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100 Jahre Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

Beratung beim Arzt von tuv_sud
Beratung beim Arzt muss für alle möglich sein
Foto: tuv_sud (Creative Commons BY-ND 2.0)

BERLIN (kobinet) Gestern wurde in der Hörsaalruine der Charité in einem politischen Festakt 100 Jahre Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) gefeiert. Unter dem Leitmotiv "Gesundheit sozial gestalten" würdigt sie die Entwicklung und Wirkung einer Profession, die seit einem Jahrhundert für eine gerechte und am Menschen orientierte Gesundheitsversorgung steht. Soziale Teilhabe für alle zu schaffen, ist sozialstaatliches und menschenrechtsorientiertes Gebot.

Krankheit und Gesundheit werden nicht nur bio-medizinisch bestimmt, sondern wesentlich auch durch psychische und soziale Faktoren beeinflusst. Diese Zusammenhänge sind seit dem frühen 20. Jahrhundert bekannt und wissenschaftlich belegt. Entsprechend werden Gesundheit und Krankheit längst im Sinne eines bio-psycho-sozialen Modells verstanden. In den sozialen Sicherungssystemen spiegelt sich dieser Ansatz jedoch bis heute nicht konsequent wider. Dafür ist eine Politik notwendig, die die spezifischen fachlichen Kompetenzen der Sozialen Arbeit systematisch einbindet. Denn erst durch die Verbindung medizinischer, psychischer und sozialer Perspektiven entsteht eine Versorgung, die Menschen wirklich erreicht: ganzheitlich, bedarfsorientiert und nachhaltig wirksam.

Vor 100 Jahren legten Alice Salomon und weitere Wegbereiterinnen den Grundstein für die Krankenhaussozialarbeit.

DVSG-Vorsitzender, Prof. Dr. Stephan Dettmers, betont in seinem Festvortrag: „Gesundheit bedeutet eine bessere Aussicht auf eine chancengleiche und selbstbestimmte Teilhabe. Umgekehrt bergen gesundheitliche Beeinträchtigungen unterschiedliche Exklusionsrisiken. Diese Zusammenhänge prägen die Profession seit ihren Anfängen. Im Gesundheitswesen ist die Soziale Arbeit bereits seit 100 Jahren wirksam – und sie ist heute systemrelevant wie nie zuvor. Unser Jubiläum ist Anlass, die historische Leistung der Profession sichtbar zu machen und zugleich den Blick nach vorn zu richten: auf notwendige politische Rahmenbedingungen, auf Professionalisierung und auf die Frage, wie wir unser Gesundheitssystem solidarisch in die Zukunft führen.“