fragen.
So findet man heraus, wie etwas wirklich ist.
Das Deutsche Institut für Menschen-Rechte hat Eltern befragt.
Ein Institut ist eine Einrichtung.
Dort arbeiten Fachleute zusammen an einem Thema.
Das Institut nennt sich auch DIMR.
In Nord-Rhein-Westfalen haben 2.315 Eltern mitgemacht.
In ganz Deutschland waren es rund 7.500 Eltern.
Rund 81 Prozent der Eltern wollen keine Förder-Schule.
Förder-Schulen sind Schulen nur für Kinder mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Die Eltern wollen, dass alle Kinder zusammen lernen.
Das nennt man Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind mit dabei.
Jeder Mensch gehört dazu.
Rund 91 Prozent der Eltern wünschen sich mehr.
Sie wollen, dass alle Schulen gut ausgestattet sind.
Dann können Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen.
Viele Eltern haben ihr Kind trotzdem an einer Förder-Schule angemeldet.
Rund 69 Prozent dieser Eltern sagen das:
Sie wollen ihr Kind lieber auf eine normale Schule schicken.
Das ist aber noch nicht möglich.
Die Schule muss erst bessere Unterstützung bieten.
Die Landes-Regierung sagt: Eltern wollen mehr Förder-Schulen.
Die Landes-Regierung regiert ein Bundes-Land.
Dort arbeiten Minister und Ministerinnen.
Das stimmt laut der Studie nicht.
Normale Schulen sind nicht gut genug.
Deshalb wählen Eltern Förder-Schulen.
Das ist eine falsche Einschätzung der Landes-Regierung.
Eine Einschätzung bedeutet: Jemand denkt, er weiß, wie etwas ist.
Aber diese Person kann auch falsch liegen.
Die Landes-Regierung plant mindestens 30 neue Förder-Schulen.
In Nord-Rhein-Westfalen gibt es schon 488 Förder-Schulen.
Der Eltern-Verein mittendrin e.V. kritisiert das.
Ein Eltern-Verein ist eine Gruppe von Eltern.
Die Eltern setzen sich gemeinsam für ihre Kinder ein.
Das Geld sollte lieber für bessere inklusive Schulen genutzt werden.
Der Eltern-Verein mittendrin e.V. fordert einen Plan.
Die Landes-Regierung soll inklusive Bildung verbessern.
Das bedeutet: Alle Kinder lernen zusammen in einer Schule.
Eva-Maria Thoms spricht für den Verein.
Sie sagt: Die Regierung handelt nicht nach dem Willen der Eltern.
Die Regierung hat die Situation falsch eingeschätzt.
Foto: Alexandra_Koch In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
DÜSSELDORF (kobinet)
Wissenschaftliche Studie belegt, dass Eltern behinderter Kinder Inklusion wünschen, aber kein gutes Angebot für ihre Kinder vorfinden. So entsprechen auch die hohen Anmeldezahlen an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen dem Elternwillen. Das hat eine wissenschaftliche Befragung des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) jetzt auch mit einer Sonderauswertung für NRW ergeben. An der Befragung haben 2.315 Sorgeberechtigte im Land teilgenommen (bundesweit rund 7.500). Demnach lehnen rund 81 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen eine getrennte Beschulung von Kindern mit Förderbedarf ab.
Rund 91 Prozent der Eltern wünschen sich, dass alle Schulen so ausgestattet sind, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gut gemeinsam lernen können.
Sogar von den Eltern, die ihr Kind an einer Förderschule angemeldet haben, geben rund 69 Prozent an, sie würden ihr Kind sicher (rund 44 Prozent) oder wahrscheinlich (25 Prozent) auf eine allgemeine Schule schicken, wenn die Förder- und Unterstützungsbedingungen dort besser wären.
Das Argument der Landesregierung und vieler Kommunen, Förderschulen müssten auf Wunsch der Eltern aktuell sogar weiter ausgebaut werden, basiert demnach auf einer umfassenden Fehleinschätzung. Viele Eltern melden nicht an Förderschulen an, weil sie die getrennte Schulform bevorzugen, sondern weil sie für die gewünschte inklusive Bildung in der allgemeinen Schule keine guten Bedingungen vorfinden.
Nach Recherchen des Elternvereins mittendrin e.V. sollen aber nach Planungen der kommunalen Schulträger zu den aktuell 488 Förderschulen in Nordrhein-Westfalen mindestens 30 weitere hinzukommen. Anstatt die Bedingungen für die inklusive Beschulung zu verbessern, werden derzeit knappe Ressourcen in noch mehr Förderschulkapazitäten gesteckt.
Der Elternverein mittendrin e.V. fordert seit Jahren, dass die Landesregierung einen Aktionsplan erstellt, um den Aufbau inklusiver Bildung in guter Qualität systematisch voranzubringen. "Landesregierungen und Kommunen, die auf die vollständige Erhaltung oder sogar den Ausbau von Förderschulen setzen, richten sich gar nicht nach dem Elternwillen, sondern nach einer Fehleinschätzung", sagt mittendrin-Sprecherin Eva-Maria Thoms.
Foto: Alexandra_Koch In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
DÜSSELDORF (kobinet)
Wissenschaftliche Studie belegt, dass Eltern behinderter Kinder Inklusion wünschen, aber kein gutes Angebot für ihre Kinder vorfinden. So entsprechen auch die hohen Anmeldezahlen an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen dem Elternwillen. Das hat eine wissenschaftliche Befragung des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) jetzt auch mit einer Sonderauswertung für NRW ergeben. An der Befragung haben 2.315 Sorgeberechtigte im Land teilgenommen (bundesweit rund 7.500). Demnach lehnen rund 81 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen eine getrennte Beschulung von Kindern mit Förderbedarf ab.
Rund 91 Prozent der Eltern wünschen sich, dass alle Schulen so ausgestattet sind, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gut gemeinsam lernen können.
Sogar von den Eltern, die ihr Kind an einer Förderschule angemeldet haben, geben rund 69 Prozent an, sie würden ihr Kind sicher (rund 44 Prozent) oder wahrscheinlich (25 Prozent) auf eine allgemeine Schule schicken, wenn die Förder- und Unterstützungsbedingungen dort besser wären.
Das Argument der Landesregierung und vieler Kommunen, Förderschulen müssten auf Wunsch der Eltern aktuell sogar weiter ausgebaut werden, basiert demnach auf einer umfassenden Fehleinschätzung. Viele Eltern melden nicht an Förderschulen an, weil sie die getrennte Schulform bevorzugen, sondern weil sie für die gewünschte inklusive Bildung in der allgemeinen Schule keine guten Bedingungen vorfinden.
Nach Recherchen des Elternvereins mittendrin e.V. sollen aber nach Planungen der kommunalen Schulträger zu den aktuell 488 Förderschulen in Nordrhein-Westfalen mindestens 30 weitere hinzukommen. Anstatt die Bedingungen für die inklusive Beschulung zu verbessern, werden derzeit knappe Ressourcen in noch mehr Förderschulkapazitäten gesteckt.
Der Elternverein mittendrin e.V. fordert seit Jahren, dass die Landesregierung einen Aktionsplan erstellt, um den Aufbau inklusiver Bildung in guter Qualität systematisch voranzubringen. "Landesregierungen und Kommunen, die auf die vollständige Erhaltung oder sogar den Ausbau von Förderschulen setzen, richten sich gar nicht nach dem Elternwillen, sondern nach einer Fehleinschätzung", sagt mittendrin-Sprecherin Eva-Maria Thoms.





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