FRECHEN (kobinet)
Nach den Olympischen Spielen finden die Para-lympics statt.
Para-lympics bedeutet: Olympische Spiele für Menschen mit Behinderung.
Die Para-lympics finden in Italien statt.
Am 6. März werden sie eröffnet.
Die Eröffnung ist in Verona.
Verona ist eine Stadt in Italien.
Idriss Gonschinska hat ein Interview gegeben.
Er ist der Chef des Deutschen Behinderten-Sport-Verbandes.
Verband bedeutet: Eine große Gruppe von Vereinen.
Er spricht über die Para-lympics in Italien.
Er spricht auch über Barriere-Freiheit und Teil-Habe.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können überall hin.
Teil-Habe bedeutet: Alle Menschen können mitmachen.
Idriss Gonschinska sagt: Das ist kein Gefallen.
Das ist ein Menschen-Recht.
Menschen-Recht bedeutet: Jeder Mensch hat dieses Recht.
Idriss Gonschinska ist 57 Jahre alt.
Die Olympischen Spiele sind vorbei.
Sie haben viele Menschen begeistert.
Was erhoffen Sie sich von den Para-lympics?
Die Spiele sind noch nicht vorbei.
Sie machen nur eine Pause.
Am 6. März starten die Para-lympics.
Die Para-lympics sind mehr als ein Sport-Ereignis.
Sport-Ereignis bedeutet: Viele Menschen machen Sport zusammen.
Viele Leute schauen dabei zu.
Die Para-lympics zeigen: Menschen können sehr viel leisten.
Grenzen sind kein Ende, sondern ein Anfang.
Wir wollen den Para-Sport sichtbar machen.
Para-Sport bedeutet: Sport für Menschen mit Behinderung.
Die Freude im ganzen Team ist sehr groß.
Mit welchen Zielen fährt das Team Deutschland zu den Para-lympics?
Wir haben schon 2 Ziele erreicht.
Wir nehmen in mehr Sport-Arten teil als je zuvor.
Wir schicken die größte Mann-Schaft seit 28 Jahren.
Mann-Schaft bedeutet: Eine Gruppe von Menschen, die zusammen für ein Ziel arbeiten.
Alle wollen zeigen: Wir geben nicht auf.
Wir wollen zu den Besten der Welt gehören.
Wir wollen an gute Ergebnisse anknüpfen.
Anknüpfen bedeutet: An etwas Gutem weitermachen.
Wir wollen Menschen bewegen und begeistern.
Wir wollen Vor-Urteile abbauen.
Vor-Urteil bedeutet: Jemanden falsch einschätzen, ohne ihn zu kennen.
Wir wollen den Para-Sport in Deutschland stärken.
Was macht die Para-lympics besonders?
Die Para-lympics sind mehr als Spiele.
Sie zeigen: Wie wollen wir als Gesell-Schaft leben?
Gesell-Schaft bedeutet: Alle Menschen, die zusammen leben.
Die Para-lympics verbinden tollen Sport und starke Per-Sön-Lich-Keiten.
Per-Sön-Lich-Keiten sind besondere Menschen.
Sie begeistern Menschen auf der ganzen Welt.
Was würde Deutschland von Para-lympischen Spielen haben?
Para-lympische Spiele stehen für Inklusion und Respekt.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die Spiele in Paris 2024 haben etwas gezeigt.
Para-Sport kann ganze Gesell-Schaften verändern.
Er kann Barrieren abbauen.
Barrieren sind Hindernisse für Menschen mit Behinderung.
Deutschland hat 2009 einen wichtigen Vertrag unterschrieben.
Darin geht es um die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Was können Para-lympics für diese Ziele tun?
Ein Land mit Para-lympics entscheidet sich für Inklusion.
Inklusion ist kein Extra.
Sie ist ein Wert und ein Recht.
Deutschland könnte diese Energie nutzen.
Barriere-Freiheit und Teil-Habe sind ein Menschen-Recht.
Das soll man nicht nur sagen, sondern auch leben.
Was würden Para-lympics für die Infra-Struktur bringen?
