BERLIN (kobinet)
Eine Gruppe von 4 Menschen hat Belarus besucht.
Die Gruppe kam aus Deutschland.
Die Gruppe gehört zu 2 Vereinen.
Der erste Verein heißt:
Allgemeiner Behinderten-Verband in Deutschland e.V.
Kurz: ABiD.
Der zweite Verein heißt:
ABiD-Institut Behinderung und Partizipation e.V.
Kurz: IBuP.
Partizipation bedeutet: Mit-machen und dabei sein.
Du kannst bei etwas mit-machen und mit-bestimmen.
Die Gruppe hat 2 Städte besucht.
Die Städte heißen Minsk und Witebsk.
Beide Städte liegen in Belarus.
Belarus ist ein Land in Ost-Europa.
Ein Verein aus Belarus hat die Gruppe eingeladen.
Der Verein heißt Belarussische Gesellschaft für Menschen mit Behinderung.
Kurz: BelOI.
ABiD und BelOI kennen sich seit fast 20 Jahren.
Sie helfen sich gegenseitig.
Im Jahr 2023 haben beide Vereine einen neuen Vertrag unterschrieben.
Ein Vertrag ist ein wichtiges Papier.
Darin steht, was 2 oder mehr Gruppen gemeinsam machen wollen.
Der Vertrag sagt:
Die Vereine machen gemeinsame Veranstaltungen.
Eine Veranstaltung ist ein Treffen für viele Menschen.
Alle kommen an einem Ort zusammen.
Sie arbeiten in den Bereichen Kultur, Sport und Reha zusammen.
Reha ist kurz für Rehabilitation.
Reha bedeutet: Übungen und Hilfen für mehr Selbst-ständigkeit.
Selbst-ständig bedeutet: Du kannst viele Dinge alleine machen.
Sie tauschen Erfahrungen aus.
Das Thema ist die UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
UN bedeutet: Vereinte Nationen.
Das sind 193 Länder, die zusammen arbeiten.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein wichtiges Gesetz.
Es schützt die Rechte von Menschen mit Behinderung weltweit.
BelOI lud ABiD zu einem Festival ein.
Das Festival heißt Igor-Lutschenok-Festival.
Das Festival ist nach einem bekannten Musiker benannt.
Sein Name war Igor Lutschenok.
Ein Festival ist ein großes Fest mit Musik und Vorführungen.
Viele Menschen kommen zusammen und feiern.
Es fand zum 19. Mal statt.
Beim Festival zeigen Menschen mit Behinderung ihre Kunst.
Das Festival fand in Witebsk statt.
Es begann am 18. Juni 2026.
Der Ort war der Kultur-Palast der Eisenbahner.
Ein Kultur-Palast ist ein großes Gebäude für Veranstaltungen.
Eisenbahner sind Menschen, die bei der Eisenbahn arbeiten.
152 Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung haben mitgemacht.
Das Festival war bunt und fröhlich.
Es gab einen bunten Umzug.
Es gab Stände mit Kunst und Handwerk.
Handwerk bedeutet: Menschen stellen Dinge mit den Händen her.
Zum Beispiel Schreiner, Bäcker oder Klempner.
Viele Menschen haben sich dort getroffen.
Sie haben ihre Kunst gezeigt.
Sie haben neue Freunde gefunden.
Auch Deutschland war beim Festival dabei.
Der Künstler Phil Hubbe kommt aus Magdeburg.
Er zeichnet Cartoons.
Ein Cartoon ist ein lustiges gezeichnetes Bild.
Das Bild zeigt oft eine Botschaft oder einen Witz.
3 seiner Bilder wurden im Foyer ausgestellt.
Ein Foyer ist der Eingangs-Bereich eines Gebäudes.
Man betritt es zuerst, wenn man das Gebäude betritt.
Phil Hubbe war zum Festival-Zeitpunkt krank.
Deshalb konnte er nicht nach Witebsk reisen.
Phil Hubbe zeichnet seit vielen Jahren Cartoons.
Seine Cartoons zeigen den Alltag von Menschen mit Behinderung.
Er zeigt Situationen mit Humor.
Humor bedeutet: Man sieht etwas auf eine lustige Art.
Man kann über sich selbst und das Leben lachen.
Er zeigt auch Widersprüche im Alltag.
Widersprüche sind Dinge, die nicht zusammenpassen.
Am Ende des Festivals gab es ein großes Konzert.
Bei einem Konzert spielen Musikerinnen und Musiker live Musik.
