Staufen (kobinet)
Menschen mit Behinderung leiden besonders unter der Hitze.
Eine Behinderung macht manche Dinge im Leben schwerer.
Menschen mit Behinderung brauchen oft mehr Unterstützung.
Die Behinderten-Politik hat lange geschwiegen.
Behinderten-Politik bedeutet: Der Staat macht Regeln für Menschen mit Behinderung.
Diese Regeln sollen das Leben leichter machen.
Es war ein sehr heißer Sommer.
Die Temperaturen stiegen bis auf 40 Grad.
Viele Wochen lang war es so heiß.
Das ist eine Kata-strophe.
Eine Kata-strophe ist ein sehr großes Un-Glück.
Viele Menschen werden dabei verletzt oder sterben.
Erst nach langer Zeit sprach die Behinderten-Politik darüber.
Die Aussagen waren nüchterne Fakten.
Nüchterne Fakten bedeutet: Die Aussagen waren kalt und ohne Gefühl.
Es gab nur Zahlen und Daten.
Die Aussagen zeigten nicht das wirkliche Leid.
Leid bedeutet: Ein Mensch hat großen Schmerz oder großen Kummer.
Es gab Zahlen über zu wenig Hitze-Schutz.
Das echte Leid der Menschen fehlte darin.
Andrea Schöne ist Journalistin.
Eine Journalistin schreibt Berichte für Zeitung, Radio oder Internet.
Sie schrieb in der Zeitung taz über die Hitze.
Ihr Text zeigte keine echten Gefühle.
Er nannte nur Zahlen und Fakten.
Die echten Schmerzen der Menschen fehlten darin.
Der Text zeigte nicht die ganze Wahrheit.
Er wirkte so: Alles wird schnell besser.
Dafür brauche man nur schnelle Maß-nahmen.
Maß-nahmen sind feste Schritte, um etwas zu erreichen.
Zum Beispiel: Eine neue Regel einführen.
Aber so einfach ist es nicht.
Das Leid vieler Menschen ist sehr groß.
Manche Menschen sprechen offen darüber.
Eine davon ist Luisa Neubauer.
Luisa Neubauer ist Klima-Aktivistin.
Klima ist das Wetter über viele Jahre.
Eine Klima-Aktivistin kämpft dafür, dass die Erde nicht zu heiß wird.
Sie will, dass Menschen und Tiere sicher leben können.
Luisa Neubauer hat Kritik geübt.
Kritik bedeutet: Man sagt, dass etwas nicht gut ist.
Man benennt die Probleme.
Sie hat laut gesagt, was falsch läuft.
Sie kritisierte das Schweigen der Politik.
Viele Politiker zeigten kein Mit-gefühl für die Leidenden.
Mit-gefühl bedeutet: Du verstehst die Gefühle anderer Menschen.
Leidende sind Menschen, denen es sehr schlecht geht.
Sie haben Schmerzen oder großen Kummer.
In Deutschland starben über 12.000 Menschen durch die Hitze.
Der Bundes-Kanzler sagte dazu nichts.
Kein einziges Wort kam von ihm.
Luisa Neubauer findet das erschütternd.
Erschütternd bedeutet: Etwas macht einen sehr traurig und betroffen.
Man kann kaum glauben, dass es passiert ist.
Sie sagte im Radio-Sender Deutsch-land-funk:
Es gibt keine richtige Antwort auf das Leid der Menschen.
Niemand sagt: Das ist eine Tra-gödie.
Eine Tra-gödie ist ein sehr schlimmes und trauriges Ereignis.
Viele Menschen leiden dabei sehr.
Die Politik erkennt das Leid der Menschen nicht an.
Das macht Luisa Neubauer fassungslos.
Fassungslos bedeutet: Man weiß nicht, was man sagen soll.
Man ist so erschrocken, dass man schweigt.
Hier kannst du das Gespräch mit Luisa Neubauer hören:
Zum Gespräch mit Luisa Neubauer beim Deutsch-land-funk
Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Quälend lange Wochen seit Beginn dieses Hitzekatastrophensommers mit Höchsttemperaturen um die 40 Grad hat es gebraucht, bis Stimmen aus der behindertenpolitischen Interessenvertretung etwas darüber haben verlauten lassen. Obgleich ihre "Klientel", behinderte Menschen, zu den Hauptbetroffenen und Leidtragenden zählen. Und was nun endlich über die Ausmaße dieser Katastrophe und das menschliche Leiden von dort verlautet, sind oft genug auch bloße Verlautbarungen. Mit Daten und Fakten über mangelnden Hitzeschutz insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Hinweise auf entsprechende "Stellschrauben", mittels derer "Sofortmaßnahmen" in Sachen Hitzeschutz auf den Weg gebracht werden müssten. Ein nüchtern objektiver Berichterstattungsduktus der die Drastik der katastrophischen Ereignisse und deren menschliche Leidensdramatik nicht annähernd wiedergibt und damit auch ihrem Wahrheitsanspruch letztlich nicht gerecht wird. Die Dimension der Tragödie kommt so gut wie nicht zum Ausdruck.
