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Kritik an den Plänen zur Pflegereform

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Foto: Paritätischer Gesamtverband

Berlin (kobinet) Aus Anlass der bekannt gewordenen Pläne von Bundesgesundheitsministerin Warken für eine Pflegereform hat sich Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, wie folgt mit einem Statement zu Wort gemeldet: "Die Pläne sind ein Schlag ins Gesicht aller, die Pflege brauchen. Die Pflegekosten steigen seit Jahren und treiben immer mehr Menschen in die Armut. Statt gegenzusteuern, würde die Reform diese Entwicklung weiter verschärfen und die Probleme im System auf die Betroffenen abwälzen. Um die Pflegekrise wirksam zu bekämpfen, braucht es endlich einen Systemwechsel hin zu einer solidarischen Vollversicherung." Auch von Simone Fischer von den Grünen hagelt es Kritik an den Plänen.

Zum Vorhaben von Ministerin Warken, die gestaffelten Zuschüsse zu den Eigenanteilen der Pflegeheimbewohner*innen künftig ⁠langsamer anwachsen zu lassen, nahm Simone Fischer, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, wie folgt Stellung: „Jahr für Jahr steigen die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner*innen. Noch im Januar hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigt, hier gegensteuern zu wollen und eine Dynamisierung der Leistungen ins Spiel gebracht. Auch der Koalitionsvertrag und der Arbeitsauftrag an die Bund-Länder-Arbeitsgruppe sind eindeutig: Die pflegebedingten Eigenanteile sollen begrenzt werden. Umso irritierender ist der jetzige Kurswechsel. Statt Entlastung droht eine zusätzliche Belastung für Pflegebedürftige – und zwar ausgerechnet in den ersten Jahren ihres Heimaufenthalts. Das ist das Gegenteil dessen, was politisch versprochen wurde und stellt damit die Verlässlichkeit politischer Zusagen grundsätzlich infrage. Wer Erwartungen weckt und sie kurz darauf wieder relativiert, sorgt für Verunsicherung bei den pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien.“

„Für mich ist entscheidend, dass wir bei allen Maßnahmen zur Stabilisierung der Pflegeversicherung die Perspektive dieser Menschen im Blick behalten. Ziel muss sein, die Eigenanteile planbar und dauerhaft tragbar zu machen“, betonte Simone Fischer und ergänzte: „Dazu gehört, stärker in Prävention und Rehabilitation zu investieren, um Pflegebedürftigkeit möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern, und gleichzeitig die häusliche Pflege sowie Entlastungsangebote verlässlich zu stärken. Das entlastet die Betroffenen und stabilisiert das System insgesamt. Zugleich gibt es Wege, die Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren, ohne die Pflegebedürftigen zusätzlich zu belasten – etwa durch die Übernahme versicherungsfremder Leistungen und perspektivisch durch eine breitere Finanzierungsbasis. Ich bin überzeugt: Wenn wir diese Schritte zusammen denken, können wir die Pflegeversicherung zukunftsfest aufstellen und die Menschen spürbar entlasten. Eine Verschiebung der Zuschüsse zulasten der pflegebedürftigen Bürger*innen ist der falsche Weg. Es gibt bessere Lösungen – man muss sie nur umsetzen wollen.“