Berlin (kobinet)
Das Grund-Gesetz sagt: Niemand darf benachteiligt werden.
Der Grund darf keine Behinderung sein.
Grund-Gesetz bedeutet: Im Artikel 2 stehen wichtige Rechte.
Jeder Mensch darf frei leben.
Behinderung bedeutet: Eine Behinderung macht Sachen schwierig.
Manche Dinge gehen nicht so einfach.
Benachteiligt bedeutet: Niemand wird bevorzugt.
Alle werden gleich behandelt.
Aber Menschen mit Behinderungen werden oft benachteiligt.
Das passiert jeden Tag.
Ein Beispiel ist die Arbeit.
Menschen mit Schwer-Behinderung sind öfter arbeits-los.
Das gilt auch für gut ausgebildete Menschen.
Auch beim Thema sich bewegen gibt es Probleme.
Sich bewegen bedeutet: Sie können von einem Ort zum anderen kommen.
Das kann zu Fuß sein.
Oder mit dem Auto.
Oder mit dem Bus.
Auch beim Thema Gesundheit gibt es Probleme.
Auch beim Thema Schutz vor Gewalt gibt es Probleme.
Es reicht nicht zu sagen: Das Thema ist uns wichtig.
Man muss auch etwas tun.
Man muss an den Taten gemessen werden.
Das sagt Jürgen Dusel.
Er ist der Beauftragte der Bundes-Regierung.
Beauftragter bedeutet: Eine Person hat eine besondere Aufgabe bekommen.
Jemand hat ihr diese Aufgabe gegeben.
Sie kümmert sich um diese Aufgabe.
Bundes-Regierung bedeutet: Der Behinderten-beauftragte hilft Menschen mit Behinderung.
Er arbeitet für die Bundes-regierung.
Er kümmert sich um Menschen mit Behinderungen.
Er hat ein Interview gegeben.
Das Interview war auf der Internet-Seite GMX.
Es gibt ein wichtiges Gesetz.
Das Gesetz heißt: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Die Abkürzung ist: BGG.
BGG bedeutet: Das ist ein Gesetz für Menschen mit Behinderung.
Das Gesetz soll ihnen helfen.
Das Gesetz soll besser werden.
Aber das passiert noch nicht.
Jürgen Dusel sagt dazu: Manche Leute sagen: Es ist zu schwer für Firmen.
Barriere-Freiheit kostet zu viel Geld.
Aber das stimmt nicht.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können alles benutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Ein Beispiel sind Arzt-Praxen.
Viele Arzt-Praxen sind nicht barriere-frei.
Menschen mit Behinderungen können dort nicht hin.
Aber sie zahlen in die Kranken-Versicherung ein.
Kranken-Versicherung bedeutet: Du zeigst die Karte beim Arzt.
Die Kranken-Versicherung bezahlt für Arzt-Besuche.
Alle Menschen zahlen jeden Monat Geld dafür.
Trotzdem bekommen sie keine gute Behandlung.
Jürgen Dusel sagt: Wir brauchen jetzt das neue BGG.
Das Gesetz muss wirklich helfen.
Das Gesetz muss seinen Namen verdienen.

Foto: Henning Schacht
Berlin (kobinet) "Gemäß unseres Grundgesetzes darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Trotzdem erleben Menschen mit Behinderungen jeden Tag systematische und strukturelle Benachteiligungen. Nehmen wir etwa die Teilhabe am Arbeitsleben. Menschen mit Schwerbehinderung sind deutlich häufiger arbeitslos, obwohl sie gut qualifiziert sind. Auch in den Bereichen Mobilität, Gesundheitsversorgung und Gewaltschutz gibt es große Lücken. Es reicht nicht aus, sich gegenseitig zu versichern, dass man das Thema ernst nimmt. Es geht darum, sich an den Taten messen zu lassen." Darauf wies der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, in einem Interview auf GMX mit dem Titel "Jürgen Dusel: Sprache sagt viel über die Verfasstheit der Gesellschaft aus" hin.
Im Hinblick auf die immer noch ausstehende Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) äusserte sich Jürgen Dusel im GMX-Interview wie folgt: „Immer wieder wird suggeriert, dass das Abendland unterginge, wenn Unternehmen für Barrierefreiheit sorgen müssen. Wenn private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zu Barrierefreiheit verpflichtet würden. Ein Beispiel: Viele Arztpraxen sind für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich, weil sie nicht barrierefrei sind. Menschen mit Behinderungen zahlen auch in die Gesetzliche Krankenversicherung ein, bekommen aber die Leistung nicht. Es braucht jetzt dringend das BGG. Und zwar eins, das diesen Namen wirklich verdient.“

Foto: Henning Schacht
Berlin (kobinet) "Gemäß unseres Grundgesetzes darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Trotzdem erleben Menschen mit Behinderungen jeden Tag systematische und strukturelle Benachteiligungen. Nehmen wir etwa die Teilhabe am Arbeitsleben. Menschen mit Schwerbehinderung sind deutlich häufiger arbeitslos, obwohl sie gut qualifiziert sind. Auch in den Bereichen Mobilität, Gesundheitsversorgung und Gewaltschutz gibt es große Lücken. Es reicht nicht aus, sich gegenseitig zu versichern, dass man das Thema ernst nimmt. Es geht darum, sich an den Taten messen zu lassen." Darauf wies der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, in einem Interview auf GMX mit dem Titel "Jürgen Dusel: Sprache sagt viel über die Verfasstheit der Gesellschaft aus" hin.
Im Hinblick auf die immer noch ausstehende Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) äusserte sich Jürgen Dusel im GMX-Interview wie folgt: „Immer wieder wird suggeriert, dass das Abendland unterginge, wenn Unternehmen für Barrierefreiheit sorgen müssen. Wenn private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zu Barrierefreiheit verpflichtet würden. Ein Beispiel: Viele Arztpraxen sind für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich, weil sie nicht barrierefrei sind. Menschen mit Behinderungen zahlen auch in die Gesetzliche Krankenversicherung ein, bekommen aber die Leistung nicht. Es braucht jetzt dringend das BGG. Und zwar eins, das diesen Namen wirklich verdient.“




