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Wie geht „ein wahrhaftiges Sprechen“ über das menschliche Leiden in der Hitzekatastrophe

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Quälend lange Wochen seit Beginn dieses Hitzekatastrophensommers mit Höchsttemperaturen um die 40 Grad hat es gebraucht, bis Stimmen aus der behindertenpolitischen Interessenvertretung etwas darüber haben verlauten lassen. Obgleich ihre "Klientel", behinderte Menschen, zu den Hauptbetroffenen und Leidtragenden zählen. Und was nun endlich über die Ausmaße dieser Katastrophe und das menschliche Leiden von dort verlautet, sind oft genug auch bloße Verlautbarungen. Mit Daten und Fakten über mangelnden Hitzeschutz insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Hinweise auf entsprechende "Stellschrauben", mittels derer "Sofortmaßnahmen" in Sachen Hitzeschutz auf den Weg gebracht werden müssten. Ein nüchtern objektiver Berichterstattungsduktus der die Drastik der katastrophischen Ereignisse und deren menschliche Leidensdramatik nicht annähernd wiedergibt und damit auch ihrem Wahrheitsanspruch letztlich nicht gerecht wird. Die Dimension der Tragödie kommt so gut wie nicht zum Ausdruck.

So liest sich etwas Andrea Schönes knappe Zusammenfassung der Faktenlage zum "Thema Hitze" in der taz wie journalistische Buchhalterprosa, in der die real erlebten Schmerzen und Leiden so vieler keinerlei Spur hinterlassen haben. So dass im Endeffekt der irreführende Eindruck entsteht, mit entschlossenen Sofortmaßnahmen und konsequentem Hitzeschutz ließe sich das alles schon wieder ins Lot bringen.

Ein wahrhaftiges Sprechen darüber oder "Wahr-Sprechen" (so Michelle Foucault) geht anders. Luisa Neubauer beispielsweise hat es vorgemacht mit ihrer öffentlichen Kritik am empathielosen Schweigen großer Teile der Politik zur manifesten Leidenserfahrung, wie sie für so viele Menschen, vor allem aus sozial benachteiligten und vulnerablen Gruppen, mit dem hitzebedingten Ausnahme-Extremzustand einhergeht. Keine Reaktion des Kanzlers oder aus dessen Umfeld zu den inzwischen über 12000 Hitzetoten in Deutschland, so die Klimaaktivistin. "Keine Reaktion, kein Wort, nicht mal mehr ein Instergram-Statement vom Kanzler, das find ich persönlich erschütternd, nicht nur politisch, sondern eben auch in der Haltung, in der Frage, wie zeigt man gerade Menschlichkeit in diesen Krisen, das ist schon für mich und für viele andere Menschen in diesem Land eine ernsthafte Enttäuschung." Das Fehlen "jeder angemessenen Haltung und Reaktion" auf die "unglaublichen menschlichen Tragödien die wir sehen", mache sie fassungslos (so im Deutschlandfunk-Gespräch). - Doch hört selber, hier der Link

https://www.deutschlandfunk.de/5-jahre-weltklimabericht-der-uno-wo-bleibt-der-hitzeplan-luisa-neubauer-100.html

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