Infra-Struktur bedeutet: Straßen, Gebäude, Bahn-Höfe und mehr.
Viele Dinge werden für die Spiele gebaut.
Zum Beispiel barriere-arme Bahn-Höfe und Sport-Stätten.
Sport-Stätten sind Orte für Sport.
Zum Beispiel: Turn-Hallen, Schwimm-Bäder oder Fuß-Ball-Plätze.
Diese Dinge bleiben auch nach den Spielen.
Davon haben viele Menschen einen Vorteil.
Menschen mit Behinderung haben einen Vorteil davon.
Ältere Menschen haben einen Vorteil davon.
Familien mit Kindern haben einen Vorteil davon.
Was für die Spiele gebaut wird, hilft vielen Menschen lange.
Was kann Deutschland von para-lympischen Sport-Lerinnen und Sport-Lern lernen?
Para-lympische Sport-Lerinnen und Sport-Ler zeigen uns Mut.
Mut bedeutet: Aufstehen, auch wenn es schwer ist.
Sie sind Vor-Bilder für Zusammen-Halt.
Vor-Bild bedeutet: Ein Mensch, der etwas sehr gut macht.
Zusammen-Halt bedeutet: Menschen helfen sich gegenseitig.
Sie sind füreinander da.
Sie zeigen: Viel-Falt ist eine Stärke.
Viel-Falt bedeutet: Menschen sind verschieden, und das ist gut.
Sie bringen uns dazu, uns mehr zu bewegen.
Was bringen Para-lympische Spiele dem Sport insgesamt?
Die Spiele sind ein Start-Punkt.
Sie schaffen Auf-Merk-Sam-Keit für den Para-Sport.
Auf-Merk-Sam-Keit bedeutet: Du schaust genau hin.
Sie schaffen neue Sport-Mög-Lich-Keiten für Menschen mit Behinderung.
Viele Menschen mit Behinderung haben heute zu wenig Zugang zum Sport.
Zugang bedeutet: Du kannst einen Ort benutzen und dorthin gehen.
Das soll sich ändern.
Dafür braucht es Sport-Angebote überall in Deutschland.
Sport-Angebote sind Möglichkeiten zum Sport-Machen.
Zum Beispiel: Schwimmen oder Turnen.
Mehr Vereine sollen sich für Menschen mit Behinderung öffnen.
Sport-Stätten müssen barriere-frei sein.
Das muss bei jedem Neu-Bau so sein.
Neu-Bau bedeutet: Ein neues Gebäude, das gerade gebaut wird.
Menschen mit Behinderung brauchen Sport-Hilfs-Mittel.
Sport-Hilfs-Mittel sind zum Beispiel Roll-Stühle für den Sport.
Diese Hilfs-Mittel müssen leicht zu bekommen sein.
Und sie müssen für alle gerecht zu bekommen sein.
Haben Olympische und Para-lympische Spiele eine lang-fristige Wirkung?
Lang-fristige Wirkung bedeutet: Etwas verändert sich über lange Zeit.
Das dauert viele Monate oder Jahre.
Ich bin überzeugt: Diese Spiele verändern etwas dauerhaft.
Dauerhaft bedeutet: Für sehr lange Zeit.
Das haben die Spiele in Paris gezeigt.
Sport wurde dort schon Jahre vorher wichtiger.
Frank-Reich feierte viele Erfolge.
Menschen mit Behinderung wurden dort anders gesehen.
Das Internationale Para-lympische Komitee hat eine Unter-Such-Ung gemacht.
Komitee bedeutet: Eine Gruppe von Menschen, die etwas leitet.
Unter-Such-Ung bedeutet: Forscher stellen Fragen und schauen sich die Ergebnisse an.
Über 70 von 100 Befragten sagten: Die Spiele haben meine Sicht verändert.
Sie sehen Menschen mit Behinderung jetzt positiver.
Auch Deutschland kann sich um Olympische und Para-lympische Spiele bewerben.
Das würde den Para-Sport in die Mitte der Gesell-Schaft bringen.

