Hannover
Viele junge Menschen haben am 1. August eine Ausbildung angefangen.
Aber es gibt nicht genug Fach-Kräfte.
Fach-Kräfte sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten.
Sie können bestimmte Arbeiten gut machen.
Trotzdem bleiben viele Ausbildungs-Plätze frei.
Ausbildungs-Plätze sind Arbeits-Plätze für junge Menschen.
Dort lernen sie einen Beruf.
Die Ausbildung dauert 2 bis 3 Jahre.
Danach können sie in dem Beruf arbeiten.
Immer mehr Jugendliche arbeiten nach der Schule.
Sie machen keine Ausbildung.
Jugendliche mit Behinderung haben besonders große Probleme.
Sie finden sehr schwer einen Ausbildungs-Platz.
Der Sozial-Verband Deutschland macht sich Sorgen.
Ein Sozial-Verband ist eine Gruppe von Menschen.
Sie helfen anderen Menschen bei Problemen.
Der Sozial-Verband Deutschland heißt auch SoVD.
Am 12. August ist der Tag der Jugend.
Das ist ein wichtiger Tag für alle jungen Menschen.
Der SoVD fordert: Die Politik muss mehr tun.
Die Politik muss mehr für junge Menschen tun.
In Nieder-Sachsen suchen viele Betriebe Auszubildende.
Aber viele junge Menschen finden keine Lehr-Stelle.
Das sagt die Agentur für Arbeit.
Die Agentur für Arbeit ist ein Amt.
Dort bekommen Menschen Hilfe bei der Job-Suche.
Dirk Swinke ist der Chef vom SoVD in Nieder-Sachsen.
Er sagt: Das ist sehr seltsam.
Es gibt zu wenig Fach-Kräfte.
Aber junge Menschen finden keine Ausbildung.
Da läuft etwas schief.
Dirk Swinke sieht 2 große Probleme.
Erstes Problem: Die Ausbildungs-Vergütung ist sehr niedrig.
Ausbildungs-Vergütung ist das Geld für die Ausbildung.
In Gesundheits-Berufen gibt es oft gar kein Geld.
Gesundheits-Berufe sind Berufe im Kranken-Haus oder beim Arzt.
Kranken-Pfleger und Ärzte arbeiten dort.
Deshalb arbeiten viele Jugendliche lieber normal.
Sie verdienen dann mehr Geld.
Zweites Problem: Schüler mit schlechten Noten haben keine Chance.
Sie finden keinen Arbeits-Platz.
Dirk Swinke fordert: Es muss eine Mindest-Höhe geben.
Die Mindest-Höhe ist für die Ausbildungs-Vergütung.
Die Ausbildungs-Förderung muss besser werden.
Ausbildungs-Förderung heißt: Der Staat hilft Menschen bei der Ausbildung.
Der Staat gibt Geld für die Ausbildung.
Junge Menschen brauchen mehr Unterstützung und Beratung.
Besonders schwer haben es Jugendliche mit Behinderung.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen können überall mitmachen.
In der Ausbildung gibt es fast keine Inklusion.
Es gibt zu wenig barriere-freie Arbeits-Plätze.
Barriere-frei bedeutet: ohne Hindernisse.
Alle Menschen können etwas benutzen.
Es gibt zu wenig individuelle Assistenz.
Individuelle Assistenz ist persönliche Hilfe.
Der Übergang von der Schule zum Beruf ist schlecht.
Die Politik muss klare Gesetze machen.
Die Betriebe brauchen einfache Förderung.
In Nieder-Sachsen gibt es gute Beispiele für Inklusion.
Aber das sind nur wenige Betriebe.
Es hängt vom einzelnen Betrieb ab.
Manche Betriebe helfen jungen Menschen mit Behinderung.
Viele andere Betriebe tun das nicht.
Solange das so ist gibt es keine Chancen-Gleichheit.
Chancen-Gleichheit bedeutet: Alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten.
Niemand wird benachteiligt.

Foto: Hellio42 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
HANNOVER (kobinet) Viele junge Menschen haben am 1. August ihre Ausbildung begonnen. Doch trotz Fachkräftemangels bleiben viele Stellen unbesetzt und immer mehr Jugendliche entscheiden sich nach der Schule fürs Jobben anstatt für eine Ausbildung. Hinzu kommt, dass gerade Schulabgänger mit einer Behinderung große Schwierigkeiten haben, einen Platz zu finden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) betrachtet diese Situation mit großer Sorge und fordert anlässlich des "Internationalen Tags der Jugend" am 12. August mehr Engagement von der Politik, wenn es um die Belange der jüngeren Generationen geht.
