
Foto: SoVD
HANNOVER (kobinet) Der Landesverband Niedersachsen des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) verweist mit Blick auf den bevorstehenden "Tag der seelischen Gesundheit" darauf hin, dass sich immer mehr Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen krankschreiben lassen müssen. Bei den Fehltagen liegt Niedersachsen sogar über dem Bundesdurchschnitt. Dieser Sozialverband nimmt in diesem Zusammenhang die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in die Pflicht. Sie müssten verstärkt dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten nicht aufgrund der Arbeit psychisch krank werden, fordert der SoVD.
Psychische Erkrankungen sind die dritthäufigste Ursache für Krankschreibungen und mittlerweile auch der Hauptgrund, warum Menschen eine Erwerbsminderungsrente beziehen. „Das können wir aus unserem Beratungsalltag bestätigen. Immer mehr Betroffene kommen zu uns, weil sie aufgrund ihrer psychischen Probleme dauerhaft nicht mehr arbeiten können“, berichtet Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Besonders groß sei die Belastung in der Pflegebranche. „Gerade hier müssen die Arbeitsgeber*innen dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden psychisch gesund bleiben“, fordert Swinke.
„Natürlich wird in den Pflegeberufen sehr viel mehr Personal benötigt. Es gibt aber auch noch weitere Stellschrauben, an denen gedreht werden kann“, so Swinke. Besonders wichtig seien etwa flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit für die Mitarbeitenden, in verschiedenen Teilzeitmodellen tätig zu sein. „Das kann für die Beschäftigten eine enorme Entlastung sein und macht den Alltag für sie oft einfacher“, ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher. Auch gesundheitliche Prävention sei von großer Bedeutung: „Wir dürfen nicht warten, bis die Pflegefachkräfte so überlastet sind, dass nur noch die Krankschreibung bleibt. Vielmehr gilt es, sie frühzeitig durch gezielte Maßnahmen wie Gesundheitsberatung oder Stressmanagement zu unterstützen“. In erster Linie sieht Niedersachsens größter Sozialverband dabei die Arbeitgeber*innen in der Pflicht. „Sicherlich benötigen wir auch dringend politische Änderungen im Pflegebereich. Wertschätzung, Gesundheitsschutz und bessere Arbeitsbedingungen sind aber mindestens genau so wichtig, um psychische Erkrankungen in der Belegschaft zu vermeiden“, so der niedersächsische SoVD-Chef.




