Bonn (kobinet)
6 von 10 Menschen mit Behinderung haben Diskriminierung erlebt.
Diskriminierung bedeutet: Eine Person wird ungerecht behandelt.
Sie wird schlechter behandelt als andere Menschen.
Das ist doppelt so viel wie bei anderen Menschen.
Die Situation hat sich nicht verbessert.
Das zeigt eine Umfrage der Aktion Mensch.
Bei einer Umfrage werden viele Menschen befragt.
Alle antworten auf die gleichen Fragen.
Die Aktion Mensch hat die Umfrage am 25. August 2026 veröffentlicht.
76 Prozent sagen: In Deutschland wird zu wenig gegen Diskriminierung getan.
Diskriminierung passiert überall im Alltag
Manchmal sind es verletzende Kommentare.
Verletzende Kommentare sind Aussagen, die einer Person wehtun.
Manchmal fehlt Barriere-Freiheit.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können Orte und Angebote nutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Für mehr als 1 Viertel der befragten Menschen ist Diskriminierung ein ständiges Problem.
Befragte sind Menschen, die bei einer Umfrage mitmachen.
Das passiert oft auf der Straße und in der Öffentlichkeit.
Öffentlichkeit bedeutet: Orte, wo alle Menschen hingehen können.
Zum Beispiel die Straße oder ein Park.
Das erleben 68 Prozent der befragten Menschen mit Behinderung so.
59 Prozent erleben Diskriminierung bei der Arbeit.
57 Prozent erleben Diskriminierung beim Kontakt mit Behörden.
Behörden sind Ämter des Staates.
Zum Beispiel das Einwohner-Meldeamt oder das Job-Center.
Christina Marx spricht für die Aktion Mensch.
Christina Marx sagt: Menschen mit Behinderung erleben mehr Diskriminierung.
Das passiert in allen Lebens-Bereichen.
Lebens-Bereiche sind die verschiedenen Teile des Alltags.
Zum Beispiel Arbeit, Wohnen oder Freizeit.
Zum Beispiel gibt es Rampen für Roll-Stühle.
Eine Rampe ist eine schräge Fläche aus Holz oder Metall.
Menschen im Roll-Stuhl können damit auf erhöhte Plätze fahren.
Diskriminierung hat schwere Folgen
Diskriminierung verändert das Leben der betroffenen Menschen stark.
44 Prozent meiden danach ähnliche Situationen.
Meiden bedeutet: Sie gehen dort nicht mehr hin.
23 Prozent gehen nur noch an Orte mit fairer Behandlung.
1 Drittel zweifelt danach an sich selbst.
Das bedeutet: Diese Menschen glauben, nicht gut genug zu sein.
Viele Menschen trauen sich nicht, Hilfe zu suchen
Viele Menschen mit Behinderung melden Diskriminierung nicht.
Sie haben Angst, dass es dann noch schlimmer wird.
Oder sie glauben, dass eine Meldung nichts bringt.
Das sagt Christina Marx von der Aktion Mensch.
37 Prozent der betroffenen Menschen wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen.
Mehr Menschen müssen wissen: Es gibt Melde- und Beratungs-Stellen.
Eine Melde-Stelle ist ein Ort, wo man Probleme melden kann.
Dort nimmt jemand die Meldung auf und hilft weiter.
Beratungs-Stellen sind Orte, wo Menschen Hilfe bekommen.
Dort arbeiten Fach-Leute, die gut zuhören können.
Was muss sich ändern?
50 Prozent der Befragten sehen den Staat in der Verantwortung.
Verantwortung bedeutet hier: Der Staat muss handeln.
Er muss das Problem lösen.
Der Staat soll aktiv gegen Diskriminierung vorgehen.
59 Prozent wollen mehr Bildung in Schulen und am Arbeits-Platz.
Bildung bedeutet hier: Menschen lernen, wie sie fair miteinander umgehen.
55 Prozent wollen härtere Strafen für Diskriminierung.
Eine Strafe bekommt man, wenn man etwas Falsches getan hat.
Zum Beispiel muss man Geld zahlen.
54 Prozent wollen weniger Barrieren.
Das bedeutet: Hindernisse für Menschen mit Behinderung sollen wegfallen.
Christina Marx sagt: Die Würde von Menschen mit Behinderung muss überall geschützt werden.
Würde bedeutet: Jeder Mensch verdient Achtung und Respekt.
Kein Mensch darf schlecht behandelt werden.