Während Betriebe in Niedersachsen händeringend nach Auszubildenden suchen, finden laut Agentur für Arbeit viele junge Menschen keine Lehrstelle. „Eigentlich ist das angesichts des herrschenden Fachkräftemangels eine paradoxe Situation, die sehr deutlich zeigt, dass einiges schiefläuft“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Er sieht vor allem zwei Punkte, die für diese Entwicklung verantwortlich sind: „Oft sind Ausbildungsvergütungen sehr niedrig und gerade in Gesundheitsberufen gibt es häufig gar kein Gehalt. Das führt dazu, dass viele Jugendliche lieber für mehr Geld jobben als eine Ausbildung zu machen.“ Außerdem passiere in punkto Bildungsgerechtigkeit zu wenig, so dass Schulabgänger mit schwächeren Leistungen mittlerweile kaum noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten. „Wir brauchen also eine Mindesthöhe bei der Ausbildungsvergütung, eine bessere Ausbildungsförderung und insgesamt mehr Unterstützung und Beratung von jungen Menschen“, so Swinke weiter.
Besonders prekär sei die Lage für Jugendliche mit Behinderung. „Inklusion ist in der Ausbildung oft noch ein Fremdwort. Es gibt viel zu wenig barrierefreie Arbeitsplätze. Außerdem fehlt es an individueller Assistenz und an einer guten Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf“, bemängelt der Vorstandsvorsitzende. Hier müsse die Politik für klare gesetzliche Regelungen sorgen und die Betriebe gezielt und unbürokratisch fördern. „Viele gute Beispiele in Niedersachsen zeigen schon jetzt, wie Inklusion in der Ausbildung gelingen kann. Doch leider sind das Einzelfälle und es hängt vom jeweiligen Betrieb ab, ob er sich für junge Menschen mit Behinderung engagiert“, erläutert der niedersächsische SoVD-Chef. Solange aber Inklusion in der Ausbildung keine Selbstverständlichkeit sei, könne von Chancengleichheit keine Rede sein.

Foto: Hellio42 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
HANNOVER (kobinet) Viele junge Menschen haben am 1. August ihre Ausbildung begonnen. Doch trotz Fachkräftemangels bleiben viele Stellen unbesetzt und immer mehr Jugendliche entscheiden sich nach der Schule fürs Jobben anstatt für eine Ausbildung. Hinzu kommt, dass gerade Schulabgänger mit einer Behinderung große Schwierigkeiten haben, einen Platz zu finden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) betrachtet diese Situation mit großer Sorge und fordert anlässlich des "Internationalen Tags der Jugend" am 12. August mehr Engagement von der Politik, wenn es um die Belange der jüngeren Generationen geht.
Während Betriebe in Niedersachsen händeringend nach Auszubildenden suchen, finden laut Agentur für Arbeit viele junge Menschen keine Lehrstelle. „Eigentlich ist das angesichts des herrschenden Fachkräftemangels eine paradoxe Situation, die sehr deutlich zeigt, dass einiges schiefläuft“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Er sieht vor allem zwei Punkte, die für diese Entwicklung verantwortlich sind: „Oft sind Ausbildungsvergütungen sehr niedrig und gerade in Gesundheitsberufen gibt es häufig gar kein Gehalt. Das führt dazu, dass viele Jugendliche lieber für mehr Geld jobben als eine Ausbildung zu machen.“ Außerdem passiere in punkto Bildungsgerechtigkeit zu wenig, so dass Schulabgänger mit schwächeren Leistungen mittlerweile kaum noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten. „Wir brauchen also eine Mindesthöhe bei der Ausbildungsvergütung, eine bessere Ausbildungsförderung und insgesamt mehr Unterstützung und Beratung von jungen Menschen“, so Swinke weiter.
Besonders prekär sei die Lage für Jugendliche mit Behinderung. „Inklusion ist in der Ausbildung oft noch ein Fremdwort. Es gibt viel zu wenig barrierefreie Arbeitsplätze. Außerdem fehlt es an individueller Assistenz und an einer guten Begleitung beim Übergang von der Schule in den Beruf“, bemängelt der Vorstandsvorsitzende. Hier müsse die Politik für klare gesetzliche Regelungen sorgen und die Betriebe gezielt und unbürokratisch fördern. „Viele gute Beispiele in Niedersachsen zeigen schon jetzt, wie Inklusion in der Ausbildung gelingen kann. Doch leider sind das Einzelfälle und es hängt vom jeweiligen Betrieb ab, ob er sich für junge Menschen mit Behinderung engagiert“, erläutert der niedersächsische SoVD-Chef. Solange aber Inklusion in der Ausbildung keine Selbstverständlichkeit sei, könne von Chancengleichheit keine Rede sein.