Foto: Picture Alliance
FRECHEN (kobinet) Im Anschluss an die Olympischen Spiele blickt blickt die Sportwelt auf die Paralympics in Italien, welche am 6. März in Verona eröffnet werden. Der Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Idriss Gonschinska, hat sich mit dem Blick auf diese Paralympics in einem Interview zur Bedeutung von Barrierefreiheit und Teilhabe geäußert, die, so unterstreicht er in dem Zusammenhang, keine nette Geste, sondern ein Menschenrecht sind. Zudem äußert sich der 57-Jährige zur Bewerbung um Spiele in Deutschland – und zu den nachhaltigen Potenzialen, die insbesondere die Paralympics mitbringen. Im Folgenden geben wir dieses Interview in gering bearbeiteter Form wider.
Frage: Die Olympischen Spiele sind vorbei und haben begeistert mit vielen Emotionen, Erfolgen und spannenden Wettkämpfen vor traumhaftem Alpen-Panorama. Was sind die Hoffnungen vor den Paralympics?
Idriss Gonschinska: Die Spiele sind noch nicht vorbei, sie machen nur eine Pause und nehmen am 6. März wieder richtig Fahrt auf, wenn die Paralympics eröffnet werden. Wenn wir über die Paralympics sprechen, dann reden wir nicht nur über ein Sportereignis. Wir sprechen über ein globales Momentum, über ein Warum: Wir wollen zeigen, wozu der Mensch fähig ist, wenn wir Grenzen nicht als Hindernisse, sondern als Anfang begreifen. Die Olympischen Spiele haben uns begeistert – und die Paralympics erinnern uns daran, dass Emotionen nicht weniger werden, wenn wir sie teilen, sondern größer. Wir wollen diese Bühne nutzen, um ein besonderes Licht auf den Para Sport zu werfen – klar, kraftvoll, selbstverständlich. Die Vorfreude und Motivation im ganzen Team sind entsprechend riesig.
Frage: Mit welchen Zielen reist das Team Deutschland Paralympics nach Italien?
Idriss Gonschinska: Zwei Meilensteine haben wir bereits erreicht: Wir werden in so vielen Sportarten vertreten sein wie nie zuvor und schicken die größte Mannschaft seit 28 Jahren nach Italien. Unser Ziel ist nicht nur Erfolg – unser Ziel ist Bedeutung. Wir reisen mit erfahrenen Charakteren und mutigen Newcomer*innen zu den Paralympics. Sie alle verbindet ein gemeinsames Warum: Sie zeigen, was möglich ist, wenn man sich entscheidet, nicht bei der eigenen Begrenzung stehenzubleiben. Natürlich wollen wir sportlich in der absoluten Weltspitze dabei sein und die vielen sehr guten Ergebnisse der Weltcupsaison wiederholen. Ebenso wichtig ist: Wir wollen Menschen berühren. Wir wollen Barrieren in Köpfen verschieben. Und wir wollen dem Para Sport in Deutschland einen sichtbaren, nachhaltigen Schub geben und für Inklusion werben.
Frage: Was macht die Paralympics aus?
Idriss Gonschinska Die Paralympics sind mehr als Spiele – sie sind ein Spiegel dafür, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen wollen. Sie vereinen sportliche Exzellenz, beeindruckende Persönlichkeiten und eine Atmosphäre, die Menschen weltweit inspiriert.
Frage: Welchen Mehrwert hätten Paralympische Spiele in Deutschland?
Idriss Gonschinska Die Paralympischen Spiele stehen für Inklusion, Inspiration, Vielfalt und Respekt. Sie verbinden uns, weil sie das Wesentliche sichtbar machen: den Willen, über uns hinauszuwachsen. Die Spiele in Paris 2024 haben gezeigt, dass der Para Sport die Kraft hat, ganze Gesellschaften und ihre Einstellungen zu verändern sowie Barrieren zu überwinden – räumlich wie mental.
Frage: 2009 hat Deutschland die Behindertenrechtkonvention der Vereinten Nationen unterschrieben. Was könnten Paralympics mit Blick auf die Umsetzung der vereinbarten Ziele leisten?
