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Wohlfahrtsverband warnt vor Einsparungen in der Suchthilfe

Zeichnung eines jungen Erwachsenen, der Zigarette raucht
Einer Sucht zu entsagen braucht Beratung und Hilfe
Foto: bricketh In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

STUTTGART (kobinet) In vielen Kommunen in Baden-Württemberg gehen jetzt die Haushaltsplanungen für das Jahr 2026 in die letzte Runde. Sehr oft wird dabei über drastische Kürzungen bei den sogenannten Freiwilligkeitsleistungen für soziale Angebote nachgedacht oder diese sind bereits vorgesehen. Anlässlich des morgigen bundesweiten Aktionstags Suchtberatung unter dem Motto "Sucht betrifft uns alle - Hilfe auch!" warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg vor Einsparungen bei den rund 100 Suchberatungsstellen im Land. Um massive Einschnitte bei der Versorgung suchtgefährdeter Menschen zu verhindern, darf es trotz angespannter Haushaltslage vieler Kommunen nicht zu Kürzungen kommen.

„Bei einer Suchterkrankung ist es wichtig, sich früh professionelle Hilfe zu holen. Deshalb sind die Angebote der Suchtberatungsstellen unverzichtbar. Sie unterstützen Betroffene beim Weg aus der Sucht und ermöglichen die Rückkehr in einen geregelten Alltag. Deshalb müssen sie von den Kommunen weiterhin auskömmlich gefördert werden“, sagt Ulf Hartmann, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Mit der Streichung kommunaler Mittel für die Suchthilfe sei am Ende des Tages nichts gespart. Denn ein Euro, der von der öffentlichen Hand in die Suchthilfe investiert werde, spare 17 Euro an gesellschaftlichen Folgekosten, so Hartmann weiter.

Laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen hat jeder / jede zehnte Deutsche ein Suchtproblem. Bezogen auf die Einwohnerzahl kann demnach von rund 1,1 Millionen Betroffenen in Baden-Württemberg ausgegangen werden. Im Jahr 2024 fanden an den Beratungsstellen in Baden-Württemberg über 60.000 Betreuungsprozesse statt, in knapp 64 Prozent der Fälle konnte eine Verbesserung der Suchtsymptomatik erreicht werden.