WIEN (kobinet)
In Österreich gibt es die Österreichische Gebärden-Sprache.
Die kurze Form ist: ÖGS.
Gebärden-Sprache bedeutet: Man spricht mit den Händen.
Gehörlose Menschen nutzen Gebärden-Sprache.
Gehörlose Menschen können nicht hören.
Gehör-los bedeutet: Eine Person hört nichts.
Man sagt auch: taub.
Sie sprechen mit den Händen.
Das nennt man: Gebärden-Sprache.
In Österreich leben viele gehörlose Menschen.
Es sind 8.000 bis 10.000 Menschen.
Sie benutzen die ÖGS jeden Tag.
Am 3. Dezember war ein wichtiger Tag.
Der Tag heißt: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen.
Behinderung bedeutet: Etwas ist schwierig zu machen.
Manche Sachen gehen nicht so leicht.
An diesem Tag gab es eine Warnung.
Die Warnung kam vom Österreichischen Gehörlosen-Bund.
Das ist ein Verein.
Der Verein heißt kurz: ÖGLB.
Der Verein hilft gehörlosen Menschen.
Er setzt sich für ihre Rechte ein.
Die Regierung will Geld sparen.
Das soll in den Jahren 2025 und 2026 passieren.
Dann gibt es weniger Hilfe für gehörlose Menschen.
Der ÖGLB hat eine Umfrage gemacht.
Viele Einrichtungen haben mit-gemacht.
Zum Beispiel: Gehörlosen-Vereine.
Auch Kranken-Häuser haben mit-gemacht.
Auch Schulen und Beratungs-Stellen haben mit-gemacht.
Die Umfrage hatte eine Frage.
Die Frage war: Gibt es schon weniger Geld?
Die Antworten waren schlecht.
Viele Einrichtungen haben Probleme.
Manche müssen Mitarbeiter entlassen.
Es gibt weniger Dolmetscher.
Dolmetscher bedeutet: Eine Person kann mehrere Sprachen sprechen.
Sie übersetzt für andere Menschen.
Dolmetscher übersetzen die Gebärden-Sprache.
Auch die Beratung wird schlechter.
Besonders schlimm ist es für taub-blinde Menschen.
Taub-blind bedeutet: Ein Mensch hört nicht.
Und der Mensch sieht nicht.
Diese Menschen brauchen besondere Hilfe.
Diese Hilfe ist jetzt in Gefahr.
Der ÖGLB hat 7 Forderungen.
Die Forderungen gehen an die Regierung.
Die Regierung soll diese Dinge tun:
1. Es muss genug Angebote in ÖGS geben.
Diese Angebote müssen überall in Österreich sein.
Gehörlose Menschen brauchen Bildung in ÖGS.
2. Schulen müssen mehr Dolmetscher bekommen.
Auch Kranken-Häuser brauchen Dolmetscher.
Auch Ämter brauchen Dolmetscher.
Alle gehörlosen Menschen sollen gut lernen können.
3. Die Lehr-Pläne müssen besser werden.
Lehr-Pläne sind Regeln für den Unterricht.
Der Unterricht soll in ÖGS sein.
Und der Unterricht soll in Deutsch sein.
4. Besondere Angebote müssen weiter bestehen.
Zum Beispiel: Angebote für taub-blinde Menschen.
Diese Angebote brauchen genug Geld.
5. Es gab einen Bildungs-Kongress.
Ein Kongress ist ein großes Treffen.
Dort sprechen viele Menschen über das Lernen.
Dort gab es gute Ideen für die Bildung.
Diese Ideen müssen umgesetzt werden.
6. Barrieren müssen weg.
Barriere bedeutet: Ein Hindernis.
Etwas ist im Weg.
Alle gehörlosen Menschen sollen überall mit-machen können.
7. Menschen mit Behinderungen müssen mit-reden dürfen.
Sie sollen bei wichtigen Entscheidungen dabei sein.
Helene Jarmer ist die Präsidentin vom ÖGLB.
Präsidentin bedeutet: Sie ist die Chefin.
Sie sagt: Inklusion ist sehr wichtig.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind dabei.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die Regierung muss Geld für Inklusion ausgeben.
Helene Jarmer sagt auch: Barrieren sind wie Mauern.
Diese Mauern sind in den Köpfen der Menschen.
Es geht um Menschen-Rechte.
Alle Menschen müssen die gleichen Chancen haben.

Foto: public domain
WIEN (kobinet) Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist zentrale Kommunikations- und Unterrichtssprache für gehörlose Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In Österreich leben schätzungsweise 8.000 bis 10.000 gehörlose Menschen, die die ÖGS als ihre Hauptkommunikationsform nennen. Anlässlich des gestrigen Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen warnte der Österreichische Gehörlosenbund eindringlich vor den geplanten Sparmaßnahmen im Doppelbudget 2025/26, da zentrale Angebote für Barrierefreiheit, Gebärdensprache und echte Teilhabe gefährdet werden.
Der ÖGLB hat dazu in den vergangenen Wochen eine Umfrage unter seinen Vernetzungspartnern – von Gehörlosenvereinen über Krankenhäuser und Universitäten bis hin zu Beratungs- und Bildungseinrichtungen – durchgeführt, um zu erheben, ob und in welcher Form sie bereits von Kürzungen betroffen sind oder Einschnitte befürchten. Die ersten Rückmeldungen sind ernüchternd: Sie reichen von drohendem Personalabbau, gekürzten Projekten und sinkender Dolmetsch- und Beratungsqualität über zusätzliche bürokratische Hürden bis hin zur akuten Gefährdung spezialisierter Angebote, etwa für taubblinde Menschen.
