Boppard (kobinet)
2022 meldete Janina sexuelle Übergriffe.
Sexuelle Übergriffe bedeutet: Ein Mensch fasst einen anderen Menschen an intimen Körper-Stellen an.
Der andere Mensch will das nicht.
Das ist verboten und sehr schlimm.
Die Übergriffe kamen von einer Führungs-Kraft.
Führungs-Kraft bedeutet: Das ist ein Mensch bei der Arbeit.
Diese Person sagt anderen Menschen was sie tun sollen.
Sie ist der Chef oder die Chefin.
Die Person arbeitete in der Rhein-Werkstatt Boppard.
Werkstatt für behinderte Menschen bedeutet: Das ist ein Arbeits-Platz für Menschen mit Behinderung.
Menschen können dort arbeiten und Geld verdienen.
Sie bekommen auch Hilfe und Unterstützung.
Der Mann wurde sofort angezeigt.
Der Mann wurde auch entlassen.
Aber es gab keine Aufarbeitung.
Aufarbeitung bedeutet: Man spricht über das Problem.
Man hilft der betroffenen Person.
Man sorgt dafür dass es nicht wieder passiert.
Es gab auch keine Unterstützung für Janina.
Es gab keine Nach-Sorge.
Nach-Sorge bedeutet: Man kümmert sich später noch um die Person.
Wir haben der Rhein-Werkstatt oft geschrieben.
Wir wollten eine Antwort auf unsere Fragen.
Wir bekamen keine echten Antworten.
Wir bekamen nur Einladungen zu Gesprächen.
Gespräche in der Vergangenheit haben nicht geholfen.
Bei den Gesprächen kam nichts Verbindliches heraus.
Verbindlich bedeutet: Etwas wird fest vereinbart.
Man hält sich daran.
Der Werkstatt-Leiter sagte uns etwas.
Er sagte: Wir machen keine Aufarbeitung.
Das machen wir aus Respekt vor Janina.
Janina wollte Diskretion.
Diskretion bedeutet: Man spricht nicht öffentlich darüber.
Der Leiter sagte auch: Wir schreiben nichts in Janinas Akte.
Die Akte heißt Rehabilitations-Akte.
Rehabilitations-Akte bedeutet: Das ist eine Sammlung von wichtigen Papieren.
In den Papieren steht: Welche Hilfe bekommt ein Mensch mit Behinderung.
Zum Beispiel: Therapie oder Hilfs-Mittel.
Die sexuelle Gewalt hat Janina sehr verletzt.
Janina leidet heute noch darunter.
Sie hat eine post-traumatische Belastungs-Störung.
Post-traumatische Belastungs-Störung bedeutet: Ein Mensch hat etwas sehr Schlimmes erlebt.
Jetzt hat er oft Angst und schlechte Träume.
Er denkt immer wieder an das schlimme Erlebnis.
Das ist eine schwere seelische Krankheit.
Wir waren nicht einverstanden mit diesem Verhalten.
Vor 4 Monaten schrieben wir an die Diakonie.
Diakonie bedeutet: Das ist eine große Hilfs-Organisation.
Die Organisation hilft Menschen in Not.
Sie gehört zur evangelischen Kirche.
Die Diakonie heißt Rheinland-Westfalen-Lippe.
Das ist ein großes Gebiet in Deutschland.
Wir warten bis heute auf eine echte Antwort.
Wir fühlen uns wie in einer endlosen Warte-Schleife.
Warte-Schleife bedeutet: Man wartet am Telefon.
Niemand spricht mit einem.
Das dauert sehr lange.
Wir haben alles aufgeschrieben.
Das ist unser Protokoll von diesem schweren Weg.
Protokoll bedeutet: Eine schriftliche Zusammen-Fassung.
Man schreibt auf: Was wurde besprochen?
Wer hat was gesagt?
Du kannst es auf unserer Internet-Seite lesen:

Foto: Mathias Kruck
Boppard (kobinet) 2022 meldete Janina sexualisierte Übergriffe durch eine Leitungsperson der Rheinwerkstatt Boppard. Der Mann wurde zwar umgehend angezeigt und entlassen – doch jede Form von Aufarbeitung, Unterstützung oder Nachsorge blieb aus.
Wir haben die Rheinwerkstatt mehrfach schriftlich um eine inhaltliche Stellungnahme gebeten. Statt echter Antworten bekamen wir Gesprächseinladungen – obwohl persönliche Gespräche in der Vergangenheit nie zu verbindlichen Ergebnissen führten. Der Werkstattleiter teilte uns mit, man habe aus „Respekt vor Janinas Wunsch nach Diskretion“ auf eine weitergehende Aufarbeitung sowie jegliche Dokumentation in ihrer Rehabilitandinnenakte verzichtet.
Weil die sexualisierte Gewalt tiefe Spuren hinterlassen hat – Janina leidet bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung mit all ihren Folgen – und weil wir mit diesem Umgang nicht einverstanden waren, wandten wir uns vor vier Monaten an die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Seither warten wir auf eine substanzielle Reaktion und fühlen uns wie in einer endlosen Warteschleife.
Unser Protokoll eines beschwerlichen Weges – jetzt als Beitrag auf unserer Website:

Foto: Mathias Kruck
Boppard (kobinet) 2022 meldete Janina sexualisierte Übergriffe durch eine Leitungsperson der Rheinwerkstatt Boppard. Der Mann wurde zwar umgehend angezeigt und entlassen – doch jede Form von Aufarbeitung, Unterstützung oder Nachsorge blieb aus.
Wir haben die Rheinwerkstatt mehrfach schriftlich um eine inhaltliche Stellungnahme gebeten. Statt echter Antworten bekamen wir Gesprächseinladungen – obwohl persönliche Gespräche in der Vergangenheit nie zu verbindlichen Ergebnissen führten. Der Werkstattleiter teilte uns mit, man habe aus „Respekt vor Janinas Wunsch nach Diskretion“ auf eine weitergehende Aufarbeitung sowie jegliche Dokumentation in ihrer Rehabilitandinnenakte verzichtet.
Weil die sexualisierte Gewalt tiefe Spuren hinterlassen hat – Janina leidet bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung mit all ihren Folgen – und weil wir mit diesem Umgang nicht einverstanden waren, wandten wir uns vor vier Monaten an die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Seither warten wir auf eine substanzielle Reaktion und fühlen uns wie in einer endlosen Warteschleife.
Unser Protokoll eines beschwerlichen Weges – jetzt als Beitrag auf unserer Website:




