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„Keine Angst“ – ist militante „Gegenwehr“ als Antwort auf die Gewalt von „Faschos“ zielführend?

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

"Keine Angst", den Antifa-Rap des Comedian Danger Dan (gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit uraufgeführt) und kurzfristig von der ZDF-Intendanz aus der Sendung "Die Anstalt" herausgenommen, gecancelt, gibt es jetzt (vorgestellt im Berliner Columbia Theater vor großen Publikum) auf Youtube. – Ich habe es mir angehört, die Beiträge auf der Veranstaltung und das Lied von Danger Dan am Ende haben mich aufgewühlt und mich zugleich innerlich gespalten und ratlos zurückgelassen. Wozu die zeitliche Nähe zum Anschlag auf den CSD noch beigetragen hat.



Der Aufruf zu militanter Gegenwehr richtet sich auch an von "Fascho-Gewalt" bedrohte Behinderte

Tatsächliche und potentielle Opfergruppen faschistischer Gewalt sollen (so kommt die Botschaft bei mir an) zurückschlagen, wo Polizei und Staat dies nicht tun, nicht zur Stelle sind, ausfallen (wie vielerorts in Ostdeutschland). Danger Dans flammender Appell "keine Angst" intendiert ein angstbefreiendes Empowerment zu einer "solidarischen Gegenwehr" (so eine Anwältin auf der Veranstaltung), von anderer Qualität, anderem Kaliber als beispielsweise das "Flagge zeigen" mittels Parolen wie "wir sind die Brandmauer" der "Krüppel gegen Rechts". – Doch ist diese Antifa-Militanz zielführend? Geeignet, rechte und faschistische Gewalt zu stoppen, die AfD kleinzumachen?

Oder riskiert die auch Gegengewalt nicht ausschließende "Gegenwehr" ("wir werden sie langlegen", heißt es im Lied) eine Gewaltspirale? Bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Szenarien. Und verleitet uns selber womöglich zu menschenfeindlichen, tendenziell faschistischen Methoden und Aktionen. Mit Äußerungen wie " Faschos in ihre Rattenlöcher zurückdrängen" betritt man meines Erachtens das sprachliche No-Go eines antifaschistischen Fascho-Sprechs! – Diese Art Militanz und Aktionismus bewirkt bei mir nicht "keine Angst", im Gegenteil, sie beängstigt mich und ihre Gedankenlosigkeit bestürzt mich. Eine noch so gut gemeinte politische Praxis ohne Reflexion (insbesondere des inflationären Gebrauchs der Feindstereotype "Fascho, Faschist, Nazi") droht alles nur schlimmer zu machen. Meine Gedanken dazu, was ich mir als reflektierte Alternative zu sowohl reflexionsloser Militanz als auch einem politisch wirkungslosen Nachbeten stumpfer Parolen ("wir sind die Brandmauer") vorstelle, habe ich in der Kolumne "Bitte sehr Herr Höcke, soll man Rechten zuhören" skizziert. https://kobinet-nachrichten.org/2026/05/27/bitte-sehr-herr-hoecke-soll-man-rechten-zuhoeren/

Link zu Youtube mit Danger Dan und Igor Levit https://www.youtube.com/watch?v=IpelQSw1Cww

Zum Bild: stirnrunzelnd auf den Antifa-Rapper Danger Dan

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