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Momentaufnahme 414

Halbmond zwischen zwei Hochhäudern, in einem der Fenster brennt Licht
Halbmond
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Das letzte Geheimnis der Kunst, wird denen immer verborgen sein, welche die Wahrheit mehr lieben als die Schönhiet. (Oscar Wilde)

Oscar Wilde war ein Mann, der das Leben wie ein Kunstwerk betrachtete. Er wurde 1854 in Dublin geboren und wuchs in einem Haus auf, in dem Gedichte, Legenden und glänzende Gesellschaftssatiren zum Alltag gehörten. Kein Wunder, dass er schon früh lernte, Worte wie Juwelen zu setzen.
Als junger Mann reiste er durch Europa und später durch Amerika, wo er mit seinem schillernden Auftreten selbst nüchterne Cowboys zum Staunen brachte. Wilde liebte paradoxe Bonmots – Sätze, die einem zunächst widersprechen, dann aber plötzlich vollkommen wahr klingen.
Seinen literarischen Ruhm verdankte er vor allem dem Roman The Picture of Dorian Gray und seinen Komödien, die bis heute mit feiner Ironie funkeln. Er war überzeugt, dass Schönheit und Humor die Welt nicht retten, aber zumindest erträglicher machen.
Wilde blieb bis zum Ende ein Meister des eleganten Widerspruchs – ein Mann, der sagte, das Leben sei zu wichtig, um es ernst zu nehmen, und dabei jede Zeile so ernsthaft schön schrieb, dass sie noch heute lebt.