Berlin (kobinet)
Seit vielen Jahren gibt es eine wichtige Diskussion.
Diskussion bedeutet: Mehrere Menschen reden miteinander.
Die Menschen haben verschiedene Meinungen.
Es geht um den Begriff geistige Behinderung.
Viele Menschen finden diesen Begriff nicht gut.
Sie sind selbst betroffen.
Sie sagen: Der Begriff ist verletzend.
Der Begriff grenzt Menschen aus.
Die Lebens-Hilfe ist ein großer Verband.
Verband bedeutet: Menschen leben zusammen.
Sie machen gemeinsame Regeln.
Die Lebens-Hilfe hat lange über neue Begriffe gesprochen.
Das war mehr als 1 Jahr lang.
Am 15. November 2025 gab es eine Entscheidung.
Die Mitglieder-Versammlung hat abgestimmt.
Mitglieder-Versammlung bedeutet: Alle Mitglieder treffen sich.
Sie sprechen über wichtige Themen.
Sie entscheiden gemeinsam.
Die Versammlung war in Berlin.
Die Lebens-Hilfe benutzt jetzt neue Begriffe.
Der neue Begriff ist: Menschen mit Unterstützungs-Bedarf.
Manchmal ist ein längerer Begriff nötig.
Das ist zum Beispiel bei Ämtern wichtig.
Dann heißt es: Menschen mit Unterstützungs-Bedarf und kognitiver Beeinträchtigung.
Kognitiv bedeutet: Es geht ums Denken.
Es geht ums Lernen.
Beeinträchtigung bedeutet: Etwas funktioniert nicht so gut.
Die Person braucht Hilfe.
Die Lebens-Hilfe hofft auf Veränderung.
Die neuen Begriffe sollen sich verbreiten.
Das soll Schritt für Schritt passieren.
Immer mehr Menschen sollen die Begriffe nutzen.
Ulla Schmidt ist Vorsitzende der Lebens-Hilfe.
Sie war früher Bundes-Gesundheits-Ministerin.
Seit 2012 leitet sie die Lebens-Hilfe.
Am 15. November 2025 wurde sie wieder gewählt.
Sie bleibt 4 Jahre lang Vorsitzende.
Mehr als 400 Delegierte haben abgestimmt.
Delegierte sind Vertreter von verschiedenen Gruppen.
Sie sprechen für die ganze Gruppe.
Sie entscheiden für die ganze Gruppe.
Das Ergebnis war sehr deutlich.
96 Prozent der Stimmen waren für Ulla Schmidt.
Sie ist 76 Jahre alt.
Sie kommt aus Aachen.
Sie hat Sonder-Pädagogik studiert.
Sonder-Pädagogik bedeutet: Das ist besonderer Unterricht für Kinder.
Die Kinder bekommen mehr Hilfe beim Lernen.
Es gab keine Gegen-Kandidaten.
Ulla Schmidt setzt sich für Inklusion ein.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Alle Menschen können mit-machen.
Sie kämpft für Teil-Habe.
Teil-Habe bedeutet: Alle können mitmachen.
Ihr ist Selbst-Vertretung wichtig.
Selbst-Vertretung bedeutet: Menschen sprechen für sich selbst.
Sie entscheiden für sich selbst.
Ulla Schmidt hielt eine wichtige Rede.
Sie sagte: Es war ein langer Weg.
Früher gab es nur Für-Sorge.
Für-Sorge bedeutet: Andere Menschen entscheiden für jemanden.
Die Person kann nicht selbst entscheiden.
Heute soll es Teil-Habe geben.
Menschen sollen sich auf Augen-Höhe begegnen.
Augen-Höhe bedeutet: Alle sind gleich-berechtigt.
Niemand ist mehr wert als andere.
Wichtig sind die Selbst-Vertreter.
Das sind Menschen mit Unterstützungs-Bedarf.
Sie setzen sich für ihre Rechte ein.
Sie erzählen von ihrem Leben.
Sie sind Experten in eigener Sache.
Auch Eltern und Geschwister helfen dabei.
3 Selbst-Vertreter wurden in den Bundes-Vorstand gewählt.
Bundes-Vorstand bedeutet: Das ist die Leitung der Lebens-Hilfe.
Diese Menschen treffen wichtige Entscheidungen.
