Berlin (kobinet)
Am 20. März 2026 stimmt der Bundes-Tag über einen Antrag ab.
Ein Antrag ist ein Vorschlag im Bundes-Tag.
Der Antrag kommt von einer Gruppe aus verschiedenen Parteien.
Die Gruppe heißt: Gruppe Prä-natal-diagnostik.
Prä-natal-diagnostik bedeutet: Untersuchungen vor der Geburt eines Kindes.
Die Gruppe stellt diesen Antrag zum 2. Mal.
Beim 1. Mal hat der Antrag nicht geklappt.
Das war in der letzten Wahl-Periode.
Eine Wahl-Periode ist ein Zeit-Abschnitt.
In dieser Zeit arbeiten gewählte Menschen in ihrem Amt.
Die Regierung hatte sich damals aufgelöst.
Im Antrag geht es um einen Blut-Test für Schwangere.
Der Test heißt: Nicht-invasiver Prä-natal-Test.
Kurz: NIPT.
Nicht-invasiv bedeutet: Es wird nichts in den Körper eingeführt.
Der Test sucht nach Besonderheiten beim ungeborenen Kind.
Diese Besonderheiten heißen Trisomien.
Trisomie bedeutet: Ein Chromosom ist 3 Mal vorhanden.
Chromosomen sind kleine Teile im Körper.
Sie tragen Informationen über das Erbgut.
Eine bekannte Trisomie ist das Down-Syndrom.
Menschen mit Down-Syndrom haben eine geistige Behinderung.
Seit fast 4 Jahren bezahlt die Kranken-Kasse diesen Test.
Das nennt man Kassen-Leistung.
Kassen-Leistung bedeutet: Die Kranken-Kasse bezahlt den Test für dich.
Viele Menschen waren dagegen.
Zum Beispiel Menschen, die sich für Rechte von Menschen mit Behinderung einsetzen.
Auch viele Eltern waren dagegen.
Diese Menschen haben sich in einem Bündnis zusammengeschlossen.
Ein Bündnis ist eine Gruppe von Menschen mit dem gleichen Ziel.
Das Bündnis heißt: NoNIPT.
Das Bündnis kritisiert, dass die Kranken-Kasse den Test bezahlt.
Das Bündnis sagt: Die Politik wollte kein Massen-Screening.
Massen-Screening bedeutet: Fast alle Schwangeren machen den Test.
Doch genau das passiert jetzt.
Im 1. Halb-Jahr 2024 hat fast die Hälfte aller Schwangeren den Test gemacht.
Das Bündnis sagt: Es gibt keine Kontrolle der Folgen.
Niemand hat untersucht, was der Test bewirkt.
Claudia Heinkel vom Netz-Werk gegen Selektion sagt: Das ist unverantwortlich.
Selektion bedeutet: Auswahl danach, wer leben darf und wer nicht.
Vera Bläsing von der Eltern-Initiative BM 3X21 sagt: Wir müssen jetzt handeln.
Je länger es den Test gibt, desto normaler wird Auswahl vor der Geburt.
Das muss wissenschaftlich geprüft werden.
Bei schlechten Ergebnissen muss die Politik etwas ändern.
Das Bündnis NoNIPT fordert die Bundes-Tags-Abgeordneten auf:
Abgeordnete vertreten Menschen in der Politik.
Sie sprechen für Bürger im Parlament.
Stimmt für das Monitoring ab!
Monitoring bedeutet: Wissenschaftliche Beobachtung und Prüfung über einen längeren Zeit-Raum.
Es geht darum, wie wir mit Behinderung in unserer Gesellschaft umgehen.
Eine Gesellschaft sind alle Menschen, die zusammen in einem Land leben.
Das Bündnis sagt an die Abgeordneten:
Informiert euch über das Thema!
Sprecht mit Menschen mit Behinderung.
Sprecht mit Fach-Leuten und Partei-Kolleginnen und -Kollegen.

Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
Berlin (kobinet) Am 20. März 2026 bringt die interfraktionelle Gruppe Pränataldiagnostik bereits zum zweiten Mal einen Antrag in den Bundestag ein, der ein wissenschaftliches Monitoring der Folgen der Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21 sowie die Einrichtung eines neuen Gremiums zur Prüfung der Zulassung weiterer Tests fordert. Der erste Anlauf scheiterte am vorzeitigen Aus der Regierungskoalition in der letzten Legislatur. Beinahe vier Jahre ist es her, dass der nicht-invasive Pränataltest (kurz NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21 zur Kassenleistung wurde – entgegen aller Bedenken und Proteste von Behindertenrechtsaktivist*innen, Elternvertreter*innen und kritischer Zivilgesellschaft, heißt es in einer Presseinformation des Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien* - NoNIPT.
„Die politischen Entscheidungsträger*innen waren sich damals einig: der Test dürfe nicht zu einem Massenscreening werden. Doch es wurden weder Maßnahmen implementiert, um eben das zu verhindern, noch wurden die Auswirkungen der Kassenfinanzierung des NIPT jemals wissenschaftlich überprüft! Abrechnungsdaten der BARMER legen nahe, dass Schwangere den Test als Teil der Regelversorgung begreifen. Im ersten Halbjahr 2024 nutzte fast die Hälfte der Schwangeren den Test. Anders, als bei der Begründung für die Kassenfinanzierung ins Feld geführt, konnte auch die Zahl der invasiven Untersuchungen nicht gesenkt werden“, heißt es weiter in der Presseinformation des Bündnis.
