Bonn
Die schwarz-rote Regierung tut wenig.
Menschen mit Behinderung bekommen keine Hilfe.
Die Regierung ändert keine wichtigen Gesetze.
Die Gesetze sollen mehr Barriere-Freiheit bringen.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Aber das passiert nicht.
Die Aktion Mensch hat eine Umfrage gemacht.
Die Umfrage zeigt ein großes Problem.
Sehr viele Menschen mit Behinderung werden schlecht behandelt.
Das nennt man Diskriminierung.
Diskriminierung bedeutet: Jemanden schlechter behandeln.
Eine Person wird unfair behandelt.
6 von 10 Menschen mit Behinderung haben schlechte Erfahrungen gemacht.
Das ist in den letzten 5 Jahren passiert.
Die schlechten Erfahrungen waren an verschiedenen Orten.
Zum Beispiel auf der Straße.
Oder bei der Arbeit.
Oder beim Arzt.
Mehr als jeder 4. Mensch mit Behinderung hat oft Probleme.
Die Aktion Mensch hat die Umfrage am 13. August 2025 bekannt gemacht.
Die schlechten Erfahrungen haben schlimme Folgen.
Fast die Hälfte der Menschen meidet bestimmte Orte.
Sie wollen nicht wieder schlecht behandelt werden.
27 von 100 Menschen gehen nur noch an sichere Orte.
Dort werden sie nicht schlecht behandelt.
Die Menschen fühlen sich auch schlecht.
Mehr als jeder 3. denkt: Ich bin nicht gut genug.
Fast jeder 4. zieht sich zurück.
Fast jeder 4. gibt sich selbst die Schuld.
Das zeigt: Diskriminierung macht Menschen sehr traurig.
Schlechte Behandlung passiert überall
Die Menschen mit Behinderung werden oft schlecht behandelt.
Am häufigsten passiert das in der Öffentlichkeit.
Das sind 29 von 100 Menschen.
24 von 100 Menschen werden bei der Arbeit schlecht behandelt.
23 von 100 Menschen werden beim Arzt schlecht behandelt.
Die Erfahrungen sind in allen Bereichen schlecht.
Menschen ohne Behinderung haben bessere Erfahrungen.
Die Menschen werden unfair behandelt.
Sie haben schlechtere Chancen.
Andere sprechen schlecht über sie.
Es gibt keine Barriere-Freiheit.
Deshalb können sie nicht überall mit-machen.
Jeder 10. macht auch schlechte Erfahrungen im Internet.
Dort bekommen sie gemeine Nachrichten.
Die Menschen fühlen sich hilflos
41 von 100 Menschen wissen nicht: Wie kann ich mich wehren?
Viele Menschen tun deshalb nichts.
Sie glauben: Es bringt eh nichts.
Oder sie haben Angst vor mehr Problemen.
Oder sie wissen nicht: An wen kann ich mich wenden?
Viele Menschen kennen die Hilfs-Angebote nicht.
Jeder 3. kennt das Gleichbehandlungs-Gesetz nicht.
Gleichbehandlungs-Gesetz bedeutet: Ein Gesetz schützt Menschen vor ungerechter Behandlung.
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Das Gesetz soll vor Diskriminierung schützen.
Jeder 3. kennt auch keine Beratungs-Stellen.
Beratungs-Stellen bedeutet: Orte für Hilfe.
Dort arbeiten Menschen mit viel Wissen.
Sie helfen dir bei Problemen.
Du kannst sie kostenlos fragen.
Die Hälfte kennt keine Melde-Stellen für Diskriminierung.
Melde-Stellen bedeutet: Orte für wichtige Nachrichten.
Du kannst dort Probleme melden.
Die Mit-Arbeiter schreiben alles auf.
Sie kümmern sich dann um dein Problem.
Die Menschen mit Behinderung haben Ideen für Lösungen.
57 von 100 wollen mehr Bildung gegen Diskriminierung.
52 von 100 wollen weniger Barrieren.
50 von 100 wollen härtere Strafen.
Und sie wollen: Die Gesetze sollen besser angewendet werden.
Christina Marx arbeitet bei der Aktion Mensch.
Sie sagt: Die Ergebnisse sind sehr schlimm.
Diskriminierung ist Alltag für Menschen mit Behinderung.
Das passiert persönlich und in der Gesellschaft.
Wollen wir so zusammen leben?
Die Aktion Mensch sagt: Nein.
Alle müssen etwas tun.
Der Staat muss etwas tun.
Jeder einzelne Mensch muss etwas tun.
Mehr Infos zur Umfrage
Die Aktion Mensch hat die Umfrage zusammen mit Ipsos gemacht.
Ipsos ist ein Forschungs-Institut.
Forschungs-Institut bedeutet: Ein Arbeits-Platz für kluge Menschen.
Diese Menschen suchen nach neuem Wissen.
Sie machen Versuche und Tests.
Dann teilen sie ihr Wissen mit anderen.
Die Umfrage war vom 16. Juni bis 2. Juli 2025.
636 Menschen mit Behinderung haben mit-gemacht.
Sie waren mindestens 16 Jahre alt.
Die Umfrage war im Internet.
Die Menschen gehören zur Teilhabe-Community.
Teilhabe-Community bedeutet: Eine Gruppe von Menschen.
Alle Menschen in der Gruppe helfen sich.
Sie wollen überall mit-machen können.
Niemand soll ausgeschlossen werden.
Das ist eine besondere Gruppe für Umfragen.
Dort sind nur Menschen mit Behinderung.
Es ist die erste Gruppe dieser Art in Deutschland.
300 Menschen ohne Behinderung haben auch mit-gemacht.
Mehr Infos zur Teilhabe-Community gibt es hier:
www.aktion-mensch.de/teilhabe-community
Mehr Infos über Diskriminierung gibt es hier:
www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung
Foto: Aktion Mensch
Bonn (kobinet) Während es bei der schwarz-roten Regierungskoaltion nicht mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz für mehr Barrierefreiheit und auch nicht bei der Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vorangeht, zeigt nun eine aktuelle Umfrage der Aktion Mensch die große Dimension von Diskriminierungen behinderter Menschen auf. Sechs von zehn Menschen mit Behinderung wurden demnach in den letzten fünf Jahren in unterschiedlichen Alltagssituationen diskriminiert – am häufigsten im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder im Gesundheitssystem. Für mehr als ein Viertel von ihnen ist Diskriminierung sogar ein ständiges Problem. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die aktuelle bundesweite Online-Umfrage, die die Aktion Mensch heute, am 13. August 2025, veröffentlicht hat.
Die Befragungsergebnisse zeigen weitreichende Folgen für die Betroffenen auf: Knapp die Hälfte aller, die in den letzten Jahren mit Diskriminierung konfrontiert waren, hat im Anschluss ähnliche Situationen vermieden, um einer erneuten Benachteiligung zu entgehen. 27 Prozent der Befragten haben als Konsequenz zudem nur noch Orte aufgesucht, an denen sie nicht diskriminiert werden. Auch das Selbstbewusstsein und der Selbstwert leiden unter der Herabwürdigung: Über ein Drittel gibt an, nach ihrer Diskriminierungserfahrung gedacht zu haben, nicht gut genug zu sein und jeweils fast ein Viertel zog sich sozial zurück oder gab sich selbst die Schuld – ein Beweis für die tiefgreifenden psychologischen Auswirkungen, die Diskriminierung haben kann. So heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch zur Umfrage.
Diskriminierung über alle Lebensbereiche hinweg
Am häufigsten haben die befragten Menschen mit Behinderung Diskriminierung demnach in der Öffentlichkeit (29 Prozent) erlebt, am Arbeitsplatz (24 Prozent) oder im Gesundheitssystem (23 Prozent). Ihre Erfahrungen – in durchweg allen Lebensbereichen negativer als die der Allgemeinbevölkerung – reichen von unfairer Behandlung und schlechteren Chancen über diskriminierende Sprache bis hin zu fehlender Barrierefreiheit, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe im Alltag verwehren. Jede*r Zehnte verweist zudem auf negative Erfahrungen im Internet; meistgenannt hier: beleidigende oder herabwürdigende Nachrichten.
Gefühl der Ohnmacht und Informationsdefizit
Besonders erschreckend ist, dass 41 Prozent der Befragten nicht wissen, wie sie sich gegen Diskriminierung wehren können. Viele von ihnen wurden im Anschluss an ihre Ungleichbehandlung daher nicht tätig – zum einen, weil sie glauben, dass es nichts nützt, zum anderen aber auch aus Angst, noch mehr Probleme zu bekommen oder weil ihnen nicht klar ist, an wen sie sich wenden können.
Dazu passt, dass bereits bestehende unterstützende Maßnahmen nicht ausreichend bekannt sind. So kennt rund ein Drittel der Befragten weder das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz noch die Antidiskriminierungs- oder Ombudsstellen und etwa die Hälfte hat noch nie von Meldestellen gegen Diskriminierung gehört. Als Lösungsansätze erachtet die Mehrheit der befragten Menschen mit Behinderung Bildungsinitiativen gegen Diskriminierung (57 Prozent), den Abbau von Barrieren (52 Prozent) sowie härtere Strafen und eine bessere Anwendung von entsprechenden Gesetzen (50 Prozent).
„Die Ergebnisse unserer Befragung sind besorgniserregend. Sie zeigen, dass Diskriminierung für Menschen mit Behinderung Teil des Alltags ist – und das auf persönlicher wie auch auf struktureller Ebene. Wollen wir so als Gesellschaft zusammenleben? Als Aktion Mensch lautet unsere entschiedene Antwort: Nein. Für ein gleichberechtigtes und diskriminierungsfreies Miteinander sind alle gefragt: Staat, Gesellschaft und jede*r Einzelne“, kommentierte Christina Marx als Sprecherin der Aktion Mensch die Umfrageergebnisse.
Zusatzinformationen
Für die Umfrage zum Thema Diskriminierung hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos in der Zeit vom 16. Juni bis zum 2. Juli 2025 bundesweit 636 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren online befragt. Beteiligt haben sich die Mitglieder der sogenannten Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Im gleichen Zeitraum wurde zusätzlich eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe Deutschlands (300 Personen) befragt. Weitere Informationen zur Teilhabe-Community: www.aktion-mensch.de/teilhabe-community.
Im Familienratgeber unter www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung gibt es weiterführende Informationen rund um das Thema Diskriminierung.
Foto: Aktion Mensch
Bonn (kobinet) Während es bei der schwarz-roten Regierungskoaltion nicht mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz für mehr Barrierefreiheit und auch nicht bei der Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vorangeht, zeigt nun eine aktuelle Umfrage der Aktion Mensch die große Dimension von Diskriminierungen behinderter Menschen auf. Sechs von zehn Menschen mit Behinderung wurden demnach in den letzten fünf Jahren in unterschiedlichen Alltagssituationen diskriminiert – am häufigsten im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder im Gesundheitssystem. Für mehr als ein Viertel von ihnen ist Diskriminierung sogar ein ständiges Problem. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die aktuelle bundesweite Online-Umfrage, die die Aktion Mensch heute, am 13. August 2025, veröffentlicht hat.
Die Befragungsergebnisse zeigen weitreichende Folgen für die Betroffenen auf: Knapp die Hälfte aller, die in den letzten Jahren mit Diskriminierung konfrontiert waren, hat im Anschluss ähnliche Situationen vermieden, um einer erneuten Benachteiligung zu entgehen. 27 Prozent der Befragten haben als Konsequenz zudem nur noch Orte aufgesucht, an denen sie nicht diskriminiert werden. Auch das Selbstbewusstsein und der Selbstwert leiden unter der Herabwürdigung: Über ein Drittel gibt an, nach ihrer Diskriminierungserfahrung gedacht zu haben, nicht gut genug zu sein und jeweils fast ein Viertel zog sich sozial zurück oder gab sich selbst die Schuld – ein Beweis für die tiefgreifenden psychologischen Auswirkungen, die Diskriminierung haben kann. So heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch zur Umfrage.
Diskriminierung über alle Lebensbereiche hinweg
Am häufigsten haben die befragten Menschen mit Behinderung Diskriminierung demnach in der Öffentlichkeit (29 Prozent) erlebt, am Arbeitsplatz (24 Prozent) oder im Gesundheitssystem (23 Prozent). Ihre Erfahrungen – in durchweg allen Lebensbereichen negativer als die der Allgemeinbevölkerung – reichen von unfairer Behandlung und schlechteren Chancen über diskriminierende Sprache bis hin zu fehlender Barrierefreiheit, die ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe im Alltag verwehren. Jede*r Zehnte verweist zudem auf negative Erfahrungen im Internet; meistgenannt hier: beleidigende oder herabwürdigende Nachrichten.
Gefühl der Ohnmacht und Informationsdefizit
Besonders erschreckend ist, dass 41 Prozent der Befragten nicht wissen, wie sie sich gegen Diskriminierung wehren können. Viele von ihnen wurden im Anschluss an ihre Ungleichbehandlung daher nicht tätig – zum einen, weil sie glauben, dass es nichts nützt, zum anderen aber auch aus Angst, noch mehr Probleme zu bekommen oder weil ihnen nicht klar ist, an wen sie sich wenden können.
Dazu passt, dass bereits bestehende unterstützende Maßnahmen nicht ausreichend bekannt sind. So kennt rund ein Drittel der Befragten weder das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz noch die Antidiskriminierungs- oder Ombudsstellen und etwa die Hälfte hat noch nie von Meldestellen gegen Diskriminierung gehört. Als Lösungsansätze erachtet die Mehrheit der befragten Menschen mit Behinderung Bildungsinitiativen gegen Diskriminierung (57 Prozent), den Abbau von Barrieren (52 Prozent) sowie härtere Strafen und eine bessere Anwendung von entsprechenden Gesetzen (50 Prozent).
„Die Ergebnisse unserer Befragung sind besorgniserregend. Sie zeigen, dass Diskriminierung für Menschen mit Behinderung Teil des Alltags ist – und das auf persönlicher wie auch auf struktureller Ebene. Wollen wir so als Gesellschaft zusammenleben? Als Aktion Mensch lautet unsere entschiedene Antwort: Nein. Für ein gleichberechtigtes und diskriminierungsfreies Miteinander sind alle gefragt: Staat, Gesellschaft und jede*r Einzelne“, kommentierte Christina Marx als Sprecherin der Aktion Mensch die Umfrageergebnisse.
Zusatzinformationen
Für die Umfrage zum Thema Diskriminierung hat die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Sozialforschungsinstitut Ipsos in der Zeit vom 16. Juni bis zum 2. Juli 2025 bundesweit 636 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren online befragt. Beteiligt haben sich die Mitglieder der sogenannten Teilhabe-Community, dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Im gleichen Zeitraum wurde zusätzlich eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe Deutschlands (300 Personen) befragt. Weitere Informationen zur Teilhabe-Community: www.aktion-mensch.de/teilhabe-community.
Im Familienratgeber unter www.familienratgeber.de/lebensbereiche/selbstbestimmt-leben/diskriminierung gibt es weiterführende Informationen rund um das Thema Diskriminierung.