Die Gewinner des Festivals traten auf.
Das Konzert fand auf einer Frei-Luft-Bühne statt.
Die Bühne liegt am Goldenen Ring in Witebsk.
Der Goldene Ring ist ein großer, bekannter Platz in Witebsk.
Die deutsche Gruppe hat in Minsk noch etwas anderes besucht.
Sie haben die Geschichts-Werkstatt Leonid Lewin besucht.
Eine Geschichts-Werkstatt ist ein Ort zum Lernen über Geschichte.
Menschen erinnern sich dort an wichtige Ereignisse.
Die Geschichts-Werkstatt gehört zum IBB Minsk.
IBB bedeutet: Internationales Bildungs- und Begegnungs-Zentrum Johannes Rau.
International bedeutet: aus vielen verschiedenen Ländern.
Ein Bildungs-Zentrum ist ein Ort, an dem Menschen lernen können.
Ein Begegnungs-Zentrum ist ein Ort zum Treffen.
Dort kommen Menschen zusammen und verbringen Zeit miteinander.
Die Geschichts-Werkstatt wird gerade neu gebaut.
Deutschland gibt Geld für den Neu-Bau.
Die Werkstatt erinnert an den Holocaust.
Holocaust bedeutet: Die Nazis haben sehr viele Juden ermordet.
Das geschah in Europa.
Es war eines der schlimmsten Verbrechen der Geschichte.
Die Nazis haben auch in Belarus sehr viele Menschen ermordet.
In Minsk gab es früher ein Ghetto.
Ein Ghetto ist ein abgesperrter Bereich in einer Stadt.
Die Nazis haben Juden mit Gewalt dort hinein gesperrt.
Die Menschen durften den Bereich nicht verlassen.
Das Ghetto in Minsk existierte von 1941 bis 1943.
Mehr als 100.000 Menschen wurden dort eingesperrt.
Nur sehr wenige haben überlebt.
Im Jahr 2003 wurde die Geschichts-Werkstatt eröffnet.
Sie wurde in einem alten Holz-Haus gebaut.
Das Haus steht am Rand eines früheren jüdischen Friedhofs.
Die Werkstatt ist ein Ort der Erinnerung.
Überlebende des Holocaust und ihre Familien kommen dorthin.
Seit 2024 wird das Haus erneuert.
Das Haus ist fast 100 Jahre alt.
Die Reise nach Belarus war wichtig für die deutsche Gruppe.
Sie haben das Festival von BelOI erlebt.
Sie haben viele Teilnehmende getroffen.
Sie haben gelernt, wie Kunst Menschen mit Behinderung stärken kann.
Das nennt man auch Empowerment.
Empowerment bedeutet: Menschen ermutigen und stärken.
Du entscheidest für dich selbst.
Niemand anders entscheidet für dich.
Foto: André Nowak
BERLIN (kobinet)
Eine vierköpfige Delegation des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (ABiD) und des ABiD-Instituts Behinderung & Partizipation e.V. (IB&P) besuchte im Juni 2026 auf Einladung der Belarussischen Gesellschaft für Menschen mit Behinderung (BelOI) zum Erfahrungsaustausch die Sädte Minsk und Witebsk (belarussisch: Wizebsk). Seit fast zwei Jahrzehnten besteht die Zusammenarbeit zwischen ABiD und BelOI. Im Jahr 2023 haben beide Dachverbände sowie das IB&P einen neuen Vertrag in Minsk unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarung sieht die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Projekte in den Bereichen Kultur, Sport und Rehabilitation sowie den Austausch von Erfahrungen und Informationen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor.
Auf dieser Grundlage erfolgte die Einladung von BelOI nach Witebsk zum XIX. Internationalen Igor-Lutschenok-Festival für das Schaffen von Menschen mit Behinderungen, das der BelOI-Zentralvorstand jedes Jahr für seine regionalen Mitgliedsorganisationen während des großen Witebsker Kunstfestivals "Slawjanski Basar" organisiert. Das inzwischen 35. Internationale Kunstfestival erfreut sich in Belarus, Russland und angrenzenden Ländern großer Beliebtheit. Es ist ein auf dem gesamten Gebiet der Stadt stattfindendes Kultur- und Kreativitätsfest, das jeden freien Platz im städtischen Raum füllt und zu dem sich Künstlerinnen und Künstler aus 26 Ländern angemeldet hatten.