Hintergrund zur Studie
Die Studie heißt: Diskriminierung als Alltags-Erfahrung.
Bei einer Studie stellen Forscher vielen Menschen Fragen.
So findet man heraus, wie etwas wirklich ist.
Die Aktion Mensch hat diese Studie durchgeführt.
Die Befragung lief vom 2. bis 14. Juli 2026.
593 Menschen mit Beeinträchtigung haben mitgemacht.
Beeinträchtigung bedeutet hier dasselbe wie Behinderung.
Manche Dinge fallen einer Person schwerer als anderen.
Die Person braucht dabei manchmal Unterstützung.
Die Befragten sind mindestens 16 Jahre alt.
Zusätzlich wurden 500 Menschen ohne Behinderung befragt.
Die Befragten gehören zur Teilhabe-Gemeinschaft.
Teilhabe-Gemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigung.
Sie nehmen regelmäßig an Umfragen teil.
Das ist ein Umfrage-Panel nur für Menschen mit Beeinträchtigung.
Umfrage-Panel bedeutet: Eine Gruppe von Menschen, die regelmäßig befragt wird.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es kein solches Panel.
Die Studie wurde zuerst im Jahr 2025 durchgeführt.
2026 wurde die Studie wiederholt.
Mehr Informationen zur Teilhabe-Gemeinschaft gibt es hier:
www.aktion-mensch.de/teilhabe-community
Die vollständige Studie gibt es hier:
www.aktion-mensch.de/diskriminierung-studie
Mehr Informationen zum Thema Diskriminierung gibt es hier:
www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung
Petitionen für bessere Gesetze
Eine Petition ist eine Bitte oder Beschwerde an wichtige Leute.
Viele Menschen unterschreiben sie gemeinsam für eine Forderung.
Verbände setzen sich für bessere Gesetze gegen Diskriminierung ein.
Ein Verband ist eine Gruppe von Menschen oder Organisationen.
Sie haben ein gemeinsames Ziel und setzen sich dafür ein.
Petition 1: Gleich-Behandlungs-Gesetz verbessern
Ein wichtiges Gesetz heißt: Allgemeines Gleich-Behandlungs-Gesetz.
Dieses Gesetz schützt Menschen vor Ungerechtigkeit.
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Die Bundes-Regierung hat einen neuen Entwurf dafür gemacht.
Entwurf bedeutet: Ein Vorschlag für ein neues Gesetz.
Die Bundes-Regierung besteht aus dem Bundes-Kanzler und den Ministern.
Sie kümmern sich um die Politik in Deutschland.
Der Entwurf soll im Herbst 2026 im Bundes-Tag besprochen werden.
Der Bundes-Tag ist das Parlament in Deutschland.
Dort machen gewählte Volks-Vertreter die Gesetze.
Viele Verbände wollen, dass der Entwurf verbessert wird.
Es gibt eine Petition dafür.
Du kannst sie hier unterschreiben:
Petition: Echter Schutz vor Diskriminierung - für ein wirksames Gleich-Behandlungs-Gesetz
Petition 2: Barriere-Freiheit ins Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz
Ein weiteres Gesetz heißt: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz hilft Menschen mit Behinderung.
Es sorgt dafür, dass sie gerecht behandelt werden.
Das Gesetz soll helfen, Barrieren abzubauen.
Alle Orte sollen für Menschen mit Behinderung nutzbar sein.
Auch hier hat die Bundes-Regierung einen neuen Entwurf gemacht.
Am 22. Juni 2026 gab es eine Anhörung im Bundes-Tag.
Bei einer Anhörung im Bundes-Tag dürfen Fach-Leute ihre Meinung sagen.
Die Politiker hören dabei genau zu.
Viele Menschen haben dagegen protestiert.
Protestieren bedeutet: Menschen sind gegen etwas und zeigen das öffentlich.
Der Entwurf hat einen großen Fehler.
Firmen müssen keine Barriere-Freiheit herstellen.
Die Regierung sagt: Das kostet zu viel Geld.
Das ist zu viel Arbeit.
Viele Menschen glauben das nicht.
Das kritisieren viele Menschen mit Behinderung und ihre Verbände.
Fast 165.000 Menschen haben eine Petition dagegen unterschrieben.
Du kannst sie hier unterschreiben:
Foto: Aktion Mensch e. V.