Idriss Gonschinska: In Land, das Paralympische Spiele ausrichtet, entscheidet sich für mehr als ein Großereignis. Es entscheidet sich für eine Haltung: Inklusion ist kein Zusatz. Sie ist ein Wert. Ein Anspruch. Eine Zukunftsfrage. In Deutschland könnten wir diese Energie nutzen, um Inklusion nicht nur zu fordern, sondern zu leben. Nicht nur während der Spiele, sondern bereits auf dem Weg dorthin. Es ist die Chance, zu zeigen: Barrierefreiheit und Teilhabe sind keine nette Geste – sie sind ein Menschenrecht.
Frage: Welchen Nutzen hätten Paralympics in Deutschland für die Infrastruktur?
Idriss Gonschinska Investitionen in barrierearme Mobilität, moderne Sportstätten und Assistenztechnologien sowie eine zugängliche öffentliche Infrastruktur bleiben als dauerhaftes Vermächtnis bestehen. Von einem Rückgang der Barrieren im öffentlichen Raum profitieren Menschen mit Behinderung ebenso wie Senior*innen und Familien mit Kindern. Jede Rampe, jeder barrierefreie Bahnhof, jede zugängliche Sportstätte erzählt die gleiche Geschichte: Wir bauen eine Gesellschaft, an der jede und jeder teilhaben kann. Kurzum: Was für die Spiele gebaut wird, verbessert das Leben vieler Menschen weit über das Event hinaus.
Frage: Was kann Deutschland von paralympischen Athlet*innen lernen?
Idriss Gonschinska: Paralympische Athlet*innen lehren uns etwas Fundamentales: Mut entsteht nicht im Erfolg, sondern im Aufstehen davor. Sie sind Vorbilder für Haltung, für Zusammenhalt, für Perspektivenwechsel. Sie inspirieren Menschen zu mehr Bewegung – körperlich wie mental. Und sie geben unserer Gesellschaft etwas sehr Wertvolles zurück: den Glauben, dass Vielfalt eine Stärke ist.
Frage: Was bringen Paralympische Spiele dem Sport von Menschen mit Behinderung insgesamt?
Idriss Gonschinska Die Spiele sind ein Startpunkt. Sie schaffen Aufmerksamkeit, sie schaffen Infrastruktur, sie schaffen Wege für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, die heute noch zu selten Zugang zum Sport haben. Sie erzeugen Impulse für den Breitensport, für ehrenamtliches Engagement sowie für innovative Reha- und Bewegungsangebote. Ziel muss es sein, dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, der bei Menschen mit Behinderung überproportional ausgeprägt ist – mit allen positiven Folgen für Gesundheit und Mobilität. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es insbesondere flächendeckende und wohnortnahe Sportangebote und damit mehr Vereine, die sich für Menschen mit Behinderung öffnen. Notwendige Voraussetzungen sind darüber hinaus barrierefreie Sportstätten, verpflichtend bei Neubauten und Sanierungen, sowie eine gerechte und unbürokratische Versorgung mit Sporthilfsmitteln.
Frage: Erzeugen Olympische und Paralympische Spiele nachhaltige Wirkung oder bleibt es beschränkt auf den Zeitraum der Spiele?
Idriss Gonschinska Ich bin überzeugt: Diese Spiele verändern etwas – tief, nachhaltig, über Generationen hinaus. Das haben nicht zuletzt die Spiele in Paris gezeigt: Sport gewann schon Jahre vor der Austragung sowohl in der Schule als auch im Alltag deutlich an Bedeutung. Frankreich feierte Rekorderfolge – und zugleich erfolgte eine neue Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung. Laut einer Studie des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) gaben über 70 Prozent der Befragten an, die Spiele hätten ihre Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung positiv verändert. Für uns steht fest: Mit der Bewerbung für Olympischen und Paralympischen Spiele können wir den Sport von Menschen mit Behinderung auch in Deutschland dahin holen, wo er hingehört: in die Mitte der Gesellschaft.

