Wien (kobinet)
Am 20. März 2026 wurde ein Preis vergeben.
Der Preis heißt Herbert-Pichler-Inklusions-Medien-Preis.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind mit dabei.
Jeder Mensch gehört dazu.
Menschen mit und ohne Behinderung sind gleich-berechtigt.
Der Preis wurde in Wien vergeben.
Es war das 5. Mal mit diesem Preis.
Den Preis bekommen Journalistinnen und Journalisten.
Journalistinnen und Journalisten berichten über wichtige Themen.
Sie berichten in der Zeitung oder im Fernsehen.
Sie bekommen den Preis für gute Berichte über Inklusion.
Es gibt 4 Bereiche für den Preis:
- Zeitungen
- Fernsehen
- Radio
- Internet und Podcast
Ein Podcast ist eine Sendung im Internet.
Du kannst die Sendung hören.
Den Preis für Fernsehen bekam Mareike Müller.
Mareike Müller ist eine Journalistin aus Deutschland.
Sie hat einen Film gemacht.
Der Film heißt: Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren.
Eine Barriere ist ein Hindernis.
Die Barriere ist im Weg.
Der Film lief im Fernseh-Sender ARD.
Der Film handelt von Werk-Stätten für Menschen mit Behinderung.
Werk-Stätten sind besondere Arbeits-Plätze für Menschen mit Behinderung.
Aber sie verdienen sehr wenig Geld.
Sie bekommen nur 224 Euro im Monat.
Das sind 1,50 Euro pro Stunde.
Das ist sehr wenig für Voll-Zeit-Arbeit.
Voll-Zeit-Arbeit bedeutet: Sie arbeiten jeden Tag viele Stunden.
Meistens sind das 8 Stunden am Tag.
Die meisten Menschen bleiben lange in der Werk-Statt.
Nur sehr wenige wechseln auf den normalen Arbeits-Markt.
Der Arbeits-Markt ist keine Ort.
Der Arbeits-Markt ist eine Idee.
Die Idee zeigt, wie Menschen Arbeit suchen und finden.
Das sind nur 0,35 von 100 Menschen.
Viele Menschen mit Behinderung wollen echte Arbeit.
Sie wollen selbst bestimmen, wo sie arbeiten.
Teil-Habe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man gehört dazu.
Martin Ladstätter hielt eine Rede auf Mareike Müller.
Er kommt vom Verein BIZEPS in Wien.
BIZEPS ist ein Nachrichten-Dienst für Menschen mit Behinderung.
Ein Nachrichten-Dienst sammelt wichtige Informationen.
Er gibt diese Informationen weiter.
In seiner Rede lobte er den Film sehr.
Er sagte: Mareike Müller behandelt alle gleich und fair.
Mareike Müller erzählt im Film auch von sich selbst.
Sie teilt ihre eigenen Gedanken und Zweifel.
Am Ende sagt sie einen wichtigen Satz.
Sie sagt: Ich gehöre dazu – und die anderen auch.
Sie meint: Wir alle gehören zusammen.
Über die Preis-Vergabe hat BIZEPS berichtet.
Hier könnt ihr den Bericht von BIZEPS lesen:
Hier könnt ihr die Rede von Martin Ladstätter lesen:
Rede von Martin Ladstätter und weitere Infos
Hier könnt ihr den Film von Mareike Müller ansehen:

Foto: ORF / Klaus Titzer
Wien (kobinet) Der Herbert-Pichler-Inklusions-Medienpreis für exzellente Berichterstattung im Bereich der Inklusion in den Kategorien Printmedien, Fernsehen, Radio sowie digitale Medien/Podcast wurde am 20. März 2026 zum fünften Mal in Wien verliehen. Ausgezeichnet wurden Beiträge, die Inklusion in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext einbetten. Diese haben eines gemeinsam: Mit journalistischer Tiefe, mit Feingefühl und mit einem echten Interesse an den Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen beleuchten sie Themen, die viel zu oft im Verborgenen bleiben. Und sie zeigen auf, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist. Darauf macht der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS aufmerksam. In der Kategorie Fernsehen wurde der Preis an die deutsche Journalistin Mareike Müller mit dem Beitrag "Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren", der vor einem Jahr in der ARD ausgestrahlt wurde und sich kritisch mit dem deutschen Werkstättensystem auseinandersetzt. Martin Ladstätter vom Wiener Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen BIZEPS hielt die Laudatio auf die ausgezeichnete Journalistin.
