Bonn (kobinet)
Der Hildegardis-Verein hat ein Projekt gemacht.
Das Projekt heißt Inklusions-Guides.
Firmen haben mit-gemacht.
Organisationen haben mit-gemacht.
Organisation bedeutet: Eine Gruppe von Menschen.
Sie arbeiten zusammen.
Frauen mit Behinderung haben mit-gemacht.
Behinderung bedeutet: Eine Behinderung macht Sachen schwer.
Menschen können nicht alles so gut wie andere.
Sie haben zusammen gearbeitet.
Sie haben viele wichtige Sachen gelernt.
Sie wissen jetzt mehr über Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Auch Menschen mit Behinderung gehören dazu.
Die Gruppe hat ein Buch geschrieben.
Das Buch hat 184 Seiten.
In dem Buch stehen viele gute Ideen.
Es gibt auch 12 wichtige Tipps.
Die Tipps helfen Firmen.
Firmen können dann besser arbeiten.
Das Buch kann man herunter-laden.
Herunter-laden bedeutet: Du holst eine Datei aus dem Internet.
Die Datei kommt auf deinen Computer.
Das Buch ist barriere-frei gemacht.
Barriere-frei bedeutet: Ohne Hindernisse.
Alle Menschen können etwas benutzen.
Auch blinde Menschen können das Buch lesen.
Auch seh-behinderte Menschen können das Buch lesen.
Mehr Informationen gibt es hier: https://www.hildegardis-verein.de/inklusionsguides-Handbuch.html

Foto: Susanne Göbel
Bonn (kobinet) Das Projekt InklusionsGuides des Hildegardis-Vereins hat, gemeinsam mit Unternehmen, Organisationen und Frauen mit Behinderung, wertvolle Erkenntnisse, Perspektiven, und praktische Lösungsansätze für eine inklusive Unternehmenskultur erarbeitet. Es bietet auf 184 Seiten viele Inspirationen, Tipps, bewährte Strategien sowie 12 Handlungsempfehlungen.
Die Möglichkeit zum Download des auch für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei gestalteten Handbuchs sowie nähere Informationen gibt’s unter:
https://www.hildegardis-verein.de/inklusionsguides-Handbuch.html

Foto: Susanne Göbel
Bonn (kobinet) Das Projekt InklusionsGuides des Hildegardis-Vereins hat, gemeinsam mit Unternehmen, Organisationen und Frauen mit Behinderung, wertvolle Erkenntnisse, Perspektiven, und praktische Lösungsansätze für eine inklusive Unternehmenskultur erarbeitet. Es bietet auf 184 Seiten viele Inspirationen, Tipps, bewährte Strategien sowie 12 Handlungsempfehlungen.
Die Möglichkeit zum Download des auch für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei gestalteten Handbuchs sowie nähere Informationen gibt’s unter:
https://www.hildegardis-verein.de/inklusionsguides-Handbuch.html





Das „InklusionsGuides-Handbuch“ ist kein Handbuch für Inklusion, sondern eines für Integration. Es zeigt Wege auf, wie Menschen mit Behinderung nachträglich in Strukturen hineingeführt werden können, die von Beginn an nicht für sie gedacht waren. Es setzt viel zu spät an, behandelt Symptome statt Ursachen und macht Teilhabe vom guten Willen einzelner Unternehmen abhängig, während die systemischen Barrieren unangetastet bleiben.
Das Buch verlagert die Verantwortung für Inklusion auf den allerletzten Abschnitt der Bildungskette – den Bewerbungsprozess. Zu diesem Zeitpunkt sind die entscheidenden Chancen längst vergeben: Exklusion passiert in der Frühförderung, im Kindergarten und in der Schule, wo behinderte Kinder bis heute systematisch ausgesondert werden. Wer dort keine gleichen Lernchancen, Netzwerke und Zugänge erhält, startet später mit einem strukturellen Nachteil in den Arbeitsmarkt. Kein Workshop und keine „Sensibilisierung“ für Arbeitgeber können das nachträglich ausgleichen.
Gleiches gilt für den Abbau von Vorurteilen. Sie entstehen nicht erst im Vorstellungsgespräch oder im Teammeeting, sondern sind das Ergebnis jahrzehntelanger Separierung in Sonderkindergärten, Förderschulen, Heimen und Werkstätten. Das Handbuch verschiebt die Lösung auf freiwillige Maßnahmen von Unternehmen, wo in Wahrheit Politik, Bildungssystem und Sozialstrukturen dafür verantwortlich sind, gleiche Voraussetzungen zu schaffen.
Dass Aktion Mensch als Hauptförderer auftritt, erklärt, warum die Broschüre Strukturen nicht infrage stellt. Diese Organisation finanziert seit Jahrzehnten Projekte, ohne das System der Sonderwege zu bekämpfen. Werkstätten, Sonderschulen, Deckelungen von Assistenz – all das bleibt unangetastet, weil die Förderlogik selbst Teil dieses Apparats ist. Statt verbindlicher Rechte und echter Teilhabe gibt es befristete Projekte, Ratgebertipps und PR-freundliche „Erfolgsgeschichten“.
Das Ergebnis ist ein Handbuch, das Inklusion auf ein freiwilliges, unverbindliches Nice-to-have reduziert. Es suggeriert Fortschritt, während es das eigentliche Problem verschiebt und die bestehenden Macht- und Ausschlussstrukturen unangetastet lässt. In dieser Form ist es ein Integrationsguide im alten Sinne: ein Leitfaden zur nachträglichen Anpassung, nicht ein Instrument für gleichberechtigte Teilhabe von Anfang an.