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Hans-Willis Nachricht der Woche

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Foto: ht

Staufen (kobinet) Ehe ich zu meiner eigentlichen Nachricht komme, um es spannend zu machen, die Frage: Werden wir Deutsche rechtzeitig imstande sein, uns auf Augenhöhe mit führenden Kriegsherren wie Putin und Netanyahu am Menschheitsverbrechen Krieg zu beteiligen? Dies fragt sich die Politik hierzulande täglich und geradezu obsessiv. "Die russische Arme sammelt seit mehr als drei Jahren Kampferfahrung in der Ukraine", liest man in der NZZ (Neue Züricher Zeitung vom 28.08. 2025). Ob man sich da noch Freiwilligkeit leiste könne – gemeint ist, es jungen Menschen anheim zu stellen, ob sie das kriegerische Tötungshandwerk erlernen wollen oder nicht – und nicht sofort eine Wehrpflicht her müsse, um nicht "wertvolle Zeit zu verschwenden". Der Kommentar in der taz (Tageszeitung aus Berlin) tritt am selben Tag ein wenig auf die Bremse mit den Worten, "dass wie früher junge Männer künftig zur Musterung gezwungen werden sollen, ist zwar nicht gerade ein zivilisatorischer Fortschritt und auch nicht, dass sie wieder zwangsweise das Töten von Menschen lernen sollen". Doch Fortschritt hin oder her, es werde wohl darauf hinauslaufen, so der taz-Kommentar, das verpflichtende Lernen zum Menschentöten.

Jetzt erst einmal durchatmen. Und dann zur Belohnung meine gute Nachricht der Woche: Ole Nymoens Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde – gegen die Kriegstüchtigkeit“ gibt es als Hörbuch im Verbund der Blindenhörbüchereien. Nichtsehbehinderte oder Blinde können es über den Buchhandel beziehen oder in Stadtbüchereien ausleihen und lesen. Alle können somit lesen oder hören, was der Autor Ole Nymeon, mit Ende zwanzig noch ein junger Mensch, an Gründen vorbringt, sich einer Teilnahme am von der Bundesregierung geplanten zivilisatorischen Rückschritt zu verweigern. Es sind meines Erachtens triftige und überzeugende Gründe, die dafür sprechen, sich als junger Mensch gegen die Teilnahme an einem Curriculum zu entscheiden, das, wie man es auch dreht und wendet, auf „Menschen töten lernen“ hinausläuft. Und zwar auf die Tötung von Menschen im großen Maßstab, bis hin zur Vernichtung der Menschheit im Fall der nuklearen Abschreckungsdoktrin. – Der Versuch, junge Menschen mit Lockangeboten wie „günstig den Führerschein bei der Bundeswehr machen“ zum militärischen Dienst am Zivilisationsbruch zu gewinnen, wird hoffentlich durch möglichst viele von ihnen als das durchschaut, was es ist: Eine Beleidigung ihres Verstandes und der Versuch, ihr Denkorgan auf die Kapazität eines Spatzenhirns zu reduzieren.

https://www.rowohlt.de/buch/ole-nymoen-warum-ich-niemals-fuer-mein-land-kaempfen-wuerde-9783499017551