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Wissenschaftler*innen warnen vor Schließung deutscher Disability Studies-institutionen

Sharepic: Disability Studies stärken!
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Foto: campact

Bochum (kobinet) Mehr als 150 Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland protestieren gegen die drohende Schließung zentraler Institutionen der Disability Studies in Deutschland. In einem gemeinsamen Appell fordern der Verein Disability Studies Deutschland und die Arbeitsgemeinschaft Disability Studies den Erhalt der gefährdeten Institute in Hamburg und Köln. Von den Sparmaßnahmen oder gar von einer Schließung bedroht sind das Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung (ZeDiSplus) an der Evangelischen Hochschule Hamburg sowie die Internationale Forschungsstelle für Disability Studies (iDiS) an der Universität zu Köln. Die Unterzeichner*innen wenden sich direkt an Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal und NRW-Ministerin Ina Brandes.

Besonders bemerkenswert sei, dass sich das renommierte Centre for Disability Studies der University of Leeds in den Protest eingeschaltet hat. Direktor Professor Miro Griffiths forderte vom Hamburger Senat die Erneuerung der ZeDiSplus-Finanzierung und unterstrich damit die internationale Bedeutung der deutschen Disability Studies-Forschung. Zur Existenzbedrohung für Pioniereinrichtungen der Disability Studies erklärt Bertold Scharf, Vorstandsmitglied des Vereins DSD: „Es ist ein Paradox unserer Zeit: Während die UN-Behindertenrechtskonvention Inklusion und Partizipation fordert, werden ausgerechnet die wissenschaftlichen Institutionen geschlossen, die diese Ziele erforschen und vorantreiben. Die Disability Studies sind keine Luxuswissenschaft, sondern ein menschenrechtsbasierter, gesamtgesellschaftlicher Auftrag.“

Angesichts der großen Unterstützung erklärte Gudrun Kellermann, ebenfalls Vorstandsmitglied im DSD: „Wir sind zutiefst beeindruckt von der breiten und internationalen Solidarität! Die zahlreichen Stimmen aus Forschung, Lehre und Zivilgesellschaft unterstreichen die wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der deutschsprachigen Disability Studies – auch weit über die Landesgrenzen hinaus. Wir hoffen, dass unser Appell nicht nur kurzfristig Wirkung zeigt, sondern langfristig zu einem Umdenken führt. Denn: Wissenschaft braucht Diversität, Streitbarkeit und kritische Reflexion.“

Der vollständige Appell und die Liste der Erst-Unterzeichnenden sind abrufbar unter: https://disabilitystudies.de/disability-studies-bedroht-kritisch-emanzipatorische-wissenschaft-schutzen-und-starken/