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Berufliche Bildung heißt auch, Geschichte näher zu bringen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich im Kreis aufgestellt und betrachten Bilder
Mit der Beschäftigung mit der Geschichte lernen
Foto: Oliver Hammes

BAD KREUZNACH (kobinet) Der Bereich Berufliche Bildung in den Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen der Stiftung kreuznacher diakonie ist mit einer Gruppe Beschäftigter in das frühere KZ Osthofen gefahren, um Antworten auf solche wichtige Fragen zu erhalten wie: "Warum hat niemand etwas dagegen getan? Wie konnte das passieren?" Dieses Konzentrationslager gehörte damals zu den ersten Konzentrationslagern, die das NS-Regime 1933 direkt nach der Machtübernahme eingerichtet hatte. Solche und andere Besuche dienen dazu, politische Bildung und Zusammenhänge zu vermitteln. An diesem Tag stand das Thema "Nationalsozialismus und die Verfolgung von Minderheiten" im Mittelpunkt.

Zwei speziell geschulte Guides empfingen die Beschäftigten, um sie behutsam an das schwierige Thema heranzuführen: „Was war das KZ Osthofen überhaupt? Wie sah der Alltag im Nationalsozialismus aus? Welche Menschen wurden dort gefangen gehalten und warum? Was geschah in diesen KZ? Besonders beeindruckend für die Gruppe war die Erkenntnis, wie schnell Menschenrechte außer Kraft gesetzt werden können und welche Mechanismen der Ausgrenzung und Gewalt damals wirksam waren.

Beim „Bildertreff“ wurden historische Fotografien aus dem Jahr 1933 und Aufnahmen aus dem Alltag im KZ gemeinsam besprochen. Mit diesem Konzept sind die Teilnehmer nicht nur Zuhörer. Sie erschließen sich selbst, was damals geschehen ist. Anschließend gingen die Beschäftigten durch das ehemalige Konzentrationslager Osthofen. Dabei wurde geschildert, wie dort die Inhaftierten leben mussten.

Zum Abschluss der Exkursion wurden vier „Erinnerungskisten“ präsentiert. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmenden die Kisten öffnen und die darin enthaltenen Gegenstände – wie Briefe, Fotos oder Alltagsgegenstände der Insassen – erkunden. Jede Gruppe bereitete anschließend eine kurze Präsentation vor, um den anderen zu erklären, was sie gefunden und über die Gefangenen gelernt hatten.

Die Gruppe kehrte voller Eindrücke zurück, über die in den kommenden Tagen auch im Alltag viel diskutiert und gesprochen wurden.