Bonn (kobinet)
Sechs von zehn Menschen mit Behinderung haben in den letzten fünf Jahren in unterschiedlichen Alltagssituationen Diskriminierung erlebt, etwa doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung. Damit hat sich die Situation von Menschen mit Behinderung in Bezug auf ihre Diskriminierungserfahrungen im Vergleich zur Vorjahresbefragung nicht verbessert – sie bleibt weiterhin besorgniserregend. So verwundert nicht, dass 76 Prozent der Meinung sind: In Deutschland wird nicht genug gegen Diskriminierung getan. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Online-Umfrage, die die Aktion Mensch am 25. August 2026 veröffentlicht hat.
Barrieren, Ausgrenzung und Vorurteile über alle Lebensbereiche hinweg
Für mehr als ein Viertel der befragten Menschen mit Behinderung ist Diskriminierung ein ständiges Problem – am häufigsten begegnen sie diesem im öffentlichen Raum (68 Prozent), bei der Arbeit (59 Prozent) oder im Kontakt mit Behörden und Ämtern (57 Prozent). "In durchweg allen Lebensbereichen machen Menschen mit Behinderung deutlich mehr diskriminierende Erfahrungen als die Allgemeinbevölkerung. Diese reichen von Mikroaggressionen über herabwürdigende Kommentare bis hin zu fehlender Barrierefreiheit", kommentiert Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, die strukturelle Ungleichheit.
Tiefgreifende Auswirkungen weit über die eigentliche Situation hinaus
Dabei zeigt sich: Die Konsequenzen von Diskriminierung wiegen schwer und beeinflussen die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen, ihr Verhalten und Wohlbefinden. So vermeiden 44 Prozent nach einer erlebten Diskriminierung ähnliche Situationen. Weitere 23 Prozent besuchen ausschließlich Orte, an denen sie keine Ungleichbehandlung erwarten. Und ein Drittel hat die Erfahrungen sogar internalisiert – sie zweifeln nach entsprechenden Vorfällen an ihrem eigenen Wert und kämpfen mit dem Gefühl, nicht zu genügen.
Klima von Angst und Aussichtslosigkeit
Als besonders kritisch zu bewerten ist die Diskrepanz zwischen der Häufigkeit von diskriminierenden Erlebnissen und dem Vertrauen in existierende Schutzmechanismen: "Viele Menschen mit Behinderung fühlen sich nicht sicher genug in der Gesellschaft verankert, um offiziell Beschwerde einzureichen – sie befürchten, dadurch noch mehr Probleme zu bekommen. Oder sie glauben schlicht nicht daran, dass es etwas nützt", so Christina Marx weiter. Ein Appell an bestehende Melde- und Beratungsstellen, ihren Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderung noch stärker als bislang aufzuzeigen und ihre Bekanntheit in der Öffentlichkeit zu steigern. Denn bis dato wissen 37 Prozent der Betroffenen nicht, an wen sie sich im Falle einer Diskriminierung wenden können.
Inklusive Gesellschaft entsteht durch das Engagement aller
Insgesamt sehen 50 Prozent der Befragten den Staat in der Verantwortung, aktiv gegen die Ungleichbehandlung von marginalisierten Gruppen vorzugehen. Als konkrete Lösungsansätze erachtet die Mehrheit der Menschen mit Behinderung etwa präventive Bildungsinitiativen in Schulen und am Arbeitsplatz (59 Prozent), härtere Strafen mitsamt einer besseren Durchsetzung von bestehenden Gesetzen (55 Prozent) sowie den Abbau von Barrieren (54 Prozent). Christina Marx betonte hierzu: "Unsere Studie unterstreicht einmal mehr die dringende Notwendigkeit von politischem, aber auch gesamtgesellschaftlichem Handeln. Die Würde und Rechte von Menschen mit Behinderung müssen in allen Lebensbereichen geschützt werden, Ausgrenzung und Diskriminierung dürfen nicht noch mehr Raum in unserer Gesellschaft einnehmen. Dem entgegenzuwirken ist die Aufgabe jedes einzelnen."
