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Inklusion ist gelebte Demokratie und ein Menschenrecht

Jürgen Dusel und Frank-Walter Steinmeier am 6.10.2025
Jürgen Dusel und Frank-Walter Steinmeier am 6.10.2025
Foto: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

Berlin (kobinet) "Beim Jahresempfang 2025 des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen stand das Thema Inklusion als gelebte Demokratie und als Menschenrecht im Fokus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte in seiner Rede: "Inklusion ist kein Nice-to-have für gute Zeiten, und sie ist auch keine politische Mode, die man einfach wieder beiseitelegt. Inklusion ist ein Menschenrecht!" Er rief dazu auf, Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken – in Schulen, Unternehmen und in der digitalen Welt." So heißt es rückblickend auf den Jahresempfang, der am 6. Oktober 2025 im Café Moskau in Berlin stattfand, vonseiten des Bundesbehindertenbeauftragten auf Facebook.

Der Behindertenbeauftragte Jürgen Dusel appellierte an die Gäste aus Politik und Behindertenverbänden: „Es reicht nicht, die UN-Behindertenrechtskonvention nur zu ratifizieren, es ist die Aufgabe von Bund und Ländern, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen ihre Menschenrechte auch einlösen können – ohne Wenn und Aber!“ Er nannte drei dringende Aufgaben: eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes, das seinen Namen verdient, eine Sozialstaatsreform, die absurde bürokratische Hürden für Menschen mit Behinderungen abschafft, und den Abbau von Sonderstrukturen zugunsten inklusiver Angebote.
Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas sagte laut dem Bericht des Behindertenbeauftragten auf Facebook im Gespräch mit Jürgen Dusel zur BGG-Reform: „Ich möchte die Barrierefreiheit auch in der Privatwirtschaft noch in dieser Legislaturperiode umsetzen. Was oft verkannt wird, ist das große wirtschaftliche Potenzial der Menschen mit Behinderungen. Es ist doch ein Plus für die Wirtschaft, wenn sie endlich dafür sorgt, dass Menschen mit Behinderungen ihre Produkte und Dienstleistungen auch in Anspruch nehmen können.“ Trotz wichtiger Fortschritte – etwa beim inklusiven Wahlrecht – bleibe die Kluft zwischen rechtlichen Ansprüchen und gelebter Realität groß. Noch immer verhinderten Barrieren, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt leben können.
Der Jahresempfang machte nach Ansicht von Jürgen Dusel deutlich: „Inklusion ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern eine Daueraufgabe – für Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Demokratie braucht Inklusion, und Inklusion braucht den gemeinsamen Willen, Barrieren abzubauen.“

Der Online-Nachrichtendienst EU Schwerbehinderung hat die Reden von Jürgen Dusel, Frank-Walter Steinmeier und das Gespräch mit Bärbel Bas aufgezeichnet und unter folgenden Links auf YouTube dokumentiert:

Link zum ersten Beitrag mit der Rede von Jürgen Dusel:

Jahresempfang des Bundesbehindertenbeauftragten 2025: Ansprache Jürgen Dusel – YouTube

Link zur Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier:
Steinmeier fordert konsequente Umsetzung der Inklusion als Menschenrecht

Link zur Gesprächsrunde mit der Bundestagspräsidentin Bärbel Bas:

Gesprächsrunde Jahresempfang mit Jürgen Dusel und Bärbel Bas zu behindertenpolitischen Themen

Lesermeinungen

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3 Lesermeinungen
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Rosa
10.10.2025 17:41

„Inklusion ist gelebte Demokratie und ein Menschenrecht“
Aber nur, wenn wir unsere Demokratie nicht stören, sonst sind wir raus.

Ralph Milewski
10.10.2025 15:08

2017 – Steinmeier:
„Inklusion ist gelebte Demokratie.“

2021 – Merkel / Dusel:
„Demokratie braucht Inklusion.“

2022 – Dusel:
Banner: „Demokratie braucht Inklusion.“

2025 – Steinmeier / Dusel:
„Inklusion ist kein Nice-to-have … Inklusion ist ein Menschenrecht.“
„Inklusion ist keine Behindertenpolitik, sondern gelebte Demokratie.“

Prognose 2026 – schwierig, aber nicht unmöglich:
„Demokratie ist Menschenrecht, Inklusion ist Demokratie.“

Unsere Utopie ist die Inklusiokratie!

Martin
Antwort auf  Ralph Milewski
11.10.2025 09:26

Auch diese Zitate zeigen sehr schön wie der Begriff in Sonntagsreden groß im Munde geführt wird aber kaum tatsächlich ernsthaft umgesetzt werden soll. Den Menschen mit Behinderungen werden eben immer noch als Gruppe betrachtet für die man etwas macht und zwar im Rahmen eines Systems als vorrangig auf Menschen ohne Behinderung zugeschnitten ist. Zu Beruhigung lässt man sie dann ab und an teilhaben und nennt das Partizipation. An dem grundlegenden Prinzip ändert das nichts. Im übrigen war es ja der jetzige Bundespräsident der noch in seiner Zeit als Kanzleramtsminister maßgeblich am Konzept Hartz IV mitrumgeschustert hat…. Obwohl jemand jetzt von Menschenrechten im Zusammenhang mit Inklusion reden soll, diese Beurteilung überlasse ich eben selbst…..

Martin Theben