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Gehörlose fordern Korrektur staatlicher Bildungsmaterialien

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
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Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des von den Vereinten Nationen (UNAIDS) ausgerufenen Welttags gegen Diskriminierung am heutigen 1. März setzt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ein deutliches Zeichen gegen Stigmatisierung und für echte Teilhabe. Unter dem diesjährigen internationalen Motto "People first" (Der Mensch zuerst) macht der Verband auf eklatante Mängel in bayerischen Schulmaterialien aufmerksam und fordert alle Betroffenen auf, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.

In diesem Zusammenhang beanstandet der Verband formell, Gehörlose als „stumm“ herabzuwürdigen. Der LVBYGL hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in einer formellen Stellungnahme aufgefordert, das Leseförderungsprogramm „FiLBY-2“ umgehend zu korrigieren. In dem Sachtext „Wie unterhalten sich Menschen, die nichts hören?“ (Seite 14) werden gehörlose Menschen fälschlicherweise als „stumm“ bezeichnet – ein Begriff, der fachlich falsch und diskriminierend ist und die Existenz der Deutschen Gebärdensprache (DGS) als vollwertiges Sprachsystem verleugnet. „Wer uns im Jahr 2026 als ‚stumm‘ bezeichnet, spricht uns die Fähigkeit zur aktiven Kommunikation ab und reproduziert Vorurteile aus dem 19. Jahrhundert“, erklärt Daniel Büter, politischer Referent des LVBYGL.

Der Welttag gegen Diskriminierung (Zero Discrimination Day) wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um das Recht jedes Menschen auf ein erfülltes Leben in Würde zu feiern – unabhängig von Behinderung, Herkunft oder anderen Merkmalen. Das Motto 2026, „People first“, fordert Institutionen weltweit auf, den Menschen und seine Rechte in den Mittelpunkt zu stellen, statt Vorurteile zu verwalten. Diskriminierung im Bildungssektor, wie sie der Fall FiLBY-2 zeigt, untergräbt diese Ziele massiv.

Um Diskriminierung in Deutschland wissenschaftlich fundiert entgegenzutreten, führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes aktuell die bislang größte Studie ihrer Art durch. Der Landesverband
Bayern der Gehörlosen hatte die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft zur Teilnahme bis zum 28. Februar 2026 aufgerufen.