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Deutscher Gehörlosen-Bund: Hörende verdienen – Gehörlose bleiben außen vor

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Foto: public domain

Berlin (kobinet) "Gut gebrüllt, Löwen!" – Der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. (DGB) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Investoren in der Sendung "Die Höhle der Löwen", keinen Deal mit dem Start-up alangu GmbH einzugehen. Diese Ablehnung war nicht nur wirtschaftlich nachvollziehbar, sondern auch moralisch, kulturell und ethisch absolut richtig, erklärte der Deutsche Gehörlosen-Bund in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen alangu präsentierte eine Plattform, die behördliche Online-Informationen mithilfe eines digitalen Avatars automatisiert in Gebärdensprache übersetzen soll – für 900.000 Euro bei zehn Prozent Firmenanteilen. Echte Barrierefreiheit sieht nach Ansicht des Gehörlosen-Bundes jedoch anders aus. "Auch wenn alangu mit moderner KI-Technologie wirbt: Die derzeitigen Gebärdensprach-Avatare sind nur eingeschränkt verständlich und für viele Anwendungen nicht ausreichend. Sie können Mimik, Mundbilder, Raumbezüge und Emotionen bislang nicht natürlich wiedergeben – gerade dort, wo es auf Präzision und Verständlichkeit ankommt, etwa in behördlichen oder medizinischen Situationen. Technische Lösungen wie Avatare können derzeit keine echte Barrierefreiheit gewährleisten – sie entsteht erst durch menschliche, gebärdensprachkompetente Vermittlung und Verantwortung", so der Verband.

Daten, Macht und Kontrolle

„Die von Alangu genutzten Gebärdensprach-Daten stammen aus der Community – oft gegen nicht angemessene Bezahlung im Vergleich zu ihrer Bedeutung. Doch die Frage bleibt offen: Wem gehören diese Daten? Wer kontrolliert ihre Nutzung, wer profitiert davon? Wenn gehörlose Menschen Daten liefern, aber weder Kontrolle noch Gewinnbeteiligung haben, ist das nichts anderes als digitale Entmündigung“, heißt es vonseiten des Deutschen Gehörlosen-Bundes.

Link zur vollständigen Presseinformation des Deutschen Gehörlosen-Bundes