Berlin (kobinet)
Ferda Ataman ist die Bundes-Beauftragte für Anti-Diskriminierung.
Anti-Diskriminierung bedeutet: Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Sie kritisiert die Bundes-Regierung.
Es gibt eine große Studie zu Rassismus in deutschen Behörden.
Behörden sind Stellen vom Staat.
Man geht dort hin, wenn man Hilfe vom Staat braucht.
Rassismus bedeutet: Menschen werden wegen ihrer Haut-Farbe schlecht behandelt.
Rassisten glauben: Ihre Gruppe ist besser als andere.
Die Bundes-Regierung geht nicht genug auf diese Studie ein.
Ferda Ataman hat das am 23. Februar 2026 in Berlin gesagt.
Jede 5. Anfrage bei der Anti-Diskriminierungs-Stelle betrifft staatliche Stellen.
Die Anti-Diskriminierungs-Stelle hilft Menschen, die ungerecht behandelt werden.
Benachteiligung in Behörden ist weit verbreitet.
Benachteiligung bedeutet: Jemand wird schlechter behandelt als andere Menschen.
Das zeigt die Studie sehr deutlich.
Ferda Ataman fordert Minister Dobrindt zum Handeln auf.
Er soll öffentlich über die Studie sprechen.
Sein Ministerium hat die Studie selbst in Auftrag gegeben.
Ministerium bedeutet: Eine wichtige Behörde des Staates.
Sie ist für ein bestimmtes Thema zuständig.
In Auftrag gegeben bedeutet: Das Ministerium hat andere gebeten, die Studie zu machen.
Diese Menschen haben dafür Geld bekommen.
Bisher schweigt Minister Dobrindt dazu.
Die Studie untersucht viele verschiedene Behörden.
Dazu gehören: Job-Center, Ausländer-Behörden und Sozial-Ämter.
Auch Jugend-Ämter, die Polizei und Gerichte werden untersucht.
Die Studie ist bisher nur auf einer Internet-Seite des Innen-Ministeriums zu finden.
Das Innen-Ministerium hat 2 Stellungnahmen dazu veröffentlicht.
Eine Stellungnahme ist eine schriftliche Meinung zu einem Thema.
Man schreibt damit auf: Das finde ich gut oder das finde ich schlecht.
Diese Stellungnahmen distanzieren sich von der Studie.
Distanzieren bedeutet: Das Ministerium zeigt, dass es nicht hinter der Studie steht.
Ferda Ataman sagt: Eine Demokratie braucht Vertrauen.
Demokratie bedeutet: Das Volk entscheidet über wichtige Dinge im Land.
Manche Menschen fühlen sich von Behörden benachteiligt.
Das schadet dem Vertrauen in den Staat.
Die Bundes-Regierung muss zu der Studie stehen.
Die Studie zeigt: Es gibt Rassismus in deutschen Behörden.
Die Forscherinnen und Forscher geben Empfehlungen zur Verbesserung.
Forscherinnen und Forscher sind Menschen, die Dinge genau untersuchen.
Sie wollen neue Antworten auf wichtige Fragen finden.
Empfehlungen sind Tipps, was man besser machen kann.
Sie fordern eine Änderung des Allgemeinen Gleich-Behandlungs-Gesetzes.
Das Allgemeine Gleich-Behandlungs-Gesetz schützt alle Menschen vor Benachteiligung.
Das Gesetz soll auch Diskriminierung durch den Staat verbieten.
Diskriminierung bedeutet: Jemand wird wegen seiner Herkunft oder Religion schlechter behandelt.
Außerdem soll das Gesetz mehr Rechte für Betroffene bringen.
Betroffene sind Menschen, die selbst Rassismus oder Benachteiligung erlebt haben.
Betroffene sollen länger Zeit haben, um Klage einzureichen.
Klage einreichen bedeutet: Du bittest ein Gericht um Hilfe.
Das Gericht soll entscheiden, ob du ungerecht behandelt wurdest.
Verbände sollen auch klagen dürfen.
Ein Verband ist eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam für ein Ziel kämpfen.
Alle Bundes-Länder sollen eigene Gesetze gegen Diskriminierung einführen.
Hintergrund:
Die Studie heißt InRa-Studie.
InRa steht für: Institutionen und Rassismus.
Institutionen sind wichtige Einrichtungen in einem Land, zum Beispiel Gerichte oder Behörden.
Die Studie lief von Anfang 2022 bis Ende 2024.
Viele Forscherinnen und Forscher aus 10 Forschungs-Einrichtungen haben mitgearbeitet.
Forschungs-Einrichtungen sind Orte, wo Menschen Dinge genau untersuchen.
Sie wollen neue Dinge herausfinden.
Die Forscherinnen und Forscher haben in 23 Einzel-Projekten geforscht.
Das Forschungs-Institut Gesellschaftlicher Zusammen-halt hat die Studie herausgegeben.
Gesellschaftlicher Zusammen-halt bedeutet: Menschen leben zusammen und helfen sich gegenseitig.
Das Bundes-Innen-Ministerium hat die Studie bezahlt.
Der Deutsche Bundes-Tag hat das beschlossen.
Im Dezember 2020 hat die damalige Bundes-Regierung einen Plan beschlossen.
Dieser Plan sollte Rechts-Extremismus und Rassismus bekämpfen.
Rechts-Extremismus ist eine gefährliche Meinung.
Diese Menschen glauben, dass nicht alle Menschen gleich wichtig sind.
