Unna (kobinet)
Hubert Hüppe war von 2009 bis 2013 Behinderten-Anwalt der Bundes-Regierung.
Er hat die Rechte von Menschen mit Behinderungen vertreten.
Er hat sich für inklusive Bildung eingesetzt.
Inklusive Bildung bedeutet: Alle Kinder lernen gemeinsam in einer Schule.
Das steht in Artikel 24 der UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Vertrag zum Schutz von Menschen mit Behinderungen.
Viele Länder haben diesen Vertrag unterschrieben.
Hubert Hüppe hat damals mit der Robert-Bosch-Stiftung zusammengearbeitet.
Eine Stiftung ist eine Organisation mit viel Geld.
Sie gibt das Geld für gute Zwecke aus.
Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schul-Preis.
Beim Deutschen Schul-Preis werden besonders gute Schulen ausgezeichnet.
Jetzt ist Hubert Hüppe sehr überrascht.
Er hat in einer Zeitung gelesen: Eine Förder-Schule steht auf der Liste der besten 20 Schulen.
Eine Förder-Schule ist eine besondere Schule.
Dort lernen Kinder, die mehr Hilfe brauchen.
Diese Schule heißt Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule.
Sie liegt im Kreis Unna.
Hubert Hüppe hat der Robert-Bosch-Stiftung eine Mail geschrieben.
Er hat diese Mail auch an die Kobinet-Nachrichten geschickt.
Die Kobinet-Nachrichten sind eine Zeitung im Internet.
Sie berichten über Themen rund um Behinderungen.
Hubert Hüppe kämpft weiter für Inklusion.
Das schreibt er in seiner Mail.
Er ist im Schul-Ausschuss des Kreises Unna.
Ein Schul-Ausschuss ist eine Gruppe von gewählten Menschen.
Sie entscheiden gemeinsam über wichtige Schul-Themen im Kreis.
Der Kreis Unna ist der Träger dieser Förder-Schule.
Träger bedeutet: Der Kreis Unna ist verantwortlich für die Schule.
Immer mehr Schüler gehen nicht in normale Schulen.
Das beobachtet Hubert Hüppe.
Er nennt das: ausgesondert werden.
Viele Kreise bauen neue Sonder-Schulen.
Eine Sonder-Schule ist eine besondere Schule.
Dort lernen Kinder mit Behinderung getrennt von anderen Kindern.
Das kostet sehr viel Geld.
Hubert Hüppe nennt das einen Rück-Schritt.
Er benutzt dafür das englische Wort Rollback.
Rollback bedeutet: Es geht zurück statt vorwärts.
Hubert Hüppe wollte wissen: Was passiert mit den Schülern nach der Schule?
Er hat beim Schul-Amt nachgefragt.
Schul-Abgänger sind Schüler, die die Schule gerade beendet haben.
Das Schul-Amt hat geantwortet: Fast alle gehen in eine Werk-Statt für Menschen mit Behinderungen.
Eine Werk-Statt für Menschen mit Behinderungen ist ein besonderer Arbeits-Ort.
Dort arbeiten Menschen, die sonst keine Arbeit finden.
Kein einziger Schüler hat eine normale Arbeit gefunden.
Hubert Hüppe schreibt weiter in seiner Mail.
Er hat vor 2 Jahren etwas im Kreis-Tag erreicht.
Der Kreis-Tag ist die Versammlung der gewählten Volks-Vertreter im Kreis Unna.
Sie treffen dort wichtige Entscheidungen für den Kreis.
Die Kreis-Verwaltung hat damals Praktikums-Plätze angeboten.
Die Kreis-Verwaltung ist das Büro des Kreises Unna.
Diese Praktikums-Plätze waren für Schüler mit Behinderungen.
Ein Praktikum bedeutet: Du arbeitest eine kurze Zeit an einem Ort.
Du lernst dabei einen Beruf kennen.
Das Angebot ging an alle 5 Förder-Schulen des Kreises.