HIntergrund:
Für die Studie "Diskriminierung als Alltagserfahrung" hat die Aktion Mensch in der Zeit vom 2. bis 14. Juli 2026 bundesweit 593 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren online befragt. Die Befragten sind Mitglieder der Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Im gleichen Zeitraum wurde zusätzlich eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe Deutschlands (500 Personen) befragt. Die Studie ist eine Wiederholungsbefragung der erstmals im Jahr 2025 durchgeführten Untersuchung zu Diskriminierung. Weitere Informationen zur Teilhabe-Community gibt's unter:
www.aktion-mensch.de/teilhabe-community
Die vollständige Studie gibt's unter www.aktion-mensch.de/diskriminierung-studie
Weiterführende Informationen rund um das Thema Diskriminierung gibt's zudem im Familienratgeber der Aktion Mensch unter:
www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung
Petitionen für wirksame Gesetzesänderungen
Verbände behinderter Menschen und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen treten seit langem für echte Reformen zum Abbau von Diskriminierungen auf, so zum Beispiel für eine wirksame Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Hierfür liegt dem Deutschen Bundestag ein in vielerlei Hinsicht verbesserungsbedürftiger Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, der voraussichtlich im Herbst 2026 zur Anhörung und Beschlussfassung im Bundestag kommt. Hierfür gibt es eine verbandsübergreifende Petition unter folgendem Link:
Link zur Petition mit dem Titel: Echter Schutz vor Diskriminierung - für ein wirksames Gleichbehandlungsgesetz
Auch das lange diskutierte Behindertengleichstellungsgesetz steht vor einer Reform. Hierfür hat die Bundesregierung ebenfalls einen Gesetzentwurf entwickelt, der bei behinderten Menschen und ihren Verbänden heftige Kritik geerntet hat. Der Gesetzgenwurf wurde bereits in erster Lesung in den Bundestag eingebracht. Zudem fand am 22. Juni 2026 begleitet von massiven Protesten die Anhörung des Bundestages zum Gesetzentwurf statt. Auch dieser Gesetzentwurf steht kurz vor der Verabschiedung und behinderte Menschen und ihre Verbände versuchen bis zuletzt Veränderungen zu erreichen, die einen echten Unterschied für mehr Barrierefreiheit machen. Denn im bisherigen Entwurf werden Unternehmen pauschel davon ausgenommen, Maßnahmen zur Barrierefreiheit und sogar für angemessene Vorkehrungen durchführen zu müssen, weil dies angeblich eine unverhältnismäßige und unbillige Belastung darstelle. Hierzu gibt es ebenfalls eine Petition, die fast 165.000 Unterstützer*innen hat.
Foto: Aktion Mensch e. V.
Bonn (kobinet)
Sechs von zehn Menschen mit Behinderung haben in den letzten fünf Jahren in unterschiedlichen Alltagssituationen Diskriminierung erlebt, etwa doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung. Damit hat sich die Situation von Menschen mit Behinderung in Bezug auf ihre Diskriminierungserfahrungen im Vergleich zur Vorjahresbefragung nicht verbessert – sie bleibt weiterhin besorgniserregend. So verwundert nicht, dass 76 Prozent der Meinung sind: In Deutschland wird nicht genug gegen Diskriminierung getan. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Online-Umfrage, die die Aktion Mensch am 25. August 2026 veröffentlicht hat.
Barrieren, Ausgrenzung und Vorurteile über alle Lebensbereiche hinweg
Für mehr als ein Viertel der befragten Menschen mit Behinderung ist Diskriminierung ein ständiges Problem – am häufigsten begegnen sie diesem im öffentlichen Raum (68 Prozent), bei der Arbeit (59 Prozent) oder im Kontakt mit Behörden und Ämtern (57 Prozent). "In durchweg allen Lebensbereichen machen Menschen mit Behinderung deutlich mehr diskriminierende Erfahrungen als die Allgemeinbevölkerung. Diese reichen von Mikroaggressionen über herabwürdigende Kommentare bis hin zu fehlender Barrierefreiheit", kommentiert Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, die strukturelle Ungleichheit.
Tiefgreifende Auswirkungen weit über die eigentliche Situation hinaus
Dabei zeigt sich: Die Konsequenzen von Diskriminierung wiegen schwer und beeinflussen die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen, ihr Verhalten und Wohlbefinden. So vermeiden 44 Prozent nach einer erlebten Diskriminierung ähnliche Situationen. Weitere 23 Prozent besuchen ausschließlich Orte, an denen sie keine Ungleichbehandlung erwarten. Und ein Drittel hat die Erfahrungen sogar internalisiert – sie zweifeln nach entsprechenden Vorfällen an ihrem eigenen Wert und kämpfen mit dem Gefühl, nicht zu genügen.
