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Petition an Landtag von Brandenburg für Gebärdensprache und zum Umgang mit Gehörlosen

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Falkensee / Potsdam (kobinet) Carola Szymanowicz aus Falkensee hat vor kurzem beim Petitionsausschuss des Landtags von Brandenburg eine Petition eingereicht. Ziel der Petition ist die Förderung der Verwendung und Vermittlung der Deutschen Gebärdensprache und die Abgabe einer Erklärung durch den Landtag und die Landesregierung von Brandenburg zum Umgang mit tauben Menschen in der Vergangenheit. Anlass für die Petition ist u.a., dass vor kurzem nach einem vorhergehenden Treffen mit tauben Menschen in der Hamburger Bürgerschaft zum Thema Sprachdeprivation (Sprachentzug) und dessen Auswirkungen bei tauben Menschen eine entsprechende Erklärung abgegeben wurde.

„Im Jahr 1880 fand in Mailand ein Kongress statt, der weitreichende Folgen für die Gehörlosengemeinschaft hatte. Auf diesem Kongress wurde eine Resolution verabschiedet, die den Oralismus, also das Sprechen und Lippenlesen, gegenüber der Gebärdensprache bevorzugte. Dies führte dazu, dass in vielen Schulen und Institutionen der Welt die Gebärdensprache verboten wurde und Gehörlose hauptsächlich mündlich unterrichtet wurden. Als Konsequenz wurde die Gebärdensprache in vielen Schulen und Institutionen verboten, was zu einer Unterdrückung der Gehörlosenkultur und Identität führte. Durch diesen Beschluss wurden taube Menschen gezwungen, heimlich zu gebärden, um ihre Sprache zu erhalten. Die Folgen dieses Verbots wirken noch heute nach“, teilte Carola Szymanowicz mit.

Sprachdeprivation hat nach Informationen von Carola Szymanowicz erhebliche Auswirkungen,

  • Sie kann kognitive, soziale und emotionale Schwierigkeiten verursachen.
  • Sie kann sich auf die Lese- und Schreibfähigkeiten, das Gedächtnis und die Fähigkeit zur Beziehungsaufnahme auswirken.
  • Gerade bei tauben Kindern kann ein späterer Zugang zu einer vollständigen Sprache zu Problemen bei der Inklusion in Bildungseinrichtungen führen.

Sie fordert in ihrer Petition u.a.:

  • Recht auf frühen Zugang zur Gebärdensprache
  • Verbindliche DGS-Dolmetschdienste in allen Bereichen
  • Barrierefreiheit in Medien, Justiz, Bildung und Gesundheit
  • Beteiligung tauber Menschen bei allen politischen Entscheidungen
  • Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in deutsches Recht

Carola Szymanowicz hofft auf Unterstützung und Zustimmung der Petition aus der gesamten demokratischen Gesellschaft.

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 17. Juli 2025 über die Entschuldigung der Hamburger Bürgerschaft für das Leid gehörloser Menschen