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Kostenexplosion für Rollstuhltickets bei der Fußball-WM 2026

Zeichung von einem Spielfeld  in einem Stadiom mit einem großen Fußball auf  dem Feld
Gemeinsame Fußballerlebnisse könnten allen Spaß machen
Foto: Pixabay/Pixaline

Washington, D.C. (kobinet) Bei der anstehenden FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko droht Menschen mit Behinderung ein faktischer Ausschluss vom Stadionbesuch. Ursache sind massive Preissteigerungen und eine Ticketpolitik, die notwendige Assistenz systematisch verteuert. Wie ran.de berichtet, müssen Fans mit Behinderung im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2022 Preissteigerungen von bis zu 4.900 Prozent hinnehmen. Während Tickets in der günstigsten Kategorie für 45 Pfund (rund 52 Euro) angeboten werden, sind diese für Menschen mit Behinderung nicht verfügbar. Barrierefreie Plätze werden ausschließlich in deutlich teureren Kategorien angeboten.

Besonders gravierend ist eine weitere Änderung: Anders als bei der WM 2022 sind Tickets für notwendige Begleitpersonen nicht mehr kostenfrei, sondern müssen zum regulären Preis erworben werden. Für Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, verdoppeln sich die ohnehin hohen Kosten damit automatisch.

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Beispiel aus dem Bericht: Will ein Rollstuhlfahrer das Gruppenspiel der englischen Nationalmannschaft am 17. Juni in Dallas besuchen, kostet das Ticket mindestens 198 Pfund (rund 228 Euro). Für die Begleitperson fällt derselbe Betrag nochmals an. Insgesamt belaufen sich die reinen Ticketkosten damit auf rund 456 Euro.

Die Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) kritisiert diese Preisgestaltung scharf. Sie spricht von einem „Skandal“ und sieht einen klaren Widerspruch zu den von der FIFA formulierten Zielen von Inklusion und Teilhabe. Besonders problematisch sei, dass barrierefreie Plätze aus den günstigen Kategorien ausgeschlossen werden, während Menschen mit Behinderung gleichzeitig für ihre notwendige Unterstützung zusätzlich zahlen müssen.

Diese Praxis ist kein Randproblem, sondern Ausdruck eines strukturellen Versagens. Wer auf Assistenz angewiesen ist, wird finanziell bestraft. Wer barrierefreie Plätze benötigt, wird aus günstigen Angeboten ausgeschlossen. Teilhabe wird so zur Frage des Geldbeutels.

Eine Weltmeisterschaft, die Menschen mit Behinderung durch ihre Preis- und Ticketpolitik faktisch ausschließt, kann nicht glaubwürdig von Inklusion sprechen. Sie ist kein Fußballfest für alle, sondern ein Ereignis für diejenigen, die es sich leisten können.

Link zum Bericht auf ran.de