Sie haben Unterstützungs-Bedarf.
Sie arbeiten jetzt in der Leitung mit.
Die Mitglieder-Versammlung hat noch mehr beschlossen.
Es gibt ein neues Positions-Papier.
Positions-Papier bedeutet: Das ist ein Text mit der Meinung.
Die Gruppe erklärt ihre Ansicht.
Die Gruppe erklärt ihre Forderungen.
Darin geht es um Menschen mit hohem Unterstützungs-Bedarf.
Diese Menschen haben komplexe Beeinträchtigungen.
Das bedeutet: Sie haben mehrere Behinderungen gleichzeitig.
Zum Beispiel körperliche und geistige Behinderungen zusammen.
Sie brauchen viel Hilfe.
Die Lebens-Hilfe will ihre Situation verbessern.
Das Positions-Papier ist auch eine Selbst-Verpflichtung.
Selbst-Verpflichtung bedeutet: Die Lebens-Hilfe verspricht etwas.
Sie will sich an bestimmte Regeln halten.
Die Lebens-Hilfe will diese Menschen mehr beachten.
Sie sollen im Mittel-Punkt der Arbeit stehen.
Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) Seit Jahrzehnten setzen sich Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter außerhalb und innerhalb der Lebenshilfe dafür ein, dass der Begriff "geistige Behinderung" nicht mehr verwendet werden soll. Die Bezeichnung wird von ihnen als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden. Mehr als ein Jahr wurde in der Lebenshilfe über passende neue Begriffe diskutiert. Nun traf die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe am 15. November 2025 eine Entscheidung: Die Lebenshilfe spricht künftig in der Regel von "Menschen mit Unterstützungsbedarf". Um etwa gegenüber Ministerien und Behörden den Personenkreis klarer zu beschreiben, kann es auch "Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung" heißen. Die Lebenshilfe baut darauf, dass sich die neuen Begriffe Schritt für Schritt in der Gesellschaft einbürgern, wie es in einer Presseinformation zur in Berlin stattfindenden Mitgliederversammlung der Lebenshilfe heißt. Dort wurde Ulla Schmidt erneut in ihrem Amt als Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe bestätigt. Auch drei Selbstvertreter mit Unterstützungsbedarf wurden in den Bundesvorstand gewählt.
Seit 2012 steht die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an der Spitze der Lebenshilfe. Auf der Mitgliederversammlung im Berliner Hotel Estrel wurde sie am 15. November 2025 eindrucksvoll für weitere vier Jahre als Bundesvorsitzende bestätigt: Mehr als 400 Delegierte aus ganz Deutschland wählten die 76-jährige Aachenerin mit 96 Prozent der Stimmen. Eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten gab es laut einer Presseinformation der Bundesvereinigung Lebenshilfe nicht.
Einsatz für starke Selbstvertretung
Die studierte Sonderpädagogin Ulla Schmidt tritt ein für Inklusion und uneingeschränkte Teilhabe. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Selbstvertretung von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu stärken. In ihrer Grundsatzrede sagte sie: „Es ist ein langer Weg von der Fürsorge zur Teilhabe, hin zu einer Begegnung und einem Miteinander auf Augenhöhe. Ein wichtiger Motor auf diesem Weg sind die Eltern und Geschwister und vor allem die Selbstvertreter, die heute selbstbewusst für ihre Interessen und Rechte einstehen … Sie sind eine starke, eine authentische Stimme, die gerade deshalb überzeugen, weil sie von ihrem Leben erzählen – als Expertinnen und Experten in eigener Sache.“
Begriff „geistige Behinderung“ als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden
Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter setzen sich langem dafür ein, dass der Begriff „geistige Behinderung“ nicht mehr verwendet werden soll. Die Bezeichnung wird von ihnen als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden. Mehr als ein Jahr wurde in der Lebenshilfe über passende neue Begriffe diskutiert. Nun traf die Mitgliederversammlung eine Entscheidung: Die Lebenshilfe spricht künftig in der Regel von „Menschen mit Unterstützungsbedarf“. Um etwa gegenüber Ministerien und Behörden den Personenkreis klarer zu beschreiben, kann es auch „Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung“ heißen. Die Lebenshilfe baut darauf, dass sich die neuen Begriffe Schritt für Schritt in der Gesellschaft einbürgern.