Der ÖGLB fordert die Bundesregierung auf, im Doppelbudget 2025/26 verbindlich und umfassend folgende Maßnahmen zur Stärkung von Gebärdensprache, Barrierefreiheit und Inklusion zu sichern:
- Ausreichend finanzierte und flächendeckende Angebote in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) zur Kommunikationsförderung und Bildung gehörloser Menschen
- Ausbau inklusiver Bildungsstrukturen sowie ausreichende Ressourcen für Dolmetschdienste in Bildung, Gesundheitswesen und öffentlichen Institutionen
- Optimierung und Umsetzung der ÖGS – Lehrpläne, die bilingual-bimodale Bildungskonzepte mit ÖGS und Deutsch einschließen
- Sicherstellung nachhaltiger Förderungen für spezialisierte Angebote, insbesondere auch im Bereich der Taubblindheit und weiterer besonderer Bedarfe
- Umsetzung der bildungspolitischen Empfehlungen aus dem 5. Bildungskongress der Gehörlosenverbände des DACH-Raums, darunter mehr Qualitätssicherung, Personalstärkung und Sichtbarmachung der ÖGS in allen Bildungsbereichen
- Politische und finanzielle Maßnahmen, die Barrieren abbauen und chancengleiche Teilhabe von gehörlosen Menschen in allen Lebensbereichen fördern
- Konsequente Einbindung von Menschen mit Behinderungen in alle relevanten Planungs-, Entscheidungs- und Evaluationsprozesse
„Diese Forderungen spiegeln die dringende Notwendigkeit wider, Inklusion als integralen und nicht verhandelbaren Bestandteil von Politik und Budgetpolitik zu verankern“, denn „Wer Barrieren für gehörlose Menschen stehen lässt, baut gleichzeitig Mauern in den Köpfen. Es geht um nichts weniger als um Chancengleichheit und Menschenrechte“, so Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes.

Foto: public domain
WIEN (kobinet) Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist zentrale Kommunikations- und Unterrichtssprache für gehörlose Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In Österreich leben schätzungsweise 8.000 bis 10.000 gehörlose Menschen, die die ÖGS als ihre Hauptkommunikationsform nennen. Anlässlich des gestrigen Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen warnte der Österreichische Gehörlosenbund eindringlich vor den geplanten Sparmaßnahmen im Doppelbudget 2025/26, da zentrale Angebote für Barrierefreiheit, Gebärdensprache und echte Teilhabe gefährdet werden.
Der ÖGLB hat dazu in den vergangenen Wochen eine Umfrage unter seinen Vernetzungspartnern – von Gehörlosenvereinen über Krankenhäuser und Universitäten bis hin zu Beratungs- und Bildungseinrichtungen – durchgeführt, um zu erheben, ob und in welcher Form sie bereits von Kürzungen betroffen sind oder Einschnitte befürchten. Die ersten Rückmeldungen sind ernüchternd: Sie reichen von drohendem Personalabbau, gekürzten Projekten und sinkender Dolmetsch- und Beratungsqualität über zusätzliche bürokratische Hürden bis hin zur akuten Gefährdung spezialisierter Angebote, etwa für taubblinde Menschen.
Der ÖGLB fordert die Bundesregierung auf, im Doppelbudget 2025/26 verbindlich und umfassend folgende Maßnahmen zur Stärkung von Gebärdensprache, Barrierefreiheit und Inklusion zu sichern:
- Ausreichend finanzierte und flächendeckende Angebote in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) zur Kommunikationsförderung und Bildung gehörloser Menschen
- Ausbau inklusiver Bildungsstrukturen sowie ausreichende Ressourcen für Dolmetschdienste in Bildung, Gesundheitswesen und öffentlichen Institutionen
- Optimierung und Umsetzung der ÖGS – Lehrpläne, die bilingual-bimodale Bildungskonzepte mit ÖGS und Deutsch einschließen
- Sicherstellung nachhaltiger Förderungen für spezialisierte Angebote, insbesondere auch im Bereich der Taubblindheit und weiterer besonderer Bedarfe
- Umsetzung der bildungspolitischen Empfehlungen aus dem 5. Bildungskongress der Gehörlosenverbände des DACH-Raums, darunter mehr Qualitätssicherung, Personalstärkung und Sichtbarmachung der ÖGS in allen Bildungsbereichen
- Politische und finanzielle Maßnahmen, die Barrieren abbauen und chancengleiche Teilhabe von gehörlosen Menschen in allen Lebensbereichen fördern
- Konsequente Einbindung von Menschen mit Behinderungen in alle relevanten Planungs-, Entscheidungs- und Evaluationsprozesse
„Diese Forderungen spiegeln die dringende Notwendigkeit wider, Inklusion als integralen und nicht verhandelbaren Bestandteil von Politik und Budgetpolitik zu verankern“, denn „Wer Barrieren für gehörlose Menschen stehen lässt, baut gleichzeitig Mauern in den Köpfen. Es geht um nichts weniger als um Chancengleichheit und Menschenrechte“, so Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes.