„Die Daten deuten darauf hin, dass die Testpraxis genau das wird, was sie nicht sein sollte: ein Screening, vor allem auf das Downsyndrom. Es ist unverantwortlich, dass eine Entscheidung mit einer solchen Tragweite und einer so gravierenden normativen Wirkung nicht von Anfang an an eine wissenschaftliche Überprüfung gekoppelt wurde.“, so Claudia Heinkel vom Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik.
„Die Zeit drängt. Je länger es diese Tests gibt, desto mehr wird Selektion normalisiert und desto schwieriger wird es, das wieder einzufangen. Es muss in einer Demokratie möglich sein, die Folgen einer Entscheidung wissenschaftlich überprüfen zu lassen. Und dann aufgrund der Faktenlage gegebenenfalls auch umzusteuern.“, fügt Vera Bläsing von der Elterninitiative BM 3X21 hinzu.
Das Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien* – NoNIPT fordert die Bundestagsabgeordneten auf, für das Monitoring abzustimmen. Das sei kein Randtermin, den man bei schönem Wetter ausfallen lasse. Und auch kein Thema, bei dem man sage: das ist nicht mein Fachgebiet. Hier gehe es um die Frage, ob wir den Umgang mit Behinderung in unserer Gesellschaft auf diffuse Ängste bauen wollen oder auf die Füße von Respekt und wissenschaftlichen Fakten stellen. „Informieren Sie sich! Sprechen Sie mit Selbstvertreter*innen und anderen Expert*innen. Und mit Ihren Parteikolleg*innen“, so der Appell des Bündnis.

Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
Berlin (kobinet) Am 20. März 2026 bringt die interfraktionelle Gruppe Pränataldiagnostik bereits zum zweiten Mal einen Antrag in den Bundestag ein, der ein wissenschaftliches Monitoring der Folgen der Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21 sowie die Einrichtung eines neuen Gremiums zur Prüfung der Zulassung weiterer Tests fordert. Der erste Anlauf scheiterte am vorzeitigen Aus der Regierungskoalition in der letzten Legislatur. Beinahe vier Jahre ist es her, dass der nicht-invasive Pränataltest (kurz NIPT) auf die Trisomien 13, 18 und 21 zur Kassenleistung wurde – entgegen aller Bedenken und Proteste von Behindertenrechtsaktivist*innen, Elternvertreter*innen und kritischer Zivilgesellschaft, heißt es in einer Presseinformation des Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien* - NoNIPT.
„Die politischen Entscheidungsträger*innen waren sich damals einig: der Test dürfe nicht zu einem Massenscreening werden. Doch es wurden weder Maßnahmen implementiert, um eben das zu verhindern, noch wurden die Auswirkungen der Kassenfinanzierung des NIPT jemals wissenschaftlich überprüft! Abrechnungsdaten der BARMER legen nahe, dass Schwangere den Test als Teil der Regelversorgung begreifen. Im ersten Halbjahr 2024 nutzte fast die Hälfte der Schwangeren den Test. Anders, als bei der Begründung für die Kassenfinanzierung ins Feld geführt, konnte auch die Zahl der invasiven Untersuchungen nicht gesenkt werden“, heißt es weiter in der Presseinformation des Bündnis.
„Die Daten deuten darauf hin, dass die Testpraxis genau das wird, was sie nicht sein sollte: ein Screening, vor allem auf das Downsyndrom. Es ist unverantwortlich, dass eine Entscheidung mit einer solchen Tragweite und einer so gravierenden normativen Wirkung nicht von Anfang an an eine wissenschaftliche Überprüfung gekoppelt wurde.“, so Claudia Heinkel vom Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik.
„Die Zeit drängt. Je länger es diese Tests gibt, desto mehr wird Selektion normalisiert und desto schwieriger wird es, das wieder einzufangen. Es muss in einer Demokratie möglich sein, die Folgen einer Entscheidung wissenschaftlich überprüfen zu lassen. Und dann aufgrund der Faktenlage gegebenenfalls auch umzusteuern.“, fügt Vera Bläsing von der Elterninitiative BM 3X21 hinzu.
Das Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien* – NoNIPT fordert die Bundestagsabgeordneten auf, für das Monitoring abzustimmen. Das sei kein Randtermin, den man bei schönem Wetter ausfallen lasse. Und auch kein Thema, bei dem man sage: das ist nicht mein Fachgebiet. Hier gehe es um die Frage, ob wir den Umgang mit Behinderung in unserer Gesellschaft auf diffuse Ängste bauen wollen oder auf die Füße von Respekt und wissenschaftlichen Fakten stellen. „Informieren Sie sich! Sprechen Sie mit Selbstvertreter*innen und anderen Expert*innen. Und mit Ihren Parteikolleg*innen“, so der Appell des Bündnis.




