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Studie zur Lebenssituation erwachsener Menschen mit Behinderung

Symbole von Behinderungen auf symbolischen Tastenfläschen
Symbole Behinderung
Foto: Pixabay/renma

KÖLN (kobinet) Wie leben erwachsene Menschen mit Behinderung, die bei ihren Eltern oder Geschwistern wohnen? Dieser Frage ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR) in einer groß angelegten Befragung nachgegangen. Die heute im Sozialausschuss vorgestellte Studie "Lebensmodell Elternhaus?" des LVR-Dezernats Soziales liefert erstmals umfassende Daten aus dem Rheinland.

Zu dieser Studie wurden 276 Familien mit erwachsenen Angehörigen mit Behinderung befragt, die mindestens 25 Jahre alt sind. Die politische Vertretung des LVR hatte die Studie in Auftrag gegeben. Hintergrund war die Klärung der Motive und Gründe für das Verbleiben behinderter Menschen in ihrer Herkunftsfamilie auch im Erwachsenenalter.

Die Ergebnisse zeigen: Die große Mehrheit der Befragten ist mit dem Zusammenleben in der Familie sehr zufrieden.

90 Prozent leben mit den mitunter schon recht betagten Eltern, neun Prozent bei einem Bruder oder einer Schwester. Hauptunterstützungsperson ist mehrheitlich die Mutter. Für viele ist das Leben im Elternhaus keine Notlösung, sondern eine bewusst gewählte Lebensform, die Sicherheit, Stabilität und emotionale Nähe bietet.

Gleichzeitig offenbart die Untersuchung deutliche Ambivalenzen: Viele Eltern – vor allem Mütter – leisten viele Stunden Unterstützung, fühlen sich belastet und sorgen sich, mit zunehmendem eigenen Alter die Unterstützung des Familienmitglieds nicht mehr leisten zu können.

Auffällig ist zudem: Die jüngere Elterngeneration steht ebenso wie jüngere Menschen mit Behinderung einem Auszug des behinderten „Kindes“ deutlich positiver gegenüber als Eltern über 70. Insgesamt äußern jedoch nur 18 Prozent der Menschen mit Behinderung und 27 Prozent der Angehörigen den Wunsch nach einem zeitnahen oder späteren Auszug des Familienmitglieds mit Behinderung.

Deutlich wird auch: Eine frühzeitige Zukunftsplanung ist entscheidend, damit Menschen mit Behinderung nicht unvorbereitet in Krisensituationen geraten, wenn der betreuende Elternteil verstirbt oder die Unterstützung nicht mehr leisten kann. Von den befragten Familien hatte jedoch nur eine Minderheit konkrete Pläne entwickelt oder Beratungsangebote genutzt.

Die Unterlagen zu dieser Studie sind auf dieser Seite nachzulesen.