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Nur Mut! Inklusive Arbeit lohnt sich!

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Foto: MC Bremen

Bremen (kobinet) Viele Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung wollen auf den ersten Arbeitsmarkt. Für mutige Unternehmen ist das eine Chance, meinen Jessica Volk und Sebastian Jung, Vorstand des Martinsclub Bremen." Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung können Fachkräfte entlasten und den Personalmangel lindern. Wie bitte? Ja, richtig gelesen. Diese steile These ist zwar noch keine Realität, aber eine realistische Vision. Viele Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung drängen auf den ersten Arbeitsmarkt. Die freie Wahl des Arbeitsplatzes ist immerhin im Grundgesetz verankert. In der Regel landet diese Zielgruppe allerdings in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und bildet so einen gesonderten Arbeitsmarkt. Schluss damit!" heißt es in einer Presseinformation des Martinsclub Bremen mit der Überschrift: "Nur Mut! Inklusive Arbeit lohnt sich!"

Der Arbeitsmarkt sollte sich öffnen und Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung eine berufliche Perspektive bieten. Schließlich zwinge der Fachkräftemangel zum Umdenken und zum Beschreiten neuer Wege. „Natürlich gibt es hierbei auf der Arbeitgeberseite Vorbehalte und Unsicherheiten. Eine geistige Beeinträchtigung schreckt erstmal ab. Berührungsängste, meist aus Mangel an Kontakterfahrungen, sind verständlich. Und die Tatsache, dass diese Zielgruppe zumeist keine Formalqualifikation vorzuweisen hat, ist oft ein direktes Ausschlusskriterium bei der Jobvergabe. Ja, es sind einige Anstrengungen zu leisten. Wer inklusive Arbeitsplätze schaffen will, muss sich auf strukturelle Veränderungen einstellen. Aber es lohnt sich! Arbeitgeber und Unternehmen haben dadurch viele Vorteile. Sie bekommen Zugang zu motivierten Arbeitskräften. Und dafür ist es gar nicht nötig, Stellen zu erfinden oder den Betrieb komplett umzukrempeln. Vielmehr gilt es, Arbeitsabläufe und Stellenprofile genau unter die Lupe zu nehmen. Und zu analysieren, welche Aufgaben Mitarbeitende mit geistiger Beeinträchtigung und überwiegend ohne formelle Qualifikation erledigen könnten. Aus bestehenden Tätigkeiten könnten einzelne Aufgaben und Inhalte herausgelöst werden, um sie zu einer neuen Stelle zusammenzufassen“, teilten Jessica Volk und Sebastian Jung mit.

Dieses sogenannte Jobcarving sorge dafür, dass Fachkräfte durch freiwerdende Kapazitäten entlastet werden und sich ihren Kernaufgaben widmen können. Unterm Strich stehe also ein lohnenswerter unternehmerischer Mehrwert! „Nicht zu vernachlässigen ist auch der ideelle Faktor: Inklusive Arbeitsplätze schaffen Vielfalt und Diversität, wovon Arbeitgeber und Unternehmen profitieren. Wer heute in inklusive Arbeit investiert, nimmt eine Vorbildfunktion in der Arbeitswelt von morgen ein. Die Wahrnehmung von sozialer Verantwortung sorgt für eine positives Image der eigenen Marke. Außerdem setzt der Staat finanzielle Anreize, indem er mit dem Budget für Arbeit bis zu 75 Prozent des Bruttoeinkommens behinderter Arbeitnehmer bezuschusst“, heißt es vonseiten des Martinsclub.

„Was braucht es also, damit inklusive Arbeit für beide Seiten zum Erfolg führt? In erster Linie Unternehmergeist. Also den Mut, es einfach mal zu versuchen. Die Einstellung, Herausforderungen und Risiken als Chance zu begreifen. Und das Bewusstsein, dass neue Wege auch mal steinig sein können und nicht immer nur kerzengerade verlaufen. Dann kann Inklusion die Arbeitswelt der Zukunft positiv verändern“, erklärten Jessica Volk und Sebastian Jung.