Außerdem hat die Mitgliederversammlung ein Positionspapier verabschiedet, um die Lebenssituation und Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und komplexen Beeinträchtigungen zu verbessern. Die Lebenshilfe sieht darin auch eine Selbstverpflichtung, diesen Personenkreis noch stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu nehmen, wie es in der Presseinformation des Verbands heißt.
Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) Seit Jahrzehnten setzen sich Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter außerhalb und innerhalb der Lebenshilfe dafür ein, dass der Begriff "geistige Behinderung" nicht mehr verwendet werden soll. Die Bezeichnung wird von ihnen als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden. Mehr als ein Jahr wurde in der Lebenshilfe über passende neue Begriffe diskutiert. Nun traf die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe am 15. November 2025 eine Entscheidung: Die Lebenshilfe spricht künftig in der Regel von "Menschen mit Unterstützungsbedarf". Um etwa gegenüber Ministerien und Behörden den Personenkreis klarer zu beschreiben, kann es auch "Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung" heißen. Die Lebenshilfe baut darauf, dass sich die neuen Begriffe Schritt für Schritt in der Gesellschaft einbürgern, wie es in einer Presseinformation zur in Berlin stattfindenden Mitgliederversammlung der Lebenshilfe heißt. Dort wurde Ulla Schmidt erneut in ihrem Amt als Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe bestätigt. Auch drei Selbstvertreter mit Unterstützungsbedarf wurden in den Bundesvorstand gewählt.
Seit 2012 steht die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an der Spitze der Lebenshilfe. Auf der Mitgliederversammlung im Berliner Hotel Estrel wurde sie am 15. November 2025 eindrucksvoll für weitere vier Jahre als Bundesvorsitzende bestätigt: Mehr als 400 Delegierte aus ganz Deutschland wählten die 76-jährige Aachenerin mit 96 Prozent der Stimmen. Eine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten gab es laut einer Presseinformation der Bundesvereinigung Lebenshilfe nicht.
Einsatz für starke Selbstvertretung
Die studierte Sonderpädagogin Ulla Schmidt tritt ein für Inklusion und uneingeschränkte Teilhabe. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Selbstvertretung von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu stärken. In ihrer Grundsatzrede sagte sie: „Es ist ein langer Weg von der Fürsorge zur Teilhabe, hin zu einer Begegnung und einem Miteinander auf Augenhöhe. Ein wichtiger Motor auf diesem Weg sind die Eltern und Geschwister und vor allem die Selbstvertreter, die heute selbstbewusst für ihre Interessen und Rechte einstehen … Sie sind eine starke, eine authentische Stimme, die gerade deshalb überzeugen, weil sie von ihrem Leben erzählen – als Expertinnen und Experten in eigener Sache.“
Begriff „geistige Behinderung“ als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden
Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter setzen sich langem dafür ein, dass der Begriff „geistige Behinderung“ nicht mehr verwendet werden soll. Die Bezeichnung wird von ihnen als abwertend, verletzend und ausgrenzend empfunden. Mehr als ein Jahr wurde in der Lebenshilfe über passende neue Begriffe diskutiert. Nun traf die Mitgliederversammlung eine Entscheidung: Die Lebenshilfe spricht künftig in der Regel von „Menschen mit Unterstützungsbedarf“. Um etwa gegenüber Ministerien und Behörden den Personenkreis klarer zu beschreiben, kann es auch „Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung“ heißen. Die Lebenshilfe baut darauf, dass sich die neuen Begriffe Schritt für Schritt in der Gesellschaft einbürgern.
Außerdem hat die Mitgliederversammlung ein Positionspapier verabschiedet, um die Lebenssituation und Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und komplexen Beeinträchtigungen zu verbessern. Die Lebenshilfe sieht darin auch eine Selbstverpflichtung, diesen Personenkreis noch stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu nehmen, wie es in der Presseinformation des Verbands heißt.





Nachdem nun endlich eine begriffliche Hürde überwindet wurde, gilt es nun auch zwei wesentliche aussondernde Strukturen in den Bereichen Arbeit und Wohnen zu überwinden, die ebenfalls in der Trägerschaft der Lebenshilfe sind: die zeitnahe Transformation der Werkstätten und Wohnheime in Richtung Inklusion …