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Junge Union für bessere Entlohnung in Werkstätten und besserer Übergang in allgemeinen Arbeitsmarkt

Wegweiser, der in die Werkstatt und auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt zeigt
Wegweiser, der in die Werkstatt und auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt zeigt
Foto: privat

Rust (kobinet) "Die Junge Union Deutschlands fordert eine Reform der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Konkret sollen das Entgelt in WfbM schrittweise angehoben und die Übergangsmöglichkeiten in den ersten Arbeitsmarkt durch inklusive Betriebe und betriebsintegrierte Arbeitsplätze gezielt gefördert werden, beispielsweise durch einheitliche Zuschüsse zu den Lohnkosten. Außerdem sollen die Werkstätten verpflichtet werden, Übergangsquoten und Entgeltdaten transparent zu veröffentlichen." So heißt es in einem Antrag, der während des Deutschlandtag der Jungen Union vom 14. bis 16. November 2025 im Europark in Rust beschlossen wurde, wie Hubert Hüppe den kobinet-nachrichten mitteilte.

In der Begründung für den Antrag heißt es:

„In Deutschland arbeiten über 300.000 Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen. Trotz oft produktiver Tätigkeiten erhalten sie im Schnitt weniger als 220 Euro monatlich – in vielen Fällen entspricht das einem Stundenlohn von unter einem Euro. Damit bleiben sie dauerhaft auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Gleichzeitig gelingt der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt nur in Einzelfällen. Die Quote liegt seit Jahren unter einem Prozent. Werkstätten sind somit faktisch Endstation, obwohl sie laut Gesetz eigentlich Brücke sein sollen. Dieses System führt zu Ausgrenzung statt zu Teilhabe. Deutschland hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, einen inklusiven Arbeitsmarkt zu schaffen. Einen Arbeitsmarkt, in dem Menschen mit Behinderungen nicht separiert, sondern gemeinsam mit allen anderen beschäftigt werden: zu fairen
Löhnen und mit echter Entwicklungsperspektive. Die aktuellen Strukturen verfehlen dieses Ziel. Stattdessen verfestigen sie Abhängigkeiten, nehmen den Betroffenen Selbstbestimmung und verhindern, dass Fähigkeiten und Talente genutzt werden. Eine Reform auf Bundesebene ist daher zwingend notwendig: durch faire Entlohnung, transparente Zahlen und gezielte Unterstützung von Unternehmen, die inklusive Arbeitsplätze schaffen. Nur so wird aus Beschäftigung echte Teilhabe.“