Link zum BIZEPS-Bericht über die Preisverleihung
Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten die Laudatio, die Martin Ladstätter auf Mareike Müller bei der Preisverleihung am 20. März 2026 hielt:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste und vor allem: Liebe Mareike Müller!
„Ganz ehrlich: Diesen Film wollte niemand haben. ‚Das will doch keiner sehen!‘ bekam ich zu hören.“
Mit diesem entwaffnenden Satz beginnt Ihre Dokumentation. Und ich bin ehrlich: Als ich anfing, die Sendung zu schauen, wusste ich nicht genau, worauf ich mich einlasse.
Doch je länger ich zusah, umso mehr hat mich dieser Film gepackt. Sie, liebe Frau Müller, haben sich zum Glück nicht beirren lassen.
Sie nähern sich dem Thema ganz bewusst aus der Ich-Perspektive, teilen Ihre eigenen Lernprozesse, Ihre Zweifel und auch Ihre ehrliche Empörung mit uns.
Genau dieser persönliche Faden zieht uns unweigerlich in Ihre eigene Erkenntnisreise hinein. Und diese Reise reißt uns aus der Komfortzone. Wir erfahren von Ausbeutung mitten in Deutschland: Menschen arbeiten in Werkstätten Vollzeit für 224 Euro im Monat – das sind 1,50 Euro pro Stunde.
Wir lernen das bittere Mantra des Systems kennen: „Einmal Werkstatt, immer Werkstatt.“
Nur verschwindend geringe 0,35 Prozent der Beschäftigten schaffen den Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Werkstatt-Geschäftsführer bringt es im Film erschreckend ehrlich auf den Punkt: „Soziale Organisationen haben die Tendenz, sich zu erhalten.“
Uns als Jury hat tief beeindruckt, wie Sie das gängige Narrativ aufbrechen. Meist sehen wir in den Medien nur eindimensionale Bilder von dankbaren Werkstattbeschäftigten bei Bastelarbeiten. Ihr Film zeigt ein anderes, differenziertes Bild. Er zeigt junge, inklusiv aufgewachsene Menschen mit Behinderung, die von echter Arbeit und Teilhabe träumen.
Ein System aus Sonderstrukturen, Bürokratie und Vorurteilen zwingt sie, hart um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu kämpfen. 16 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK in Deutschland begegnen Sie diesen Menschen auf Augenhöhe.
Sie machen sie und ihre Anliegen sichtbar und beweisen: Inklusion darf nicht nur Thema für Menschen mit Behinderung bleiben. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Am Ende formulieren Sie einen Satz, der alles auf den Punkt bringt: „Barrierefreiheit und Inklusion waren für mich bisher nur Worte. Petra und Dirk haben mich gelehrt: Ich möchte meine Teilhabe nicht mehr ohne ihre denken.“
Liebe Frau Müller, danke für diesen Film, den angeblich „niemand haben wollte“. Wir alle brauchten ihn dringend. Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Arbeit!
