Berlin (kobinet)
Verena Bentele ist Chefin vom VdK.
Der VdK ist ein Sozial-Verband.
Ein Sozial-Verband hilft Menschen mit Problemen.
Zum Beispiel armen Menschen oder kranken Menschen.
Verena Bentele hat auf eine Aussage geantwortet.
Die Aussage kam von den Fach-Ärzten.
Es war ihr Chef-Verband.
Ein Chef-Verband spricht für viele kleine Verbände.
Er macht wichtige Entscheidungen.
Er redet mit der Politik.
Der Chef-Verband heißt auch SpiFa.
Der SpiFa sagt: Privat-Versicherte werden nicht bevorzugt.
Privat-Versicherte haben eine besondere Kranken-Versicherung.
Diese kostet mehr Geld.
Nur bestimmte Menschen können das machen.
Verena Bentele sagt: Das stimmt nicht.
Normal Versicherte warten länger auf Termine.
Normal Versicherte haben die gewöhnliche Kranken-Versicherung.
Die meisten Menschen in Deutschland haben diese Versicherung.
Privat-Versicherte bekommen schneller Termine beim Fach-Arzt.
Millionen Menschen erleben das.
Diese Erfahrung kann man nicht weg-reden.
Die Stiftung Waren-Test hat Menschen befragt.
18,6 Prozent der normal Versicherten warten 2 Monate.
Sie warten so lange auf einen Fach-Arzt-Termin.
26,1 Prozent der Privat-Versicherten bekommen schnell Termine.
Sie bekommen einen Termin in 1 Woche.
Nur 8 Prozent der normal Versicherten bekommen so schnell Termine.
Der Virchow-Bund spricht für nieder-gelassene Ärzte.
Nieder-gelassene Ärzte haben eine eigene Praxis.
Sie arbeiten nicht im Kranken-haus.
Die meisten Haus-Ärzte sind so.
Der Virchow-Bund hat nach-gerechnet:
Privat-Patienten werden nach Plan bevorzugt.
Nach Plan bedeutet: Man macht das mit Absicht.
Man hat sich das vorher überlegt.
Das passiert nicht zufällig.
Das liegt an der Geld-Planung.
Geld-Planung bedeutet: Man plant vorher das Geld.
Man überlegt: Wofür gebe ich Geld aus.
Man teilt das Geld auf.
Wegen der Geld-Planung werden manche Leistungen nicht bezahlt.
Deshalb nehmen Arzt-Praxen mehr Privat-Versicherte.
Arzt-Praxen müssen 25 Stunden pro Woche anbieten.
Diese Stunden sind für normal Versicherte da.
Aber viele Arzt-Praxen bieten nur 18,75 Stunden an.
Die restliche Zeit ist für Privat-Versicherte da.
40 Prozent aller Termine sind für Privat-Versicherte.
Aber Privat-Versicherte sind nur eine kleine Gruppe.
Die Bevorzugung ist also echt.
Es ist kein Märchen.
Kassen-Ärzte haben eine Pflicht.
Kassen-Ärzte arbeiten mit den Kranken-kassen zusammen.
Die Kranken-kasse bezahlt die Behandlung.
Patienten müssen nicht selbst bezahlen.
Sie müssen alle Patienten behandeln.
Das gilt für normal Versicherte.
Viele Kassen-Ärzte halten sich nicht daran.
Sie geben das auch zu.
Mit dem Kassen-Vertrag haben Ärzte Zugang zu vielen Patienten.
90 Prozent der Menschen in Deutschland sind normal versichert.
Der Kassen-Vertrag ist die wichtigste Einnahme-Quelle.
Zusätzlich können Ärzte Selbst-Zahler behandeln.
Das bringt viel Geld für die Ärzte.
Aber das Geld ist nicht alles.
Ärzte dürfen ihre wichtige Aufgabe nicht vergessen.
Die wichtige Aufgabe ist: Alle Menschen sollen einen Arzt finden.
Es soll überall genug Ärzte geben.
Sie dürfen Privat-Versicherte nicht bevorzugen.
Verena Bentele macht einen Vorschlag:
Es sollen viele Kontrollen gemacht werden.
Viele Kontrollen bedeutet: Man prüft sehr viele Arzt-Praxen.
Man schaut sich alles genau an.
Schlechte Ärzte sollen hohe Geld-Strafen bekommen.

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) VdK-Präsidentin Verena Bentele hat auf eine Äußerung des Spitzenverbands der Fachärztinnen und Fachärzte (SpiFa), wonach Privatversicherte angeblich nicht bei der Terminvergabe bevorzugt werden, reagiert: "Wer gesetzlich krankenversichert ist, wartet wesentlich länger auf einen Facharzttermin als Privatversicherte. Diese Erfahrung von Millionen Menschen kann nicht wegdiskutiert werden. Wenn der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte (SpiFa) dennoch eine angebliche Bevorzugung von Privatversicherten als Märchen bezeichnet, dann leidet die große Mehrheit der Patientinnen und Patienten offenbar an Wahrnehmungsstörungen. Zuletzt ergab eine Erhebung der Stiftung Warentest, dass 18,6 Prozent der gesetzlich Versicherten bis zu zwei Monate auf einen Facharzttermin warten. Gleichzeitig erhalten 26,1 Prozent der Privatversicherten einen Termin innerhalb einer Woche, bei gesetzlich Versicherten liegt dieser Anteil bei gerade einmal acht Prozent."
