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LWV Hessen verkündet Aufbruch für Teilhabe und Zeichen für Wandel in der Eingliederungshilfe

Buchstaben LWH Hessen mit  liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
LWV Hessen
Foto: gemeinfrei

Kassel (kobinet) Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV), die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) haben sich auf das Gesamtpaket "Teilhabe sichern in herausfordernden Zeiten" verständigt. Dieser sogenannte Zukunftssicherungsbeitrag schafft nach Informationen des LWV Hessen finanzielle Stabilität, vereinfacht Verfahren und ebnet den Weg für eine moderne, zukunftsfähige Eingliederungshilfe in Hessen. Inwieweit Selbstvertretungsorganisationen behinderter Menschen bei der Diskussion, Entwicklung und dem Beschluss dieses Gesamtpakets beteiligt waren, geht aus der Presseinformation des LWV Hessen nicht vor. Dass es an den Sparplänen des LWV und des Landes Hessen auch Kritik gibt, zeigt ein aktueller Bericht der Frankfurter Rundschau auf.

LWV-Landesdirektorin Susanne Simmler und Beigeordneter Dieter Schütz betonten gemeinsam: „Was uns gemeinsam gelungen ist, ist mehr als ein finanzielles Maßnahmenpaket. Es ist ein Einstieg in notwendige Veränderung. Ein gemeinsames Versprechen, das System der Eingliederungshilfe so weiterzuentwickeln, dass es auch in Zukunft tragfähig, wirksam und menschlich bleibt. Dieses Paket steht für Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Trägern, Einrichtungen und dem LWV. Getragen von Vertrauen, Verantwortung und der Bereitschaft, wirklich Neues zu wagen. Und dennoch ist es für alle Seiten ein Kompromiss, der auch einiges abverlangt.“

Im Mittelpunkt stehe, Teilhabe langfristig zu sichern und Bürokratie deutlich zu reduzieren. Das Paket schaffe erstmals eine Balance zwischen Entlastung, Qualität und finanzieller Steuerung. Zudem entlastet der LWV die Umlage der Kommunen mit bis zu 200 Millionen Euro aus Rücklagen bis 2028, um die Eingliederungshilfe zu stabilisieren und nachhaltig zu modernisieren. „Wir wollten kein kurzfristiges Pflaster, sondern den Einstieg in einen Transformationsprozess“, so Simmler. Dieter Schütz ergänzte: „Wir investieren gezielt in Stabilität und Modernisierung. Damit setzen wir ein Zeichen für Verlässlichkeit, Verantwortung und Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Eingliederungshilfe.“

Wesentliche Bestandteile des Pakets sind nach Informationen des LWV Hessen die Vereinfachung zentraler Verfahren, die Verschiebung der pauschalen Entgeltfortschreibung auf den 1. März 2026, die Einführung eines vereinfachten Personalnachweises als Ersatz für die bislang aufwendige Jahresdokumentation (JaDoLe) sowie die schrittweise Umsetzung der Nettoarbeitszeit nach KGSt bis 2028. Ein Kernstück bilde auch das neue Bedarfsermittlungsinstrument „PiT 26“, das gemeinsam mit Leistungserbringern erneuert wurde und in 2026 eingesetzt werde.

„Ein konkreter Schritt hin zu mehr Vertrauen, Effizienz und Menschlichkeit in der Eingliederungshilfe. Das Paket ist kein Symbolkompromiss“, erläutert Simmler. „Es ist eine konkrete, greifbare Entlastung, die Wirkung bei den Menschen, bei den Einrichtungen und bei den Mitarbeitenden zeigt. Und es ist der Beginn eines gemeinsamen Lernprozesses, wie wir Sozialpolitik auf Landesebene künftig nachhaltig, effizient und menschlicher gestalten können.“ Dieter Schütz erklärte: „Finanzielle Steuerung und soziale Innovation schließen sich nicht aus, denn sie gehören zusammen. Wir setzen auf intelligente Mittelverwendung, Entlastung durch Vereinfachung und gezielte Investitionen in Qualität. Nur so bleibt die Eingliederungshilfe leistungsfähig und zukunftsfest.“ Simmler und Schütz erklärten gemeinsam: „Verwaltung muss kein Bremsklotz, sondern Motor für Veränderung sein. Genau das wollen wir als LWV zeigen. Der Zukunftssicherungsbeitrag steht für Haltung und für ein gemeinsames Ziel. Für das Vertrauen, dass Veränderung in einem komplexen System möglich ist. Dafür, Teilhabe dauerhaft zu sichern. Heute ist ein guter Tag, weil wir zeigen konnten, dass wir in Hessen etwas bewegen. Gemeinsam.“

Link zum Bericht der Frankfurter Rundschau vom 10. November 2025 mit der Kritik an Sparplänen