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Erinnerungsarbeit in Pirna-Sonnenstein mit wachsender gesellschaftlicher Relevanz

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Foto: StSG, Foto: Jürgen Lösel

Pirna-Sonnenstein (kobinet) Mit 21.018 Gästen war die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein auch im Jahr 2025 ein vielbesuchter Ort des Erinnerns, des Lernens und der Auseinandersetzung mit der Geschichte der nationalsozialistischen Krankenmorde. Der Zuwachs von fast 2.000 Besucherinnen und Besuchern im Vergleich zum Vorjahr verdeutlicht das anhaltende gesellschaftliche Interesse an der Arbeit des Erinnerungsortes, heißt es in einer Presseinformation der Gedenkstätte.

Über 12.000 Menschen nutzten die vielfältigen pädagogischen Angebote, um sich intensiv mit den historischen Verbrechen und ihren ethischen, medizinischen und gesellschaftlichen Dimensionen auseinanderzusetzen. Neben zahlreichen Schulklassen kamen erneut Studierende der Medizin, der Hochschule der Sächsischen Polizei sowie Auszubildende aus sozialen und gesundheitlichen Berufsfeldern nach Pirna-Sonnenstein. Erstmals nahmen auch Auszubildende der Polizeifachschule Schneeberg an einem Bildungsangebot teil. Diese Entwicklung zeigt, dass nach Ansicht der Gedenkstätte historisch-politische Bildung zunehmend als Teil beruflicher Verantwortung verstanden wird.

Auch der Erinnerungsort selbst wurde im Jahr 2025 weiterentwickelt. Im Herbst begannen die lange vorbereiteten Umbaumaßnahmen der sanitären Anlagen. Ab voraussichtlich März 2026 stehen den Besucherinnen und Besuchern während der gesamten Öffnungszeiten ausreichende und barrierefreie Toiletten zur Verfügung – ein wichtiger Schritt hin zu einer Gedenkstätte für alle.

Seit Dezember 2025 ergänzt ein Audioguide in Einfacher Sprache das bestehende Angebot. Er richtet sich insbesondere an den stetig wachsenden Kreis der Einzelbesuchenden und ermöglicht es, den Erinnerungsort individuell, selbstbestimmt und barriereärmer zu erschließen.

Am 27. Januar sind alle Interessierten herzlich eingeladen, die Gedenkstätte um 17.30 Uhr mit selbstgestalteten Lichtertüten zu erleuchten und gemeinsam ein sichtbares Zeichen des Erinnerns zu setzen. Weiterhin findet am 1. November 2026 anlässlich des Jahres der Jüdischen Kultur in Sachsen ein Sonnenstein-Symposium statt, das sich der jüdischen Wohlfahrt unter nationalsozialistischer Herrschaft widmet.

Interessierten bietet die Gedenkstätte zudem jeden Samstag um 14 Uhr eine kostenlose öffentliche Führung an. In den Monaten Juli und August findet dieses Angebot täglich statt.