Berlin (kobinet)
Viele Menschen pflegen ihre Familie.
Sie pflegen zu Hause.
Fach-Leute haben gerechnet:
Diese Arbeit ist viel wert.
Die Arbeit ist 206 Milliarden Euro wert.
Das war im Jahr 2023.
Verena Bentele ist VdK-Chefin.
VdK ist ein Sozial-Verband.
Sozial-Verband bedeutet: Das ist ein Verein.
Der Verein hilft Menschen.
Die Menschen haben Probleme mit Ämtern.
Oder Probleme mit Geld.
Der Verband berät die Menschen.
Die Beratung kostet nichts.
Verena Bentele sagt:
Die Politik will Geld sparen.
Das spart bei der Pflege.
Das ist schlecht für pflegende Angehörige.
Das Bundes-Amt hat Zahlen gesammelt.
Statistik bedeutet: Man sammelt Zahlen.
Zum Beispiel: Wie viele Menschen leben hier.
Man zeigt die Zahlen in Listen.
So versteht man die Zahlen besser.
Die Zahlen sind von Dezember 2023.
86 von 100 Menschen werden zu Hause gepflegt.
Das sind 4,9 Millionen Menschen.
Die Familie pflegt diese Menschen.
Es gibt 5 verschiedene Pflege-Grade.
Pflege-Grad bedeutet: Das zeigt die Hilfe.
Wie viel Hilfe braucht ein Mensch.
Pflege-Grad 1 heißt: Wenig Hilfe nötig.
Pflege-Grad 5 heißt: Sehr viel Hilfe nötig.
Pflege-Grad 1 ist der niedrigste.
Einige Politiker wollen Pflege-Grad 1 abschaffen.
Verena Bentele sagt dazu:
Das ist eine schlechte Idee.
Pflegende Angehörige brauchen Hilfe.
Bald gibt es mehr alte Menschen.
Die Baby-Boomer werden jetzt alt.
Baby-Boomer bedeutet: Menschen nach dem Krieg geboren.
Es gab sehr viele Babys.
Das war in den 1960er Jahren.
Es gibt zu wenig Pflege-Fach-Kräfte.
Pflege-Fach-Kraft bedeutet: Das ist eine Ausbildung.
Die Person hat gelernt zu pflegen.
Sie pflegt kranke Menschen.
Sie arbeitet im Kranken-Haus.
Oder im Pflege-Heim.
Deshalb sind pflegende Angehörige wichtig.
Der VdK fordert:
Pflegende Angehörige brauchen mehr Hilfe.
Sie brauchen mehr Geld.
Sie brauchen mehr Zeit.
Pflege und Arbeit müssen zusammen passen.
Alle sollen in die Pflege-Versicherung zahlen.
Pflege-Versicherung bedeutet: Das ist eine Versicherung.
Alle Menschen zahlen Geld ein.
Wenn man alt wird: Man braucht Hilfe.
Dann zahlt die Versicherung.
Sie zahlt für die Pflege.
Sparen bringt nicht viel
Ein Wirtschafts-Institut hat gerechnet.
Wirtschafts-Institut bedeutet: Das ist eine Arbeits-Stelle.
Dort arbeiten Fach-Leute.
Sie untersuchen Geld und Waren.
Sie geben Rat-Schläge.
Die Rat-Schläge sind für die Politik.
Das Institut heißt RWI.
Das RWI sagt:
Man kann 1,8 Milliarden Euro sparen.
Das ist aber nur eine Idee.
Theorie bedeutet: Das ist eine Idee.
Die Idee erklärt etwas.
Die Idee ist noch nicht geprüft.
Man weiß noch nicht: Stimmt das wirklich.
In Wirklichkeit spart man weniger.
Man spart nur 640 Millionen Euro.
Viele Menschen haben Pflege-Grad 1.
Sie nutzen die Hilfe nicht.
Sie nehmen nicht alle Leistungen.
Der VdK sagt:
Man kann nicht viel sparen.
Die Diskussion macht den Menschen Angst.
Mehr Informationen
Es gibt eine Studie dazu.
Die Studie ist von der Hoch-Schule Zittau Görlitz.
Sie können die Studie herunter-laden.

Foto: VdK Bayern
Berlin (kobinet) Pflegende Angehörige in Deutschland leisten weit mehr als nur private Fürsorge. Laut einer Studie der Hochschule Zittau/Görlitz hätten die informellen Pflegeleistungen im Jahr 2023 – wären sie von angelernten Pflegehilfskräften erbracht worden – einen Wert von rund 206 Milliarden Euro gehabt. "Angesichts dieser enormen Summe unentgeltlich erbrachter Pflegeleistungen sind aktuelle Debatten um Einsparungen in der Pflege ein Schlag ins Gesicht der pflegenden Angehörigen", kritisiert VdK-Präsidentin Verena Bentele. "Sparpläne sind kein Ersatz für politische Fantasielosigkeit und vor allem nicht für fehlende Strategien. Wenn sich nichts ändert, werden es auch in Zukunft die pflegenden Angehörigen sein, die den Laden am Laufen halten."
Laut Statistischem Bundesamt wurden im Dezember 2023 den Angaben des VdK zufolge etwa 86 Prozent (4,9 Millionen Menschen) der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, überwiegend durch Angehörige. Wer die Abschaffung des Pflegegrads 1 befürworte, übersehe nicht nur den aktuellen gesellschaftlichen Wert und das Engagement der pflegenden Angehörigen, sondern ignoriere auch die zukünftigen Herausforderungen, so Verena Bentele: „Mit dem demografischen Wandel, insbesondere dem Eintritt der Babyboomer-Generation ins Pflegealter, und dem anhaltenden Fachkräftemangel in der professionellen Pflege wird der Bedarf an pflegenden Angehörigen massiv steigen“, betonte die VdK-Präsidentin.