„Selbst der Virchowbund als Interessenverband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte hat vorgerechnet, dass Privatpatienten systematisch bevorzugt werden, und begründet dies damit, dass aufgrund der Budgetierung ein Teil der kassenärztlichen Leistungen nicht mehr bezahlt werde. Die Folge dieser Budgetierung sei, dass Arztpraxen den Anteil an Sprechstunden aufstocken, der Privatversicherten zur Verfügung steht. Dadurch kommen sie der gesetzlichen Verpflichtung, 25 Stunden Sprechstunde für gesetzlich Versicherte pro Woche anzubieten, nicht mehr nach. Im Schnitt bieten Facharztpraxen nur 18,75 Wochenstunden für gesetzlich Versicherte an und reservieren die restliche Zeit für Privatversicherte und Selbstzahlerinnen und -zahler. Dieser kleinen Gruppe stehen damit 40 Prozent aller Termine zu. Die Wahrheit ist also: Es gibt kein Märchen der Bevorzugung, sie ist bittere Realität“, erklärte Verena Bentele.
Es lohnt sich nach Ansicht des VdK, mit Nachdruck daran zu erinnern, dass Kassenärztinnen und -ärzte gesetzlich verpflichtet sind, die medizinische Versorgung der gesetzlich Versicherten sicherzustellen. „Viele Kassenärztinnen und -ärzte verstoßen gegen diesen Sicherstellungsauftrag und geben dies auch bereitwillig zu. Mit ihrem Kassensitz haben sie Zugang zu 90 Prozent der Versicherten in Deutschland. Der Kassenvertrag bildet das wirtschaftliche Rückgrat der Arztpraxen. Dass darüber hinaus ein kleineres zeitliches Kontingent für die Behandlung von Selbstzahlenden genutzt werden kann, ist für viele Ärztinnen und Ärzte lukrativ. Doch dieser wirtschaftliche Aspekt darf nicht dazu führen, dass Ärztinnen und Ärzte deswegen ihren Sicherstellungsauftrag nicht erfüllen und Privatversicherte bevorzugen. Wer diese Bevorzugung von Privatpatientinnen und -patienten leugnet, dem mache ich einen Vorschlag: Es könnten großflächig Kontrollen durchgeführt werden, um schwarze Schafe mit saftigen Geldbußen zu belegen“, so die VdK-Präsidentin.

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) VdK-Präsidentin Verena Bentele hat auf eine Äußerung des Spitzenverbands der Fachärztinnen und Fachärzte (SpiFa), wonach Privatversicherte angeblich nicht bei der Terminvergabe bevorzugt werden, reagiert: "Wer gesetzlich krankenversichert ist, wartet wesentlich länger auf einen Facharzttermin als Privatversicherte. Diese Erfahrung von Millionen Menschen kann nicht wegdiskutiert werden. Wenn der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte (SpiFa) dennoch eine angebliche Bevorzugung von Privatversicherten als Märchen bezeichnet, dann leidet die große Mehrheit der Patientinnen und Patienten offenbar an Wahrnehmungsstörungen. Zuletzt ergab eine Erhebung der Stiftung Warentest, dass 18,6 Prozent der gesetzlich Versicherten bis zu zwei Monate auf einen Facharzttermin warten. Gleichzeitig erhalten 26,1 Prozent der Privatversicherten einen Termin innerhalb einer Woche, bei gesetzlich Versicherten liegt dieser Anteil bei gerade einmal acht Prozent."
„Selbst der Virchowbund als Interessenverband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte hat vorgerechnet, dass Privatpatienten systematisch bevorzugt werden, und begründet dies damit, dass aufgrund der Budgetierung ein Teil der kassenärztlichen Leistungen nicht mehr bezahlt werde. Die Folge dieser Budgetierung sei, dass Arztpraxen den Anteil an Sprechstunden aufstocken, der Privatversicherten zur Verfügung steht. Dadurch kommen sie der gesetzlichen Verpflichtung, 25 Stunden Sprechstunde für gesetzlich Versicherte pro Woche anzubieten, nicht mehr nach. Im Schnitt bieten Facharztpraxen nur 18,75 Wochenstunden für gesetzlich Versicherte an und reservieren die restliche Zeit für Privatversicherte und Selbstzahlerinnen und -zahler. Dieser kleinen Gruppe stehen damit 40 Prozent aller Termine zu. Die Wahrheit ist also: Es gibt kein Märchen der Bevorzugung, sie ist bittere Realität“, erklärte Verena Bentele.
Es lohnt sich nach Ansicht des VdK, mit Nachdruck daran zu erinnern, dass Kassenärztinnen und -ärzte gesetzlich verpflichtet sind, die medizinische Versorgung der gesetzlich Versicherten sicherzustellen. „Viele Kassenärztinnen und -ärzte verstoßen gegen diesen Sicherstellungsauftrag und geben dies auch bereitwillig zu. Mit ihrem Kassensitz haben sie Zugang zu 90 Prozent der Versicherten in Deutschland. Der Kassenvertrag bildet das wirtschaftliche Rückgrat der Arztpraxen. Dass darüber hinaus ein kleineres zeitliches Kontingent für die Behandlung von Selbstzahlenden genutzt werden kann, ist für viele Ärztinnen und Ärzte lukrativ. Doch dieser wirtschaftliche Aspekt darf nicht dazu führen, dass Ärztinnen und Ärzte deswegen ihren Sicherstellungsauftrag nicht erfüllen und Privatversicherte bevorzugen. Wer diese Bevorzugung von Privatpatientinnen und -patienten leugnet, dem mache ich einen Vorschlag: Es könnten großflächig Kontrollen durchgeführt werden, um schwarze Schafe mit saftigen Geldbußen zu belegen“, so die VdK-Präsidentin.