Foto: Picture Alliance
FRECHEN (kobinet) Im Anschluss an die Olympischen Spiele blickt blickt die Sportwelt auf die Paralympics in Italien, welche am 6. März in Verona eröffnet werden. Der Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Idriss Gonschinska, hat sich mit dem Blick auf diese Paralympics in einem Interview zur Bedeutung von Barrierefreiheit und Teilhabe geäußert, die, so unterstreicht er in dem Zusammenhang, keine nette Geste, sondern ein Menschenrecht sind. Zudem äußert sich der 57-Jährige zur Bewerbung um Spiele in Deutschland – und zu den nachhaltigen Potenzialen, die insbesondere die Paralympics mitbringen. Im Folgenden geben wir dieses Interview in gering bearbeiteter Form wider.
Frage: Die Olympischen Spiele sind vorbei und haben begeistert mit vielen Emotionen, Erfolgen und spannenden Wettkämpfen vor traumhaftem Alpen-Panorama. Was sind die Hoffnungen vor den Paralympics?
Idriss Gonschinska: Die Spiele sind noch nicht vorbei, sie machen nur eine Pause und nehmen am 6. März wieder richtig Fahrt auf, wenn die Paralympics eröffnet werden. Wenn wir über die Paralympics sprechen, dann reden wir nicht nur über ein Sportereignis. Wir sprechen über ein globales Momentum, über ein Warum: Wir wollen zeigen, wozu der Mensch fähig ist, wenn wir Grenzen nicht als Hindernisse, sondern als Anfang begreifen. Die Olympischen Spiele haben uns begeistert – und die Paralympics erinnern uns daran, dass Emotionen nicht weniger werden, wenn wir sie teilen, sondern größer. Wir wollen diese Bühne nutzen, um ein besonderes Licht auf den Para Sport zu werfen – klar, kraftvoll, selbstverständlich. Die Vorfreude und Motivation im ganzen Team sind entsprechend riesig.
Frage: Mit welchen Zielen reist das Team Deutschland Paralympics nach Italien?
Idriss Gonschinska: Zwei Meilensteine haben wir bereits erreicht: Wir werden in so vielen Sportarten vertreten sein wie nie zuvor und schicken die größte Mannschaft seit 28 Jahren nach Italien. Unser Ziel ist nicht nur Erfolg – unser Ziel ist Bedeutung. Wir reisen mit erfahrenen Charakteren und mutigen Newcomer*innen zu den Paralympics. Sie alle verbindet ein gemeinsames Warum: Sie zeigen, was möglich ist, wenn man sich entscheidet, nicht bei der eigenen Begrenzung stehenzubleiben. Natürlich wollen wir sportlich in der absoluten Weltspitze dabei sein und die vielen sehr guten Ergebnisse der Weltcupsaison wiederholen. Ebenso wichtig ist: Wir wollen Menschen berühren. Wir wollen Barrieren in Köpfen verschieben. Und wir wollen dem Para Sport in Deutschland einen sichtbaren, nachhaltigen Schub geben und für Inklusion werben.
Frage: Was macht die Paralympics aus?
Idriss Gonschinska Die Paralympics sind mehr als Spiele – sie sind ein Spiegel dafür, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen wollen. Sie vereinen sportliche Exzellenz, beeindruckende Persönlichkeiten und eine Atmosphäre, die Menschen weltweit inspiriert.
Frage: Welchen Mehrwert hätten Paralympische Spiele in Deutschland?
Idriss Gonschinska Die Paralympischen Spiele stehen für Inklusion, Inspiration, Vielfalt und Respekt. Sie verbinden uns, weil sie das Wesentliche sichtbar machen: den Willen, über uns hinauszuwachsen. Die Spiele in Paris 2024 haben gezeigt, dass der Para Sport die Kraft hat, ganze Gesellschaften und ihre Einstellungen zu verändern sowie Barrieren zu überwinden – räumlich wie mental.
Frage: 2009 hat Deutschland die Behindertenrechtkonvention der Vereinten Nationen unterschrieben. Was könnten Paralympics mit Blick auf die Umsetzung der vereinbarten Ziele leisten?