Ein farbenfroher Umzug der BelOI-Teilnehmenden, aufgebaute Stände mit Kunsthandwerk, kreative Plattformen und eine freudige Atmosphäre - genau so begann dann am 18. Juni das XIX. Internationale Igor-Lutschenok-Festival für das Schaffen von Menschen mit Behinderungen «Witebsk-2026» im Kulturpalast der Eisenbahner. Das Festival ist längst weit mehr als nur ein Wettbewerb. Für viele Teilnehmende ist es ein lang ersehntes Treffen mit Freunden, eine Gelegenheit, ihre Erfolge zu präsentieren und Gleichgesinnte kennenzulernen. Auf die obligatorischen Ansprachen folgte das ganztägige Programm des Wettbewerbs auf der großen Bühne des Hauses, an dem insgesamt 152 Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung teilnahmen. Eine deutsche Beteiligung am Wettbewerb gab es auch: Drei Bilder des Magdeburger Cartoonzeichners Phil Hubbe waren in der Kategorie "Bildende Kunst" angemeldet und wurden im Foyer ausgestellt – der Künstler selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Witebsk kommen. Phil Hubbe setzt sich in seinen Cartoons seit vielen Jahren mit dem Alltag von Menschen mit Behinderungen auseinander. Seine Zeichnungen zeigen Situationen, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für die Widersprüche des Alltags.
Das Abschluss-Galakonzert der Preisträger fand dann auf der Freilichtbühne am kulturhistorischen Goldenen Ring in Witebsk statt.
Die Besucher aus Deutschland hatten zudem die Möglichkeit, die sich noch im Umbau befindende Geschichtswerkstatt "Leonid Lewin" des Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk (IBB) mit einer Sonderführung zu besuchen. Die Werkstatt wird gerade 22 Jahre nach ihrer Gründung mit finanzieller öffentlicher Förderung aus Deutschland rekonstruiert und damit als modernes Bildungs- und Forschungszentrum zur Geschichte des Holocausts und anderer NS-Verbrechen in Belarus gesichert. Das Gebäude, ursprünglich in Holzbauweise errichtet, befindet sich am Rande des früheren jüdischen Friedhofs. Das Minsker Ghetto existierte vom 20. Juli 1941 bis 23. Oktober 1943, mehr als 100.000 Menschen wurden dort interniert. Nur wenige haben überlebt.
Im März 2003 gelang es, in diesem historischen Gebäude die Geschichtswerkstatt als Ort der gemeinsamen Erinnerung einzurichten. Die Geschichtswerkstatt entwickelte sich zu einem zentralen Treffpunkt für Überlebende des Holocaust und ihre Nachkommen. Seit Herbst 2024 wird nun das fast 100 Jahre alte Haus in enger Abstimmung mit der Minsker Architektin Galina Lewina (der Tochter des Ausnahme-Künstlers und Mitgründers der Geschichtswerkstatt Minsk, Leonid Lewin) und Alexander Dalhouski, stellvertretender Leiter der Geschichtswerkstatt, von Grund auf erneuert.
Für die deutsche Delegation bot die Einladung des Belarussischen Behindertenverbandes nach Witebsk die Möglichkeit, das von BelOI organisierte "Festivals der Gleichen" kennenzulernen und viele seiner Teilnehmenden zu erleben sowie die Festivalatmosphäre vor Ort in Witebsk zu erfahren. Die Delegationsteilnehmer haben erlebt und gelernt, wie Inklusions- und Bestärkungsarbeit über Kunst und Kultur als "Empowerment" für Menschen mit Behinderung im Rahmen eines Festivals unter Einbindung in eine öffentliche Großveranstaltung erfolgen kann.
Foto: André Nowak
BERLIN (kobinet)
Eine vierköpfige Delegation des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (ABiD) und des ABiD-Instituts Behinderung & Partizipation e.V. (IB&P) besuchte im Juni 2026 auf Einladung der Belarussischen Gesellschaft für Menschen mit Behinderung (BelOI) zum Erfahrungsaustausch die Sädte Minsk und Witebsk (belarussisch: Wizebsk). Seit fast zwei Jahrzehnten besteht die Zusammenarbeit zwischen ABiD und BelOI. Im Jahr 2023 haben beide Dachverbände sowie das IB&P einen neuen Vertrag in Minsk unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarung sieht die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Projekte in den Bereichen Kultur, Sport und Rehabilitation sowie den Austausch von Erfahrungen und Informationen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor.