Die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule hat nicht einmal geantwortet.
Hubert Hüppe ist sehr enttäuscht von der Robert-Bosch-Stiftung.
Er fragt: Warum hat die Stiftung diese Förder-Schule ausgewählt?
Die Robert-Bosch-Stiftung arbeitet mit der Deutschen UNESCO-Kommission zusammen.
UNESCO ist eine Organisation der Vereinten Nationen.
Sie setzt sich weltweit für Bildung und Kultur ein.
Beide wollen inklusive Bildung fördern.
Hubert Hüppe fragt: Wie passt das zur Auswahl einer Förder-Schule?
Er bittet die Stiftung um eine Antwort.
Hier gibt es mehr Informationen zum Deutschen Schul-Preis 2026 und den Top-20-Schulen.

Foto: Hubert Hüppe
Unna (kobinet) Hubert Hüppe war von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und hat sich dabei besonders für eine inklusive Bildung im Sinne des Artikels 24 der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt. Dabei hat er auch mit der Robert-Bosch Stiftung beim Deutschen Schulpreis zusammengearbeitet. Umso erstaunter ist Hubert Hüppe daher nun, dass sich auf der Liste der Top 20 Schulen für den Deutschen Schulpreis 2026 eine Förderschule befindet, die seiner Ansicht nach nicht viel mit Inklusion zu tun hat. Seine Mail an die Stiftung hat Hubert Hüppe den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zugesandt.
In der Mail schreibt Hubert Hüppe u.a. „Auch heute kämpfe ich immer noch für das Recht der Menschen mit Behinderung auf eine inklusive Gesellschaft. Dies gilt auch für mein Engagement im Schulausschuss des Kreises Unna, der Träger u.a. ‚Förderschulen GE‘ ist. Im Moment erlebe ich im Bereich des inklusiven Unterrichts ein Rollback. Immer mehr Schüler werden ausgesondert, neue Sonderschulen werden überall mit enorm hohen Kosten gebaut. Ich war bisher davon ausgegangen, dass ich weiterhin Ihre Stiftung bei diesem Kampf für mehr Teilhabe auf meiner Seite hätte. Nun muss ich aber in meiner örtlichen Zeitung lesen, dass die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule von Ihnen für den Deutschen Schulpreis 2026 nominiert wurde und aufgrund Ihrer Empfehlung zu den Top 20-Schulen gehört. Das ist für mich völlig unverständlich. Zunächst verstehe ich grundsätzlich nicht, dass sogenannte ‚Förder‘-Schulen für den Schulpreis nominiert werden, aber noch weniger verstehe ich es in diesem Fall. Ich weiß nicht im einzelnen, welche Kriterien Sie bei der Preisvergabe anlegen, aber es muss Sie aber doch auch interessieren, was nach der Ausbildung mit den Schulabgängern geschieht. Aufgrund meiner Nachfrage wurde mir vom Schulamt mitgeteilt, dass der aller größte Teil der Schulabgänger im letzten Jahr anschließend in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) wechselte. Nicht eine Schülerin oder ein Schüler gelang der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis des pädagogischen Konzepts dieser Schule.“
Und weiter betont Hubert Hüppe in seiner Mail an die Robert-Bosch Stiftung: „Ich konnte im Kreistag vor zwei Jahren erreichen, dass die Kreisverwaltung Stellen für Schulpraktika für Schülerinnen mit Behinderungen einrichtete, die den fünf Förderschulen des Kreises angeboten wurden. Damit war die Hoffnung verbunden, dass vielleicht doch eine Schülerin oder ein Schüler den Weg in den inklusiven Arbeitsmarkt findet. Nach Rücksprache mit der Inklusionsbeauftragten des Kreises Unna hat die Schulleitung der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule auf das Angebot nicht einmal geantwortet. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie enttäuscht ich angesichts dieser Tatsachen von Ihrer Stiftung und allen anderen, die Verantwortung für die Vergabe des deutschen Schulpreises haben, bin, trotzdem diese Schule zu nominieren. Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, warum Sie ausgerechnet diese Schule in die engere Wahl aufgenommen haben. Interessieren würde mich darüber hinaus, wie Sie das mit der Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission vereinbaren können. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!“
Link zu weiteren Infos zum Deutschen Schulpreis 2026 und zu den TOP-20-Schulen

Foto: Hubert Hüppe
Unna (kobinet) Hubert Hüppe war von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und hat sich dabei besonders für eine inklusive Bildung im Sinne des Artikels 24 der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt. Dabei hat er auch mit der Robert-Bosch Stiftung beim Deutschen Schulpreis zusammengearbeitet. Umso erstaunter ist Hubert Hüppe daher nun, dass sich auf der Liste der Top 20 Schulen für den Deutschen Schulpreis 2026 eine Förderschule befindet, die seiner Ansicht nach nicht viel mit Inklusion zu tun hat. Seine Mail an die Stiftung hat Hubert Hüppe den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zugesandt.