Klima von Angst und Aussichtslosigkeit
Als besonders kritisch zu bewerten ist die Diskrepanz zwischen der Häufigkeit von diskriminierenden Erlebnissen und dem Vertrauen in existierende Schutzmechanismen: "Viele Menschen mit Behinderung fühlen sich nicht sicher genug in der Gesellschaft verankert, um offiziell Beschwerde einzureichen – sie befürchten, dadurch noch mehr Probleme zu bekommen. Oder sie glauben schlicht nicht daran, dass es etwas nützt", so Christina Marx weiter. Ein Appell an bestehende Melde- und Beratungsstellen, ihren Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderung noch stärker als bislang aufzuzeigen und ihre Bekanntheit in der Öffentlichkeit zu steigern. Denn bis dato wissen 37 Prozent der Betroffenen nicht, an wen sie sich im Falle einer Diskriminierung wenden können.
Inklusive Gesellschaft entsteht durch das Engagement aller
Insgesamt sehen 50 Prozent der Befragten den Staat in der Verantwortung, aktiv gegen die Ungleichbehandlung von marginalisierten Gruppen vorzugehen. Als konkrete Lösungsansätze erachtet die Mehrheit der Menschen mit Behinderung etwa präventive Bildungsinitiativen in Schulen und am Arbeitsplatz (59 Prozent), härtere Strafen mitsamt einer besseren Durchsetzung von bestehenden Gesetzen (55 Prozent) sowie den Abbau von Barrieren (54 Prozent). Christina Marx betonte hierzu: "Unsere Studie unterstreicht einmal mehr die dringende Notwendigkeit von politischem, aber auch gesamtgesellschaftlichem Handeln. Die Würde und Rechte von Menschen mit Behinderung müssen in allen Lebensbereichen geschützt werden, Ausgrenzung und Diskriminierung dürfen nicht noch mehr Raum in unserer Gesellschaft einnehmen. Dem entgegenzuwirken ist die Aufgabe jedes einzelnen."
HIntergrund:
Für die Studie "Diskriminierung als Alltagserfahrung" hat die Aktion Mensch in der Zeit vom 2. bis 14. Juli 2026 bundesweit 593 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren online befragt. Die Befragten sind Mitglieder der Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Im gleichen Zeitraum wurde zusätzlich eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe Deutschlands (500 Personen) befragt. Die Studie ist eine Wiederholungsbefragung der erstmals im Jahr 2025 durchgeführten Untersuchung zu Diskriminierung. Weitere Informationen zur Teilhabe-Community gibt's unter:
www.aktion-mensch.de/teilhabe-community
Die vollständige Studie gibt's unter www.aktion-mensch.de/diskriminierung-studie
Weiterführende Informationen rund um das Thema Diskriminierung gibt's zudem im Familienratgeber der Aktion Mensch unter:
www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung
Petitionen für wirksame Gesetzesänderungen
Verbände behinderter Menschen und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen treten seit langem für echte Reformen zum Abbau von Diskriminierungen auf, so zum Beispiel für eine wirksame Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Hierfür liegt dem Deutschen Bundestag ein in vielerlei Hinsicht verbesserungsbedürftiger Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, der voraussichtlich im Herbst 2026 zur Anhörung und Beschlussfassung im Bundestag kommt. Hierfür gibt es eine verbandsübergreifende Petition unter folgendem Link:
Link zur Petition mit dem Titel: Echter Schutz vor Diskriminierung - für ein wirksames Gleichbehandlungsgesetz
Auch das lange diskutierte Behindertengleichstellungsgesetz steht vor einer Reform. Hierfür hat die Bundesregierung ebenfalls einen Gesetzentwurf entwickelt, der bei behinderten Menschen und ihren Verbänden heftige Kritik geerntet hat. Der Gesetzgenwurf wurde bereits in erster Lesung in den Bundestag eingebracht. Zudem fand am 22. Juni 2026 begleitet von massiven Protesten die Anhörung des Bundestages zum Gesetzentwurf statt. Auch dieser Gesetzentwurf steht kurz vor der Verabschiedung und behinderte Menschen und ihre Verbände versuchen bis zuletzt Veränderungen zu erreichen, die einen echten Unterschied für mehr Barrierefreiheit machen. Denn im bisherigen Entwurf werden Unternehmen pauschel davon ausgenommen, Maßnahmen zur Barrierefreiheit und sogar für angemessene Vorkehrungen durchführen zu müssen, weil dies angeblich eine unverhältnismäßige und unbillige Belastung darstelle. Hierzu gibt es ebenfalls eine Petition, die fast 165.000 Unterstützer*innen hat.





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