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Reha-Versorgung in Gaza steht vor dem Zusammenbruch

Begleitet von zwei Frauen übt ein Junge mit einer Beinprothese zwischen zwei Holmen das Laufen
Mohamed wurde durch eine Panzergranate schwer verletzt. Sein rechtes Bein musste oberhalb des Knies amputiert werden. Er wird im HI-Rehazentrum versorgt.
Foto: K. Nateel / HI

MÜNCHEN / GAZA (kobinet) Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) warnt vor der schlechten Reha-Versorgung für schwerverletzte Menschen in Gaza. Das Material für Prothesen und Vorräte gehen zur Neige. Zehntausende Menschen, darunter viele Kinder, sind dringend auf Hilfe angewiesen. LKWs von HI mit Material und Hilfsgütern kommen weiterhin nicht über die Grenze. Handicap International macht darauf aufmerksam, dass es immer schwieriger wird zu helfen. "Seit März 2025 ist kein LKW von Handicap International in den Gazastreifen hineingelassen worden", sagt Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland. Kipfer-Didavi berichtet außerdem, dass deutlich mehr Menschen Reha-Maßnahmen benötigen, als Handicap International in Gaza versorgen kann.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldet, dass fast 42.000 Menschen so schwer verletzt sind, dass sie bleibende Beeinträchtigungen oder Behinderungen davontragen werden – jeder Vierte davon ist ein Kind. Doch weniger als ein Drittel der vor dem Konflikt vorhandenen Reha-Einrichtungen sind noch funktionsfähig, und das auch nur teilweise.

„Unsere Organisation wurde anfangs gegründet, um kambodschanische Landminenopfer zu unterstützen, die Anfang der 80er Jahre vor den Roten Khmer flohen. Unsere Gründer begannen, Prothesen aus Bambus, Leder und Autoreifen herzustellen, weil das alles war, was ihnen in den Flüchtlingslagern zur Verfügung stand. Der Gedanke, dass unser Team in Gaza über vierzig Jahre später gezwungen ist, wieder auf improvisierte Materialien wie Holzbretter zurückzugreifen – während nur wenige Kilometer entfernt jenseits der Grenze die richtige Ausrüstung bereitsteht – ist schockierend und völlig inakzeptabel“, so Kipfer-Didavi.