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Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen steigt weiter an

Logo der Bundesagentur für Arbeit
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Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Während sich die Bundesregierung derzeit damit beschäftigt, das Bürgergeld zu schwächen und auch im zweiten Jahr plant, keine Erhöhung bei den Zahlungen trotz steigender Preise vorzunehmen, steigt die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen weiter an. Für den August 2025 vermeldet die Bundesagentur für Arbeit einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen im Vergleich zum Juli 2025 um 825 Personen. Damit sind derzeit in Deutschland 187.050 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Im Juili 2025 hatte die Zahl mit 186.225 schon eine unrühmliche Höhe erreicht. Ein Blick auf den August 2024 macht die negative Entwicklung besonders deutlich. Mit 177. 872 Personen waren damals über 9.000 schwerbehinderte Arbeitslose weniger gemeldet. Nötige Maßnahmen zur Gegensteuerung dieser negativen Entwicklungen sind nach wie vor nicht erkennbar.

Ein Blick auf die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen auf die Zeit vor Corona und dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine macht die dramatische Entwicklung noch viel deutlicher. Im August 2019 waren in Deutschland 156.453 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Innerhalb der letzten sechs Jahre sind also über 30.000 schwerbehinderte Menschen hinzugekommen, die arbeitslos gemeldet sind.

Nimmt man dabei noch die über 300.000 behinderten Menschen hinzu, die in Werkstätten für behinderte Menschen ohne nennenswerte Chance auf eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und mit einem Durchschnittsentgelt von ca. 226 Euro im Monat arbeiten, wird dieses Bild noch düsterer, was die Teilhabe behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angeht. Über 45.000 beschäftigungspflichtige Betriebe ab einer Zahl von 20 Beschäftigten beschäftigen nach wie vor keinen einzigen behinderten Menschen. Die ohnehin selten angewandte Möglichkeit der Verhängung von Bußgeldern wurden mit dem Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts ohnehin abgeschafft.

Im Hinblick auf die Situation behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen fordert Jürgen Linnemann aus Nordrhein-Westfalen einen grundlegenden Systemwechsel in den Werkstätten herbeizuführen. Er fordert u.a. faire Einstufungen, die nicht an einem starren, für den allgemeinen Arbeitsmarkt gedachten, Lohnsystem orientiert sind. Linnemann macht deutlich, dass der reguläre Arbeitsmarkt noch lange nicht inklusiv genug ist und dass man nicht Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen einfach an einem Einheitsmaßstab messen könne.