Berlin (kobinet)
Eine Umfrage von ARD zeigt ein Problem.
Nur 29 von 100 Menschen sind zufrieden.
Sie sind unzufrieden mit der Bundes-Regierung.
Das sagt Verena Bentele vom VdK.
Der VdK ist ein Verein für soziale Gerechtigkeit.
Verena Bentele kritisiert die Politik.
Die Regierung kümmert sich um andere Länder.
Sie kümmert sich um Waffen und neue Technik.
Aber sie vergisst wichtige Themen für Menschen hier.
Die Regierung redet zu wenig über Rente.
Sie redet zu wenig über Sozial-Politik.
Sozial-Politik bedeutet: Politik für alle Menschen.
Die Politik kümmert sich um arme Menschen.
Sie hilft kranken Menschen.
Die Politik sorgt für faire Arbeits-Plätze.
Das sind Themen für alle Menschen.
Ein guter Sozial-Staat ist wichtig für Demokratie.
Ein Sozial-Staat hilft seinen Bürgern.
Der Staat gibt Geld bei Krankheit.
Er gibt Geld bei Arbeits-Losigkeit.
Der Staat sorgt für alle Menschen.
Demokratie bedeutet: Das Volk bestimmt mit.
Alle Menschen können wählen.
Aber die Regierung redet nur über Kosten sparen.
Die Menschen verstehen das nicht.
Sie fragen sich: Warum sind diese Themen nicht wichtig?
Warum gibt die Regierung Aufgaben an Kommissionen ab?
Kommission bedeutet: Das ist eine Arbeits-Gruppe.
In diesen Gruppen arbeiten Fach-Leute zusammen.
Sie beraten über wichtige Themen.
Sie geben Tipps an die Politik.
Aber es gibt auch gute Sachen.
Die Rente bleibt stabil.
Es gibt mehr Geld für Mütter-Rente.
Die Miet-Preis-Bremse gilt bis 2029.
Das sind gute Nachrichten.
Aber das reicht nicht aus.
Die Regierung macht zu wenig Fortschritt.
Ein Beispiel ist das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das ist ein Gesetz für Menschen mit Behinderung.
Es soll ihnen mehr Rechte geben.
Die Regierung wollte es in 100 Tagen verbessern.
Das ist nicht passiert.
Millionen Menschen haben Probleme.
Ältere Menschen haben Probleme.
Menschen mit Behinderung haben Probleme.
Menschen mit Mobilitäts-Problemen haben Probleme.
Mobilitäts-Probleme bedeutet: Menschen können schlecht von einem Ort zum anderen kommen.
Zum Beispiel: keine Busse auf dem Land.
Oder: keine Aufzüge für Roll-Stuhl-Fahrer.
Das macht das Leben schwer.
Sie können nicht überall mitmachen.
Die Regierung macht zu wenig für Barriere-Freiheit.
Barriere-Freiheit bedeutet: alle Menschen können etwas benutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Auch die Pflege braucht Hilfe.
Viele Menschen pflegen ihre Familie zu Hause.
Das ist sehr schwer.
Diese Menschen brauchen mehr Geld.
Sie brauchen mehr Unterstützung.
Sie brauchen bessere Regeln für Arbeit und Pflege.
Verena Bentele sagt: Wir müssen uns entscheiden.
Was ist uns ein guter Sozial-Staat wert?
Es gibt immer mehr reiche Menschen in Deutschland.
Aber die Steuern für reiche Menschen sind zu niedrig.
Alle Menschen sollen in Sozial-Systeme einzahlen.
Sozial-Systeme sind Systeme die Menschen in Not helfen.
Dazu gehört die Kranken-Versicherung.
Dazu gehört das Arbeits-Losen-Geld.
Diese Systeme fangen Menschen auf.
Auch Beamte sollen einzahlen.
Auch Politiker sollen einzahlen.
Das ist fair und solidarisch.
Solidarisch bedeutet: sich gegenseitig zu helfen.
Menschen unterstützen andere Menschen.
Verena Bentele fordert mehr Mut von der Regierung.
Große Reformen brauchen Mut.
Reformen bedeutet: Dinge verbessern und ändern.
Der Staat macht zum Beispiel neue Gesetze.
Oder er ändert alte Gesetze.
Das macht er für die Menschen im Land.
Schlag-Zeilen allein reichen nicht aus.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend sind nur 29 Prozent der Bevölkerung mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. VdK-Präsidentin Verena Bentele findet, das ließe sich ändern: "Die Top-Themen auf der politischen Agenda waren: Außenpolitik, Rüstungsinvestitionen und Innovationsförderung. In vielen Bereichen wird entschlossen gehandelt und Zukunft gestaltet. Außer beim Thema Rente fehlt dagegen ein kraftvolles Angehen der sozialpolitischen Themen. Statt zu betonen, wie wichtig ein gut funktionierender Sozialstaat für den demokratischen Zusammenhalt ist, wird teilweise faktenfrei über Einsparungen und Kosten lamentiert. Ein starkes Bekenntnis zu einem leistungsfähigen und gerechten Sozialstaat ist bisher ausgeblieben. Die Menschen fragen sich zurecht, warum diese gesellschaftlich relevanten Themen nicht ganz oben auf der Agenda stehen und alle wichtigen Entscheidungen in Kommissionen ausgelagert werden."