Idriss Gonschinska: In Land, das Paralympische Spiele ausrichtet, entscheidet sich für mehr als ein Großereignis. Es entscheidet sich für eine Haltung: Inklusion ist kein Zusatz. Sie ist ein Wert. Ein Anspruch. Eine Zukunftsfrage. In Deutschland könnten wir diese Energie nutzen, um Inklusion nicht nur zu fordern, sondern zu leben. Nicht nur während der Spiele, sondern bereits auf dem Weg dorthin. Es ist die Chance, zu zeigen: Barrierefreiheit und Teilhabe sind keine nette Geste – sie sind ein Menschenrecht.
Frage: Welchen Nutzen hätten Paralympics in Deutschland für die Infrastruktur?
Idriss Gonschinska Investitionen in barrierearme Mobilität, moderne Sportstätten und Assistenztechnologien sowie eine zugängliche öffentliche Infrastruktur bleiben als dauerhaftes Vermächtnis bestehen. Von einem Rückgang der Barrieren im öffentlichen Raum profitieren Menschen mit Behinderung ebenso wie Senior*innen und Familien mit Kindern. Jede Rampe, jeder barrierefreie Bahnhof, jede zugängliche Sportstätte erzählt die gleiche Geschichte: Wir bauen eine Gesellschaft, an der jede und jeder teilhaben kann. Kurzum: Was für die Spiele gebaut wird, verbessert das Leben vieler Menschen weit über das Event hinaus.
Frage: Was kann Deutschland von paralympischen Athlet*innen lernen?
Idriss Gonschinska: Paralympische Athlet*innen lehren uns etwas Fundamentales: Mut entsteht nicht im Erfolg, sondern im Aufstehen davor. Sie sind Vorbilder für Haltung, für Zusammenhalt, für Perspektivenwechsel. Sie inspirieren Menschen zu mehr Bewegung – körperlich wie mental. Und sie geben unserer Gesellschaft etwas sehr Wertvolles zurück: den Glauben, dass Vielfalt eine Stärke ist.
Frage: Was bringen Paralympische Spiele dem Sport von Menschen mit Behinderung insgesamt?
Idriss Gonschinska Die Spiele sind ein Startpunkt. Sie schaffen Aufmerksamkeit, sie schaffen Infrastruktur, sie schaffen Wege für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, die heute noch zu selten Zugang zum Sport haben. Sie erzeugen Impulse für den Breitensport, für ehrenamtliches Engagement sowie für innovative Reha- und Bewegungsangebote. Ziel muss es sein, dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, der bei Menschen mit Behinderung überproportional ausgeprägt ist – mit allen positiven Folgen für Gesundheit und Mobilität. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es insbesondere flächendeckende und wohnortnahe Sportangebote und damit mehr Vereine, die sich für Menschen mit Behinderung öffnen. Notwendige Voraussetzungen sind darüber hinaus barrierefreie Sportstätten, verpflichtend bei Neubauten und Sanierungen, sowie eine gerechte und unbürokratische Versorgung mit Sporthilfsmitteln.
Frage: Erzeugen Olympische und Paralympische Spiele nachhaltige Wirkung oder bleibt es beschränkt auf den Zeitraum der Spiele?
Idriss Gonschinska Ich bin überzeugt: Diese Spiele verändern etwas – tief, nachhaltig, über Generationen hinaus. Das haben nicht zuletzt die Spiele in Paris gezeigt: Sport gewann schon Jahre vor der Austragung sowohl in der Schule als auch im Alltag deutlich an Bedeutung. Frankreich feierte Rekorderfolge – und zugleich erfolgte eine neue Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung. Laut einer Studie des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) gaben über 70 Prozent der Befragten an, die Spiele hätten ihre Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung positiv verändert. Für uns steht fest: Mit der Bewerbung für Olympischen und Paralympischen Spiele können wir den Sport von Menschen mit Behinderung auch in Deutschland dahin holen, wo er hingehört: in die Mitte der Gesellschaft.




