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Landesrechnungshof: Kritik an Ressourcenverschwendung bei Umsetzung schulischer Inklusion in Niedersachsen

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Hannover (kobinet) In Zeiten, in denen Eltern und Kinder immer wieder von Gutachten zum sonderpädagogischen Förderbedarf geplagt werden und der Ruf nach Entbürokratisierung immer lauter wird, ist ein Blick auf die Einschätzung des niedersächsischen Landesrechnungshofs von vor einigen Jahren interessant: "Der Bericht des Landesrechnungshofes (LRH) stellt fest, dass sich personelle und finanzielle Ressourcen in beträchtlicher Höhe einsparen lassen. So sei z. B. das Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs in der derzeitigen Form kostenintensiv, zeitintensiv und außerdem nicht mehr erforderlich. Der zeitliche Aufwand für jedes Verfahren beträgt für die beteiligten Lehrkräfte ca. 43 Stunden, für die Behörde im Durchschnitt 2,33 Stunden. Landesweit summieren sich die Bearbeitungszeiten auf insgesamt 665.207 Stunden pro Jahr. Die Kosten betragen dabei laut Bericht 39,3 Mio. Euro", heißt es in einem Bericht der GEW Bezirksverband Weser-Ems vom 5. November 2018.

Link zum Bericht der GEW

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Martin
11.10.2025 09:15

Der Begriff des sonderpädagogischen Förderbedarfs ist abelistisch da er der Aussonderung und nicht der Inklusion Vorschub leistet. Er reduziert Menschen mit Behinderungen auf ihre Defizite und steht damit im klaren Gegensatz zum sozialen Behinderungsbegriff. Die betreffenden Schüler*innen werden diagnostiziert und dann häufig ausgesondert. Gerade Kinder mit Autismus werden so auf ihrem Recht auf Teilhabe an Bildung, im übrigen ein Menschenrecht entzogen. Der Bericht des landesrechnungshofes zeigt dass also nicht die Inklusion kostenintensiv ist sondern die Aussonderung. Man würde sich einen Bericht mit ähnlicher Intention auch für den Bereich der sogenannten Eingliederungshilfe wünschen. Auch dort werden Unsummen in Gutachten investiert anstatt den Betroffenen einfach ihr Recht und Teilhabe zu garantieren.

Martin Theben