
Foto: Gerhard Bartz
Halle (kobinet) Unter der Überschrift „#moderndenken“ veröffentlichte die Sozialagentur Sachsen-Anhalt Arbeitshinweise zum Arbeitgebermodell. Sie beschreibt damit ihren Umgang mit behinderten Menschen, die zur Bewältigung ihres Alltags personelle Unterstützung benötigen. Der Bundesverband Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen ForseA e.V. prüfte diese Hinweise und teilt das Ergebnis anfragenden Menschen, die davon betroffen sind, mit.
Wie sich diese Arbeitsanweisungen in der Praxis auswirken, zeigt ein Beitrag des MDR
Arbeitshinweise
ForseA-Stellungnahme
MDR-Exakt: Menschen mit Behinderung – Kampf um ein selbstbestimmtes Leben
Sozialkleber in der Vergangenheit?
Ein Kommentar von kobinet-Redakteur Gerhard Bartz
Die unendliche Geschichte der Sozialagentur Halle
Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Handlungsweise der Sozialagentur bundesweit in der Kritik. Noch gut in der Erinnerung ist eine Tagung in Mainz. Mitarbeiter dieser Behörde verließen den Saal, als die – zwischenzeitlich verstorbene – ForseA-Vorsitzende Elke Bartz ihren Vortrag hielt. Auch damals spielte die Sozialagentur eine unrühmliche Rolle. Das hat sich bislang nicht geändert. Fortschritte in der Sozialpolitik werden dort kaum zur Kenntnis genommen. Man schwelgt dort geradezu in der Vergangenheit, wie die ForseA-Stellungnahme beweist. Kann die Sozialagentur eigenmächtig Gesetze und Verfassung missachten oder weiß sie sich unter der schützenden Hand der dortigen Landesregierung (bestehend aus CDU, SPD und FDP) in sicherer Deckung? Kaum zu glauben, dass ein derartiger Umgang mit Menschen, die sich behinderungsbedingt in einer Notlage befinden, im heutigen Deutschland noch möglich ist. Die Überschrift „#moderndenken“ wird so als Verhöhnung der Hilfesuchenden empfunden.




