MÜNCHEN (kobinet)
Heute ist der 1. März 2026.
Heute ist der Welt-Tag gegen Dis-kri-mi-nie-rung.
Dis-kri-mi-nie-rung bedeutet: Menschen werden schlecht behandelt.
Das ist ungerecht und nicht richtig.
Die Vereinten Nationen rufen diesen Tag aus.
Die Vereinten Nationen sind ein Zusammenschluss vieler Länder.
Das Motto in diesem Jahr lautet: People first.
Ein Motto ist ein Leit-Satz oder Werbe-Spruch.
Viele Menschen kennen und teilen diesen Satz.
Das bedeutet auf Deutsch: Der Mensch zuerst.
Jeder Mensch hat Rechte.
Jeder Mensch verdient Würde und Respekt.
Würde bedeutet: Jeder Mensch ist wertvoll.
Niemand darf schlecht behandelt werden.
Respekt bedeutet: Du nimmst Rücksicht auf andere Menschen.
Du behandelst sie gut.
Der Landes-Verband Bayern der Gehörlosen macht heute auf ein Problem aufmerksam.
Der Landes-Verband heißt kurz: LV-BY-GL.
Der LV-BY-GL kämpft für die Rechte von gehörlosen Menschen in Bayern.
Gehörlose Menschen können nicht hören.
Sie sprechen oft mit den Händen.
Das nennt man: Deutsche Gebärden-Sprache.
Es gibt ein Lern-Programm für Schulen in Bayern.
Es heißt: FiLBY-2.
In diesem Programm steht etwas Falsches.
Dort werden gehörlose Menschen als stumm bezeichnet.
Das ist falsch und verletzend.
Gehörlose Menschen sind nicht stumm.
Stumm bedeutet: jemand kann gar nicht sprechen oder sich ausdrücken.
Aber gehörlose Menschen können sich ausdrücken.
Sie nutzen die Deutsche Gebärden-Sprache.
Das ist eine echte Sprache.
Das Wort stumm ist deshalb diskriminierend.
Daniel Büter arbeitet beim LV-BY-GL.
Er sagt: Wer uns stumm nennt, liegt falsch.
Das ist ein altes Vorurteil.
Ein Vorurteil ist eine Meinung über jemanden.
Diese Meinung stimmt oft nicht.
Der LV-BY-GL hat deshalb einen Brief geschrieben.
Der Brief ging an das Bayerische Schul-Ministerium.
Der LV-BY-GL fordert: Ändert das Programm FiLBY-2 sofort.
Falsche Wörter müssen aus Schul-Büchern verschwinden.
Es gibt auch eine große Studie in Deutschland.
Eine Studie ist eine genaue Untersuchung zu einem Thema.
Forscher stellen Fragen oder machen Tests.
Sie schauen sich dann die Ergebnisse an.
Die Antidiskriminierungs-Stelle des Bundes führt diese Studie durch.
Die Antidiskriminierungs-Stelle hilft Menschen, die ungerecht behandelt werden.
Der LV-BY-GL hatte gehörlose Menschen zur Teilnahme aufgerufen.

Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des von den Vereinten Nationen (UNAIDS) ausgerufenen Welttags gegen Diskriminierung am heutigen 1. März setzt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ein deutliches Zeichen gegen Stigmatisierung und für echte Teilhabe. Unter dem diesjährigen internationalen Motto "People first" (Der Mensch zuerst) macht der Verband auf eklatante Mängel in bayerischen Schulmaterialien aufmerksam und fordert alle Betroffenen auf, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.
In diesem Zusammenhang beanstandet der Verband formell, Gehörlose als „stumm“ herabzuwürdigen. Der LVBYGL hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in einer formellen Stellungnahme aufgefordert, das Leseförderungsprogramm „FiLBY-2“ umgehend zu korrigieren. In dem Sachtext „Wie unterhalten sich Menschen, die nichts hören?“ (Seite 14) werden gehörlose Menschen fälschlicherweise als „stumm“ bezeichnet – ein Begriff, der fachlich falsch und diskriminierend ist und die Existenz der Deutschen Gebärdensprache (DGS) als vollwertiges Sprachsystem verleugnet. „Wer uns im Jahr 2026 als ‚stumm‘ bezeichnet, spricht uns die Fähigkeit zur aktiven Kommunikation ab und reproduziert Vorurteile aus dem 19. Jahrhundert“, erklärt Daniel Büter, politischer Referent des LVBYGL.
Der Welttag gegen Diskriminierung (Zero Discrimination Day) wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um das Recht jedes Menschen auf ein erfülltes Leben in Würde zu feiern – unabhängig von Behinderung, Herkunft oder anderen Merkmalen. Das Motto 2026, „People first“, fordert Institutionen weltweit auf, den Menschen und seine Rechte in den Mittelpunkt zu stellen, statt Vorurteile zu verwalten. Diskriminierung im Bildungssektor, wie sie der Fall FiLBY-2 zeigt, untergräbt diese Ziele massiv.
Um Diskriminierung in Deutschland wissenschaftlich fundiert entgegenzutreten, führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes aktuell die bislang größte Studie ihrer Art durch. Der Landesverband
Bayern der Gehörlosen hatte die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft zur Teilnahme bis zum 28. Februar 2026 aufgerufen.

Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des von den Vereinten Nationen (UNAIDS) ausgerufenen Welttags gegen Diskriminierung am heutigen 1. März setzt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ein deutliches Zeichen gegen Stigmatisierung und für echte Teilhabe. Unter dem diesjährigen internationalen Motto "People first" (Der Mensch zuerst) macht der Verband auf eklatante Mängel in bayerischen Schulmaterialien aufmerksam und fordert alle Betroffenen auf, Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen.
In diesem Zusammenhang beanstandet der Verband formell, Gehörlose als „stumm“ herabzuwürdigen. Der LVBYGL hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in einer formellen Stellungnahme aufgefordert, das Leseförderungsprogramm „FiLBY-2“ umgehend zu korrigieren. In dem Sachtext „Wie unterhalten sich Menschen, die nichts hören?“ (Seite 14) werden gehörlose Menschen fälschlicherweise als „stumm“ bezeichnet – ein Begriff, der fachlich falsch und diskriminierend ist und die Existenz der Deutschen Gebärdensprache (DGS) als vollwertiges Sprachsystem verleugnet. „Wer uns im Jahr 2026 als ‚stumm‘ bezeichnet, spricht uns die Fähigkeit zur aktiven Kommunikation ab und reproduziert Vorurteile aus dem 19. Jahrhundert“, erklärt Daniel Büter, politischer Referent des LVBYGL.
Der Welttag gegen Diskriminierung (Zero Discrimination Day) wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um das Recht jedes Menschen auf ein erfülltes Leben in Würde zu feiern – unabhängig von Behinderung, Herkunft oder anderen Merkmalen. Das Motto 2026, „People first“, fordert Institutionen weltweit auf, den Menschen und seine Rechte in den Mittelpunkt zu stellen, statt Vorurteile zu verwalten. Diskriminierung im Bildungssektor, wie sie der Fall FiLBY-2 zeigt, untergräbt diese Ziele massiv.
Um Diskriminierung in Deutschland wissenschaftlich fundiert entgegenzutreten, führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes aktuell die bislang größte Studie ihrer Art durch. Der Landesverband
Bayern der Gehörlosen hatte die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft zur Teilnahme bis zum 28. Februar 2026 aufgerufen.