So liest sich etwas Andrea Schönes knappe Zusammenfassung der Faktenlage zum "Thema Hitze" in der taz wie journalistische Buchhalterprosa, in der die real erlebten Schmerzen und Leiden so vieler keinerlei Spur hinterlassen haben. So dass im Endeffekt der irreführende Eindruck entsteht, mit entschlossenen Sofortmaßnahmen und konsequentem Hitzeschutz ließe sich das alles schon wieder ins Lot bringen.
Ein wahrhaftiges Sprechen darüber oder "Wahr-Sprechen" (so Michelle Foucault) geht anders. Luisa Neubauer beispielsweise hat es vorgemacht mit ihrer öffentlichen Kritik am empathielosen Schweigen großer Teile der Politik zur manifesten Leidenserfahrung, wie sie für so viele Menschen, vor allem aus sozial benachteiligten und vulnerablen Gruppen, mit dem hitzebedingten Ausnahme-Extremzustand einhergeht. Keine Reaktion des Kanzlers oder aus dessen Umfeld zu den inzwischen über 12000 Hitzetoten in Deutschland, so die Klimaaktivistin. "Keine Reaktion, kein Wort, nicht mal mehr ein Instergram-Statement vom Kanzler, das find ich persönlich erschütternd, nicht nur politisch, sondern eben auch in der Haltung, in der Frage, wie zeigt man gerade Menschlichkeit in diesen Krisen, das ist schon für mich und für viele andere Menschen in diesem Land eine ernsthafte Enttäuschung." Das Fehlen "jeder angemessenen Haltung und Reaktion" auf die "unglaublichen menschlichen Tragödien die wir sehen", mache sie fassungslos (so im Deutschlandfunk-Gespräch). - Doch hört selber, hier der Link
Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Quälend lange Wochen seit Beginn dieses Hitzekatastrophensommers mit Höchsttemperaturen um die 40 Grad hat es gebraucht, bis Stimmen aus der behindertenpolitischen Interessenvertretung etwas darüber haben verlauten lassen. Obgleich ihre "Klientel", behinderte Menschen, zu den Hauptbetroffenen und Leidtragenden zählen. Und was nun endlich über die Ausmaße dieser Katastrophe und das menschliche Leiden von dort verlautet, sind oft genug auch bloße Verlautbarungen. Mit Daten und Fakten über mangelnden Hitzeschutz insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Hinweise auf entsprechende "Stellschrauben", mittels derer "Sofortmaßnahmen" in Sachen Hitzeschutz auf den Weg gebracht werden müssten. Ein nüchtern objektiver Berichterstattungsduktus der die Drastik der katastrophischen Ereignisse und deren menschliche Leidensdramatik nicht annähernd wiedergibt und damit auch ihrem Wahrheitsanspruch letztlich nicht gerecht wird. Die Dimension der Tragödie kommt so gut wie nicht zum Ausdruck.
So liest sich etwas Andrea Schönes knappe Zusammenfassung der Faktenlage zum "Thema Hitze" in der taz wie journalistische Buchhalterprosa, in der die real erlebten Schmerzen und Leiden so vieler keinerlei Spur hinterlassen haben. So dass im Endeffekt der irreführende Eindruck entsteht, mit entschlossenen Sofortmaßnahmen und konsequentem Hitzeschutz ließe sich das alles schon wieder ins Lot bringen.
Ein wahrhaftiges Sprechen darüber oder "Wahr-Sprechen" (so Michelle Foucault) geht anders. Luisa Neubauer beispielsweise hat es vorgemacht mit ihrer öffentlichen Kritik am empathielosen Schweigen großer Teile der Politik zur manifesten Leidenserfahrung, wie sie für so viele Menschen, vor allem aus sozial benachteiligten und vulnerablen Gruppen, mit dem hitzebedingten Ausnahme-Extremzustand einhergeht. Keine Reaktion des Kanzlers oder aus dessen Umfeld zu den inzwischen über 12000 Hitzetoten in Deutschland, so die Klimaaktivistin. "Keine Reaktion, kein Wort, nicht mal mehr ein Instergram-Statement vom Kanzler, das find ich persönlich erschütternd, nicht nur politisch, sondern eben auch in der Haltung, in der Frage, wie zeigt man gerade Menschlichkeit in diesen Krisen, das ist schon für mich und für viele andere Menschen in diesem Land eine ernsthafte Enttäuschung." Das Fehlen "jeder angemessenen Haltung und Reaktion" auf die "unglaublichen menschlichen Tragödien die wir sehen", mache sie fassungslos (so im Deutschlandfunk-Gespräch). - Doch hört selber, hier der Link





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