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Digitale Teilhabe älterer Menschen stärken – Bundesregierung muss endlich handeln

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Berlin (kobinet) Zum Antrag mit dem Titel "Digitale Teilhabe im Alter stärken – Selbstbestimmung sichern und digitale Ungleichheit verhindern", der von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag eingebracht wurde, erklärte die grüne Bundestagsabgeordnete Simone Fischer: "Die Digitalisierung bestimmt längst den Alltag – doch die Bundesregierung ignoriert, wenn ältere Menschen dabei abgehängt werden. Immer mehr Leistungen – von der elektronischen Patientenaktie bis zur Online-Behörde – werden vor allem digital angeboten, aber verlässliche Unterstützungsstrukturen fehlen. Das ist kein Randthema, sondern eine Frage von Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe im Alter."

„Die Bundesregierung verspricht digitale Modernisierung, lässt aber Millionen ältere Menschen im digitalen Abseits zurück. Das ist nicht einfach ein Technikproblem, sondern das Ergebnis politischer Untätigkeit“, so Simone Fischer. Eine aktuelle Studie im Auftrag von Bitkom und dem zuständigen Bundesministerium zeigt: 96 Prozent der Seniorinnen und Senioren wünschen sich mehr Unterstützung im Umgang mit digitalen Anwendungen. Schon heute nutzen rund drei Viertel der Menschen ab 65 Jahren regelmäßig das Internet – doch bei komplexeren Anwendungen wie Online-Ausweis oder Gesundheits-Apps brauchen viele Hilfe. Wer dann keine Angehörigen oder kein unterstützendes Umfeld hat, bleibt außen vor und verliert den Zugang zu zentralen Bereichen des Lebens. So wird die Digitalisierung zur neuen sozialen Barriere, statt Chancen auf mehr Teilhabe zu eröffnen.

„Trotz dieser Zahlen setzt die Bundesregierung vor allem auf Modellprojekte und Ehrenamt. Programme wie der ‚DigitalPakt Alter‘ oder der ‚Digitale Engel‘ sind wichtige Ansätze, erreichen aber längst nicht alle, die Unterstützung brauchen – insbesondere für hochaltrige Menschen und in ländlichen Regionen. Bis heute fehlt eine systematische Evaluation, ob die eingesetzten Mittel überhaupt die richtige Zielgruppe und die nötige Tiefe der Unterstützung erreichen. Unser Antrag fordert einen klaren politischen Kurswechsel. Digitale Teilhabe im Alter muss als Bestandteil der Daseinsvorsorge verstanden und dauerhaft abgesichert werden. Wir wollen flächendeckende, wohnortnahe Beratungs- und Lernangebote in Bibliotheken, Mehrgenerationenhäusern, Seniorentreffs und Volkshochschulen, ergänzt um aufsuchende Unterstützung für Menschen, die diese Angebote nicht selbst erreichen können. Ein bundesweit erreichbares Hilfetelefon für digitale Fragen soll älteren Menschen schnelle Hilfe bei konkreten Problemen ermöglichen“, betonte Simone Fischer.

Gleichzeitig müssten CDU und SPD dafür sorgen, dass digitale Dienste von Banken, Krankenkassen, Verkehrsunternehmen und Behörden barrierefrei, verständlich und tatsächlich nutzbar sind. Wer zentrale Leistungen digitalisiere, trage Verantwortung – und dürfe die Kosten nicht einfach auf die Nutzerinnen und Nutzer und ihre Familien abwälzen. Ohne entschlossene politische Entscheidungen werde die Digitalisierung bestehende soziale Ungleichheiten weiter verschärfen – besonders im hohen Alter. „Unser Ziel ist klar: Niemand darf von Gesundheitsversorgung, Behördenwegen oder sozialer Teilhabe ausgeschlossen werden, nur weil digitale Angebote nicht erreichbar oder nicht nutzbar sind. Die Bundesregierung aus CDU und SPD muss sich entscheiden, ob sie zusieht, wie ältere Menschen abgehängt werden – oder endlich handelt, damit digitale Teilhabe im Alter Realität wird“, stellte Simone Fischer klar.