Die InRa-Studie ist ein wichtiger Teil dieses Plans.

Foto: Sarah Eick
Berlin (kobinet) Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat den Umgang der Bundesregierung mit der bislang größten Studie zu "Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland" kritisiert. "Jede fünfte Anfrage in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes betrifft Diskriminierungen durch staatliche Stellen. Benachteiligungen in öffentlichen Institutionen sind leider weit verbreitet", sagte Ferda Ataman. "Diese Studie ist die bislang umfassendste und wichtigste Untersuchung dazu und wird vom Bundesinnenminister einfach unter den Tisch gekehrt", sagte Ataman am 23. Februar 2026 in Berlin. Sie forderte Minister Dobrindt auf, sein öffentliches Stillschweigen zu der von seinem Ministerium in Auftrag gegebenen Großstudie zu beenden. In der Studie werden Institutionen wie Jobcenter, Ausländerbehörden, Sozialämter und Jugendämter, aber auch die Polizei und Justiz in den Fokus genommen. Sie wurde bislang lediglich auf einer Internet-Seite des BMI zugänglich gemacht, begleitet von zwei distanzierenden Stellungnahmen.
„Eine Demokratie lebt vom Vertrauen ihrer Bürger in ihre Institutionen. Wenn Teile der Bevölkerung das Gefühl haben, strukturell benachteiligt zu werden, schwindet dieses Vertrauen. Diese Studie spricht eigentlich für die Bereitschaft zur Selbstreflexion und Transparenz, dazu muss die Bundesregierung aber auch dazu stehen“, sagte Ferda Ataman. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass es im behördlichen Handeln zu verschiedenen Formen struktureller rassistischer Diskriminierung kommt. Um Rassismus in Institutionen entgegenzuwirken, geben die Forschenden eine Reihe von Handlungsempfehlungen. Unter anderem fordern sie, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) um ein Verbot von Diskriminierungen durch staatliches Handeln zu erweitern. Eine Reform des AGG müsse auch ein Verbandsklagerecht beinhalten und die Fristen zur Rechtsdurchsetzung verlängern. Zudem sollten in allen Ländern Landesantidiskriminierungsgesetze eingeführt werden, um einen Schutz vor Diskriminierung durch Landes- und Kommunalbehörden zu verbieten.
Hintergrund:
Von Anfang 2022 bis Ende 2024 in der InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“ Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachbereichen in 23 Einzelprojekten an zehn verschiedenen Forschungseinrichtungen in Deutschland Rassismus in unterschiedlichen staatlichen Institutionen und Behörden. Die Studie wurde vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt herausgegen. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die vorliegende Studie ist eines der zentralen Vorhaben des im Dezember 2020 von der damaligen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmenkatalogs des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus.

Foto: Sarah Eick
Berlin (kobinet) Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat den Umgang der Bundesregierung mit der bislang größten Studie zu "Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland" kritisiert. "Jede fünfte Anfrage in der Antidiskriminierungsstelle des Bundes betrifft Diskriminierungen durch staatliche Stellen. Benachteiligungen in öffentlichen Institutionen sind leider weit verbreitet", sagte Ferda Ataman. "Diese Studie ist die bislang umfassendste und wichtigste Untersuchung dazu und wird vom Bundesinnenminister einfach unter den Tisch gekehrt", sagte Ataman am 23. Februar 2026 in Berlin. Sie forderte Minister Dobrindt auf, sein öffentliches Stillschweigen zu der von seinem Ministerium in Auftrag gegebenen Großstudie zu beenden. In der Studie werden Institutionen wie Jobcenter, Ausländerbehörden, Sozialämter und Jugendämter, aber auch die Polizei und Justiz in den Fokus genommen. Sie wurde bislang lediglich auf einer Internet-Seite des BMI zugänglich gemacht, begleitet von zwei distanzierenden Stellungnahmen.
„Eine Demokratie lebt vom Vertrauen ihrer Bürger in ihre Institutionen. Wenn Teile der Bevölkerung das Gefühl haben, strukturell benachteiligt zu werden, schwindet dieses Vertrauen. Diese Studie spricht eigentlich für die Bereitschaft zur Selbstreflexion und Transparenz, dazu muss die Bundesregierung aber auch dazu stehen“, sagte Ferda Ataman. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass es im behördlichen Handeln zu verschiedenen Formen struktureller rassistischer Diskriminierung kommt. Um Rassismus in Institutionen entgegenzuwirken, geben die Forschenden eine Reihe von Handlungsempfehlungen. Unter anderem fordern sie, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) um ein Verbot von Diskriminierungen durch staatliches Handeln zu erweitern. Eine Reform des AGG müsse auch ein Verbandsklagerecht beinhalten und die Fristen zur Rechtsdurchsetzung verlängern. Zudem sollten in allen Ländern Landesantidiskriminierungsgesetze eingeführt werden, um einen Schutz vor Diskriminierung durch Landes- und Kommunalbehörden zu verbieten.
Hintergrund:
Von Anfang 2022 bis Ende 2024 in der InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“ Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachbereichen in 23 Einzelprojekten an zehn verschiedenen Forschungseinrichtungen in Deutschland Rassismus in unterschiedlichen staatlichen Institutionen und Behörden. Die Studie wurde vom Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt herausgegen. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die vorliegende Studie ist eines der zentralen Vorhaben des im Dezember 2020 von der damaligen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmenkatalogs des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus.