Der Sozialverband VdK fordert daher eine deutliche Stärkung und Anerkennung pflegender Angehöriger ebenso wie verbindliche und nachhaltige Lösungen zur Absicherung der Pflegeversicherung. Dazu gehört, dass Angehörige entlastet werden – finanziell, institutionell und durch bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Der Verband setzt sich zudem für eine einheitliche Pflegeversicherung ein, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen und die alle Einkommensarten berücksichtigt.
Erwartungen an Einsparungen in der Pflege zu hoch
Das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat ein theoretisches Einsparpotenzial von rund 1,8 Milliarden Euro jährlich errechnet, sollten alle Pflegebedürftigen im Pflegegrad 1 sämtliche ihnen zustehenden Leistungen in Anspruch nehmen. In der Realität lagen die Ausgaben 2024 laut GKV-Spitzenverband jedoch bei nur 640 Millionen Euro, da viele Pflegebedürftige die ihnen zustehenden Leistungen nicht oder nicht vollständig in Anspruch nahmen. Diese Zahlen belegen nach Ansicht des VdK, dass die Erwartungen an Einsparungen bei einer Abschaffung des Pflegegrads 1 zu hoch gegriffen sind. Gleichzeitig verunsichere die Diskussion Pflegebedürftige und pflegende Angehörige.
Weitere Informationen:
Die Studie „Der monetäre Wert der Pflegeleistungen von An- und Zugehörigen in Deutschland“ von Prof. Dr. Andreas Hoff, Prof. Dr. Steffi Höse, Prof. Dr. Martin Knoll und Prof. Dr. Notburga Ott steht auf der Website des GAT Institut für Gesundheit, Altern, Arbeit und Technik an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) zum Download bereit.

Foto: VdK Bayern
Berlin (kobinet) Pflegende Angehörige in Deutschland leisten weit mehr als nur private Fürsorge. Laut einer Studie der Hochschule Zittau/Görlitz hätten die informellen Pflegeleistungen im Jahr 2023 – wären sie von angelernten Pflegehilfskräften erbracht worden – einen Wert von rund 206 Milliarden Euro gehabt. "Angesichts dieser enormen Summe unentgeltlich erbrachter Pflegeleistungen sind aktuelle Debatten um Einsparungen in der Pflege ein Schlag ins Gesicht der pflegenden Angehörigen", kritisiert VdK-Präsidentin Verena Bentele. "Sparpläne sind kein Ersatz für politische Fantasielosigkeit und vor allem nicht für fehlende Strategien. Wenn sich nichts ändert, werden es auch in Zukunft die pflegenden Angehörigen sein, die den Laden am Laufen halten."
Laut Statistischem Bundesamt wurden im Dezember 2023 den Angaben des VdK zufolge etwa 86 Prozent (4,9 Millionen Menschen) der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, überwiegend durch Angehörige. Wer die Abschaffung des Pflegegrads 1 befürworte, übersehe nicht nur den aktuellen gesellschaftlichen Wert und das Engagement der pflegenden Angehörigen, sondern ignoriere auch die zukünftigen Herausforderungen, so Verena Bentele: „Mit dem demografischen Wandel, insbesondere dem Eintritt der Babyboomer-Generation ins Pflegealter, und dem anhaltenden Fachkräftemangel in der professionellen Pflege wird der Bedarf an pflegenden Angehörigen massiv steigen“, betonte die VdK-Präsidentin.
Der Sozialverband VdK fordert daher eine deutliche Stärkung und Anerkennung pflegender Angehöriger ebenso wie verbindliche und nachhaltige Lösungen zur Absicherung der Pflegeversicherung. Dazu gehört, dass Angehörige entlastet werden – finanziell, institutionell und durch bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Der Verband setzt sich zudem für eine einheitliche Pflegeversicherung ein, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen und die alle Einkommensarten berücksichtigt.
Erwartungen an Einsparungen in der Pflege zu hoch
Das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat ein theoretisches Einsparpotenzial von rund 1,8 Milliarden Euro jährlich errechnet, sollten alle Pflegebedürftigen im Pflegegrad 1 sämtliche ihnen zustehenden Leistungen in Anspruch nehmen. In der Realität lagen die Ausgaben 2024 laut GKV-Spitzenverband jedoch bei nur 640 Millionen Euro, da viele Pflegebedürftige die ihnen zustehenden Leistungen nicht oder nicht vollständig in Anspruch nahmen. Diese Zahlen belegen nach Ansicht des VdK, dass die Erwartungen an Einsparungen bei einer Abschaffung des Pflegegrads 1 zu hoch gegriffen sind. Gleichzeitig verunsichere die Diskussion Pflegebedürftige und pflegende Angehörige.
Weitere Informationen:
Die Studie „Der monetäre Wert der Pflegeleistungen von An- und Zugehörigen in Deutschland“ von Prof. Dr. Andreas Hoff, Prof. Dr. Steffi Höse, Prof. Dr. Martin Knoll und Prof. Dr. Notburga Ott steht auf der Website des GAT Institut für Gesundheit, Altern, Arbeit und Technik an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) zum Download bereit.