Auf dieser Grundlage erfolgte die Einladung von BelOI nach Witebsk zum XIX. Internationalen Igor-Lutschenok-Festival für das Schaffen von Menschen mit Behinderungen, das der BelOI-Zentralvorstand jedes Jahr für seine regionalen Mitgliedsorganisationen während des großen Witebsker Kunstfestivals "Slawjanski Basar" organisiert. Das inzwischen 35. Internationale Kunstfestival erfreut sich in Belarus, Russland und angrenzenden Ländern großer Beliebtheit. Es ist ein auf dem gesamten Gebiet der Stadt stattfindendes Kultur- und Kreativitätsfest, das jeden freien Platz im städtischen Raum füllt und zu dem sich Künstlerinnen und Künstler aus 26 Ländern angemeldet hatten.
Ein farbenfroher Umzug der BelOI-Teilnehmenden, aufgebaute Stände mit Kunsthandwerk, kreative Plattformen und eine freudige Atmosphäre - genau so begann dann am 18. Juni das XIX. Internationale Igor-Lutschenok-Festival für das Schaffen von Menschen mit Behinderungen «Witebsk-2026» im Kulturpalast der Eisenbahner. Das Festival ist längst weit mehr als nur ein Wettbewerb. Für viele Teilnehmende ist es ein lang ersehntes Treffen mit Freunden, eine Gelegenheit, ihre Erfolge zu präsentieren und Gleichgesinnte kennenzulernen. Auf die obligatorischen Ansprachen folgte das ganztägige Programm des Wettbewerbs auf der großen Bühne des Hauses, an dem insgesamt 152 Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung teilnahmen. Eine deutsche Beteiligung am Wettbewerb gab es auch: Drei Bilder des Magdeburger Cartoonzeichners Phil Hubbe waren in der Kategorie "Bildende Kunst" angemeldet und wurden im Foyer ausgestellt – der Künstler selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Witebsk kommen. Phil Hubbe setzt sich in seinen Cartoons seit vielen Jahren mit dem Alltag von Menschen mit Behinderungen auseinander. Seine Zeichnungen zeigen Situationen, selbstironisch und mit einem feinen Gespür für die Widersprüche des Alltags.
Das Abschluss-Galakonzert der Preisträger fand dann auf der Freilichtbühne am kulturhistorischen Goldenen Ring in Witebsk statt.
Die Besucher aus Deutschland hatten zudem die Möglichkeit, die sich noch im Umbau befindende Geschichtswerkstatt "Leonid Lewin" des Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk (IBB) mit einer Sonderführung zu besuchen. Die Werkstatt wird gerade 22 Jahre nach ihrer Gründung mit finanzieller öffentlicher Förderung aus Deutschland rekonstruiert und damit als modernes Bildungs- und Forschungszentrum zur Geschichte des Holocausts und anderer NS-Verbrechen in Belarus gesichert. Das Gebäude, ursprünglich in Holzbauweise errichtet, befindet sich am Rande des früheren jüdischen Friedhofs. Das Minsker Ghetto existierte vom 20. Juli 1941 bis 23. Oktober 1943, mehr als 100.000 Menschen wurden dort interniert. Nur wenige haben überlebt.
Im März 2003 gelang es, in diesem historischen Gebäude die Geschichtswerkstatt als Ort der gemeinsamen Erinnerung einzurichten. Die Geschichtswerkstatt entwickelte sich zu einem zentralen Treffpunkt für Überlebende des Holocaust und ihre Nachkommen. Seit Herbst 2024 wird nun das fast 100 Jahre alte Haus in enger Abstimmung mit der Minsker Architektin Galina Lewina (der Tochter des Ausnahme-Künstlers und Mitgründers der Geschichtswerkstatt Minsk, Leonid Lewin) und Alexander Dalhouski, stellvertretender Leiter der Geschichtswerkstatt, von Grund auf erneuert.
Für die deutsche Delegation bot die Einladung des Belarussischen Behindertenverbandes nach Witebsk die Möglichkeit, das von BelOI organisierte "Festivals der Gleichen" kennenzulernen und viele seiner Teilnehmenden zu erleben sowie die Festivalatmosphäre vor Ort in Witebsk zu erfahren. Die Delegationsteilnehmer haben erlebt und gelernt, wie Inklusions- und Bestärkungsarbeit über Kunst und Kultur als "Empowerment" für Menschen mit Behinderung im Rahmen eines Festivals unter Einbindung in eine öffentliche Großveranstaltung erfolgen kann.





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