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Mit der Beinprothese in die Hölle?

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Foto: Susanne Göbel

Wien / Hamburg (kobinet) Behinderungen sind historisch nur schwer fassbar, umso überraschender ist die prominente Abbildung eines Mannes mit "Holzbein" auf einem mittelalterlichen Wiener Tafelbild. In seiner Darstellung vereinen sich moralische, religiöse und soziale Zuschreibungen, die auf den zeitgenössischen Umgang mit Behinderungen rückschließen lassen. Im Wien Museum hängt in der Dauerausstellung ein Bild aus dem ausgehenden Mittelalter, das das Jüngste Gericht, auch Weltgericht genannt, zeigt (Mt 25, 31–46). Es stellt eine Version der christlich-biblischen Vorstellung vom Ende der Welt mit der göttlichen Beurteilung und Teilung aller Menschen dar. So heißt es in einem Beitrag von Dr. Christian Mürner und Dr. Volker Schönwiese, der im Wien Museum Magazin mit dem Titel "Mit der Beinprothese in die Hölle" veröffentlicht wurde.

„Die abgebildete Szenerie wirkt wie ein Bühnenbild. Wer sie malte, ist nicht überliefert. Das Tafelbild entstand zwischen 1490 und 1500 und stammt aus dem Burgmuseum Heidenreichstein. Bedeutsam ist am Bild, dass insbesondere die verdammten Personen sehr realistisch und vielfältig dargestellt wurden. Einzigartig erscheint ein Mann mit hölzerner Beinprothese, der in die Hölle gestoßen wird“, heißt es weiter zur Erläuterung des Bildes.

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