Dennoch gäbt es nach Informationen von Verena Bentele auch die Habenseite: „Nennenswert sind die Absicherung des Rentenniveaus, die Mütterrente sowie die Verlängerung der Mietpreisbremse bis ins Jahr 2029. Diese Maßnahmen sind zweifellos positive Entwicklungen, aber sie können nicht verheimlichen, dass dort, wo echter Fortschritt gefragt wäre, Mutlosigkeit dominiert. Ein Beispiel ist die bisher ausbleibende Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes. Die Regierung hatte sich in ihrem Sofortprogramm vorgenommen, Verbesserungen in den ersten 100 Tagen zu liefern und bleibt diese bisher schuldig. Millionen von Menschen – Ältere, schwerbehinderte Personen oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – bleiben weiterhin von wirklicher Teilhabe ausgeschlossen und werden systematisch benachteiligt, weil die Bundesregierung sich nicht auf wirksame Reformen im Bereich der Barrierefreiheit einigen kann.“
Auch bei der Pflege bestehe noch großer Handlungsbedarf. Unabhängig von den Ergebnissen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe müsse die häusliche Pflege, die das Rückgrat unserer alternden Gesellschaft ist, endlich gestärkt werden: Der größte Pflegedienst des Landes sind nach Ansicht von Verena Bentele die Angehörigen. „Es ist höchste Zeit, ihnen durch bessere finanzielle Rahmenbedingungen, mehr Entlastung und eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gerecht zu werden. Wir stehen vor einem Scheideweg und müssen uns als Gesellschaft fragen, was uns ein leistungsfähiger Sozialstaat wert ist und ob wir mit dem bestehenden Instrumentenkasten für ausreichend Gerechtigkeit sorgen: In einem Land mit einer stetig wachsenden Zahl an Millionären und Milliardären ist die Einführung einer Vermögens- und Erbschaftssteuer längst überfällig. Ein großer Durchbruch wäre es zudem, wenn endlich alle Erwerbstätigen solidarisch in die Sozialsysteme einzahlen, einschließlich Beamter und Abgeordneter. Ich fordere mehr Verantwortung und Beherztheit von der Bundesregierung. Große Reformen für die Bürgerinnen und Bürger gelingen nur so und nicht über Schlagzeilen“, stellte Verena Bentele klar.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend sind nur 29 Prozent der Bevölkerung mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. VdK-Präsidentin Verena Bentele findet, das ließe sich ändern: "Die Top-Themen auf der politischen Agenda waren: Außenpolitik, Rüstungsinvestitionen und Innovationsförderung. In vielen Bereichen wird entschlossen gehandelt und Zukunft gestaltet. Außer beim Thema Rente fehlt dagegen ein kraftvolles Angehen der sozialpolitischen Themen. Statt zu betonen, wie wichtig ein gut funktionierender Sozialstaat für den demokratischen Zusammenhalt ist, wird teilweise faktenfrei über Einsparungen und Kosten lamentiert. Ein starkes Bekenntnis zu einem leistungsfähigen und gerechten Sozialstaat ist bisher ausgeblieben. Die Menschen fragen sich zurecht, warum diese gesellschaftlich relevanten Themen nicht ganz oben auf der Agenda stehen und alle wichtigen Entscheidungen in Kommissionen ausgelagert werden."
Dennoch gäbt es nach Informationen von Verena Bentele auch die Habenseite: „Nennenswert sind die Absicherung des Rentenniveaus, die Mütterrente sowie die Verlängerung der Mietpreisbremse bis ins Jahr 2029. Diese Maßnahmen sind zweifellos positive Entwicklungen, aber sie können nicht verheimlichen, dass dort, wo echter Fortschritt gefragt wäre, Mutlosigkeit dominiert. Ein Beispiel ist die bisher ausbleibende Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes. Die Regierung hatte sich in ihrem Sofortprogramm vorgenommen, Verbesserungen in den ersten 100 Tagen zu liefern und bleibt diese bisher schuldig. Millionen von Menschen – Ältere, schwerbehinderte Personen oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – bleiben weiterhin von wirklicher Teilhabe ausgeschlossen und werden systematisch benachteiligt, weil die Bundesregierung sich nicht auf wirksame Reformen im Bereich der Barrierefreiheit einigen kann.“
Auch bei der Pflege bestehe noch großer Handlungsbedarf. Unabhängig von den Ergebnissen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe müsse die häusliche Pflege, die das Rückgrat unserer alternden Gesellschaft ist, endlich gestärkt werden: Der größte Pflegedienst des Landes sind nach Ansicht von Verena Bentele die Angehörigen. „Es ist höchste Zeit, ihnen durch bessere finanzielle Rahmenbedingungen, mehr Entlastung und eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gerecht zu werden. Wir stehen vor einem Scheideweg und müssen uns als Gesellschaft fragen, was uns ein leistungsfähiger Sozialstaat wert ist und ob wir mit dem bestehenden Instrumentenkasten für ausreichend Gerechtigkeit sorgen: In einem Land mit einer stetig wachsenden Zahl an Millionären und Milliardären ist die Einführung einer Vermögens- und Erbschaftssteuer längst überfällig. Ein großer Durchbruch wäre es zudem, wenn endlich alle Erwerbstätigen solidarisch in die Sozialsysteme einzahlen, einschließlich Beamter und Abgeordneter. Ich fordere mehr Verantwortung und Beherztheit von der Bundesregierung. Große Reformen für die Bürgerinnen und Bürger gelingen nur so und nicht über Schlagzeilen“, stellte Verena Bentele klar.