In der Mail schreibt Hubert Hüppe u.a. „Auch heute kämpfe ich immer noch für das Recht der Menschen mit Behinderung auf eine inklusive Gesellschaft. Dies gilt auch für mein Engagement im Schulausschuss des Kreises Unna, der Träger u.a. ‚Förderschulen GE‘ ist. Im Moment erlebe ich im Bereich des inklusiven Unterrichts ein Rollback. Immer mehr Schüler werden ausgesondert, neue Sonderschulen werden überall mit enorm hohen Kosten gebaut. Ich war bisher davon ausgegangen, dass ich weiterhin Ihre Stiftung bei diesem Kampf für mehr Teilhabe auf meiner Seite hätte. Nun muss ich aber in meiner örtlichen Zeitung lesen, dass die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule von Ihnen für den Deutschen Schulpreis 2026 nominiert wurde und aufgrund Ihrer Empfehlung zu den Top 20-Schulen gehört. Das ist für mich völlig unverständlich. Zunächst verstehe ich grundsätzlich nicht, dass sogenannte ‚Förder‘-Schulen für den Schulpreis nominiert werden, aber noch weniger verstehe ich es in diesem Fall. Ich weiß nicht im einzelnen, welche Kriterien Sie bei der Preisvergabe anlegen, aber es muss Sie aber doch auch interessieren, was nach der Ausbildung mit den Schulabgängern geschieht. Aufgrund meiner Nachfrage wurde mir vom Schulamt mitgeteilt, dass der aller größte Teil der Schulabgänger im letzten Jahr anschließend in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) wechselte. Nicht eine Schülerin oder ein Schüler gelang der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis des pädagogischen Konzepts dieser Schule.“
Und weiter betont Hubert Hüppe in seiner Mail an die Robert-Bosch Stiftung: „Ich konnte im Kreistag vor zwei Jahren erreichen, dass die Kreisverwaltung Stellen für Schulpraktika für Schülerinnen mit Behinderungen einrichtete, die den fünf Förderschulen des Kreises angeboten wurden. Damit war die Hoffnung verbunden, dass vielleicht doch eine Schülerin oder ein Schüler den Weg in den inklusiven Arbeitsmarkt findet. Nach Rücksprache mit der Inklusionsbeauftragten des Kreises Unna hat die Schulleitung der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule auf das Angebot nicht einmal geantwortet. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie enttäuscht ich angesichts dieser Tatsachen von Ihrer Stiftung und allen anderen, die Verantwortung für die Vergabe des deutschen Schulpreises haben, bin, trotzdem diese Schule zu nominieren. Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilen würden, warum Sie ausgerechnet diese Schule in die engere Wahl aufgenommen haben. Interessieren würde mich darüber hinaus, wie Sie das mit der Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission vereinbaren können. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!“
Link zu weiteren Infos zum Deutschen Schulpreis 2026 und zu den TOP-20-Schulen





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