Link zum Film „Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren“ auf YouTube

Foto: ORF / Klaus Titzer
Wien (kobinet) Der Herbert-Pichler-Inklusions-Medienpreis für exzellente Berichterstattung im Bereich der Inklusion in den Kategorien Printmedien, Fernsehen, Radio sowie digitale Medien/Podcast wurde am 20. März 2026 zum fünften Mal in Wien verliehen. Ausgezeichnet wurden Beiträge, die Inklusion in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext einbetten. Diese haben eines gemeinsam: Mit journalistischer Tiefe, mit Feingefühl und mit einem echten Interesse an den Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen beleuchten sie Themen, die viel zu oft im Verborgenen bleiben. Und sie zeigen auf, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist. Darauf macht der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS aufmerksam. In der Kategorie Fernsehen wurde der Preis an die deutsche Journalistin Mareike Müller mit dem Beitrag "Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren", der vor einem Jahr in der ARD ausgestrahlt wurde und sich kritisch mit dem deutschen Werkstättensystem auseinandersetzt. Martin Ladstätter vom Wiener Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen BIZEPS hielt die Laudatio auf die ausgezeichnete Journalistin.
Link zum BIZEPS-Bericht über die Preisverleihung
Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten die Laudatio, die Martin Ladstätter auf Mareike Müller bei der Preisverleihung am 20. März 2026 hielt:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste und vor allem: Liebe Mareike Müller!
„Ganz ehrlich: Diesen Film wollte niemand haben. ‚Das will doch keiner sehen!‘ bekam ich zu hören.“
Mit diesem entwaffnenden Satz beginnt Ihre Dokumentation. Und ich bin ehrlich: Als ich anfing, die Sendung zu schauen, wusste ich nicht genau, worauf ich mich einlasse.
Doch je länger ich zusah, umso mehr hat mich dieser Film gepackt. Sie, liebe Frau Müller, haben sich zum Glück nicht beirren lassen.
Sie nähern sich dem Thema ganz bewusst aus der Ich-Perspektive, teilen Ihre eigenen Lernprozesse, Ihre Zweifel und auch Ihre ehrliche Empörung mit uns.
Genau dieser persönliche Faden zieht uns unweigerlich in Ihre eigene Erkenntnisreise hinein. Und diese Reise reißt uns aus der Komfortzone. Wir erfahren von Ausbeutung mitten in Deutschland: Menschen arbeiten in Werkstätten Vollzeit für 224 Euro im Monat – das sind 1,50 Euro pro Stunde.
Wir lernen das bittere Mantra des Systems kennen: „Einmal Werkstatt, immer Werkstatt.“
Nur verschwindend geringe 0,35 Prozent der Beschäftigten schaffen den Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Werkstatt-Geschäftsführer bringt es im Film erschreckend ehrlich auf den Punkt: „Soziale Organisationen haben die Tendenz, sich zu erhalten.“
Uns als Jury hat tief beeindruckt, wie Sie das gängige Narrativ aufbrechen. Meist sehen wir in den Medien nur eindimensionale Bilder von dankbaren Werkstattbeschäftigten bei Bastelarbeiten. Ihr Film zeigt ein anderes, differenziertes Bild. Er zeigt junge, inklusiv aufgewachsene Menschen mit Behinderung, die von echter Arbeit und Teilhabe träumen.
Ein System aus Sonderstrukturen, Bürokratie und Vorurteilen zwingt sie, hart um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu kämpfen. 16 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK in Deutschland begegnen Sie diesen Menschen auf Augenhöhe.
Sie machen sie und ihre Anliegen sichtbar und beweisen: Inklusion darf nicht nur Thema für Menschen mit Behinderung bleiben. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Am Ende formulieren Sie einen Satz, der alles auf den Punkt bringt: „Barrierefreiheit und Inklusion waren für mich bisher nur Worte. Petra und Dirk haben mich gelehrt: Ich möchte meine Teilhabe nicht mehr ohne ihre denken.“
Liebe Frau Müller, danke für diesen Film, den angeblich „niemand haben wollte“. Wir alle brauchten ihn dringend. Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Arbeit!
Link zum Film „Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren“ auf YouTube





Was nützen solche Auszeichnungen, wenn solche – an sich gute Filme – erst zu sehr später Tagesstunde (nach 22 Uhr) zur Ausstrahlung kommen und somit keine breite Öffentlichkeit erreichen …