
Foto: H.-Günter Heiden
New York City / Berlin (kobinet) In den USA ist die Freiheitsstatue ein wichtiges Symbol für Freiheit und Gleichheit. Daher hat die US-amerikanische Behindertenbewegung bereits in den 1980er Jahren ein Bild mit der Freiheitsstatue im Rollstuhl als Ausdruck des Rechts behinderter Menschen auf eine gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Teilhabe kreiert. In Deutschland hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) darauf aufbauend eine gut 5 Meter große aufblasbare Freiheitsstatue im Rollstuhl entwickelt. Mit dieser wird derzeit für die von der rot-grün-gelben Regierungskoalition versprochenen Gesetzesreformen zur Barrierefreiheit geworben. Am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA, hat Prof. Dr. Sigrid Arnade mit der Freiheitsstatue im Rollstuhl, mit Miss Liberty, ein Interview geführt. Heute vor 140 Jahren wurde am 5. August 1884 der Grundstein für die Errichtung der Freiheitsstatue gelegt. Darüber berichten die Podcasts "Stichtag" und "Zeitzeichen" heute.
„Geburtsstätte einer der berühmtesten Ikonen der USA war eine Werkstatt in Paris. Am 5.8.1884 wurde in New York der Grundstein für den Sockel der Freiheitsstatue gelegt“, heißt es im knapp 15minütigen Bericht des WDR-Podcast Zeitzeichen.
In der Ankündigung des knapp 5minütigen Beitrags des Podcast Stichtag von Bremen Eins heißt es: „Heute vor 140 Jahren wurde der Grundstein für die Freiheitsstatue auf Liberty Island gelegt.“
Link zur Stichtags-Ausgabe zur Freiheitsstatue
Im Interview mit Prof. Dr. Sigrid Arnade hatte die Miss Liberty, die derzeit in Berlin befindliche Freiheitsstatue im Rollstuhl, in Bezug auf das US-amerikanische Antidiskriminierungsgesetz für behinderte Menschen – Americans with Disabilities Act (ADA) erklärt: „Nach der Einführung des ADA gab es einmal eine Studie. Nach der haben 80 Prozent der Anpassungsmaßnahmen nicht mehr als 500 Dollar gekostet. Aber mir ist wichtig, diese Frage nicht unter einem Kostenaspekt zu diskutieren, es kommt ja immer auf den Einzelfall an. Wichtiger war bei uns in den USA, dass wirklich alle, egal ob öffentlich oder privat, vom Gesetz erfasst waren. Und dann haben die Unternehmen befürchtet, an den Pranger gestellt oder verklagt zu werden, wenn sie nicht barrierefrei werden. Dabei konnten sie ja auch Vorreiter für Barrierefreiheit werden, wenn sie nur wollten und dadurch auch mehr Umsätze erzielen.“
Welche Vorteile Barrierefreiheit bringt, zeigen beispielsweise das iPhone und das iPad. Diese Geräte haben vielen behinderten Menschen neue Türen geöffnet, weil die Anwendung barrierefrei ist – eine Verpflichtung seit über 30 Jahren in den USA. Deshalb streiten derzeit in Deutschland behinderte Menschen und ihre Verbände für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) für verbindliche Regelungen zur Barrierefreiheit auch bei privaten Angeboten und Produkten. Damit diese im Koalitionsvertrag verankerten Maßnahmen von der rot-grün-gelben Regierungskoalition umgesetzt werden, hat ein Bündnis bereits einen Aufruf unter dem Motto „Barrierefreiheit Jetzt! Versprochen ist versprochen“ verabschiedet.
Link zu weiteren Info über die Bemühungen für bessere gesetzliche Regelungen zur Barrierefreiheit
Link zum Interview von Prof. Dr. Sigrid Arnade mit Miss Liberty vom 4. Juli 2024




