Menu Close

Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung gegen Kürzungsvorschläge verteidigen

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Sören Pellmann - 2021-NEU
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet) "Nach den Kürzungsvorschlägen aus einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die in einem internen Vorschlagsbuch dieser Arbeitsgruppe zusammengeführt wurden, wird deutlich, dass ein grundlegender Umbau der Eingliederungshilfe zulasten von Menschen mit Behinderung droht", erklärt der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag. Sören Pellmann betonte weiter: "Die Bundesregierung und die beteiligten Akteure legen damit die Axt an zentrale Prinzipien von Inklusion und Teilhabe. Mehrere Vorschläge stehen im Widerspruch zu grundlegenden Prinzipien der UN Behindertenrechtskonvention, insbesondere zum Recht auf individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung."

Konkret zeige sich, dass die vorgeschlagenen Änderungen auf Einschränkungen der selbstbestimmten Lebensführung zielen und gestoppt werden müssten. „Mehrere Maßnahmen greifen genau hier an. Dazu gehören Pooling statt individueller Assistenz, Einschränkungen beim Wunsch- und Wahlrecht sowie die Ausweitung pauschaler Leistungen. Diese Logik folgt einem klaren Muster. Standardisierung ersetzt individuelle Hilfen und Unterstützung in komplexen und schwierigen Lebenslagen“, kritisiert Sören Pellmann.

Die mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz erreichten Fortschritte bei Selbstbestimmung und Teilhabe dürften nicht zurückgedreht werden. Die vorgeschlagenen Änderungen am SGB IX dürfen nicht umgesetzt werden. Entscheidend sei nicht die Frage kurzfristiger Einsparungen, sondern wie Menschen mit Behinderung ihr Leben selbstbestimmt gestalten können, in Schule, Arbeit, Alltag und Freizeit.

Die erheblichen Einschnitte bei der Eingliederungshilfe werden nach Ansicht des Linkenpolitikers dazu führen, dass Leistungen wegfallen und eine gleichberechtigte, inklusive Teilhabe am Leben für viele Betroffene erheblich eingeschränkt wird. Das werfe erhebliche rechtliche Fragen im Hinblick auf die UN Behindertenrechtskonvention auf. Sören Pellmann betonte abschließend: „Die Linke im Bundestag wird an der Seite der Menschen mit Behinderung stehen und diese massiven Angriffe auf den Sozialstaat nicht hinnehmen. Wenn zentrale Grundprinzipien von Inklusion und Teilhabe infrage gestellt werden, werden wir dem entschieden entgegentreten.“